Das deutsche Kriegsdrama „Im Westen nichts Neues“ ist der große Gewinner bei den Britischen Filmpreisen 2023 und stellt sogar einen Rekord auf. Auch Cate Blanchett und Austin Butler freuen sich über ihre Baftas. Ein Topfavorit geht fast leer aus.
Mega-AuszeichnungDeutscher Film räumt ab und stellt neuen Rekord auf

Copyright: Vianney Le Caer/Invision/AP
Präsentieren drei der sieben Auszeichnungen, die „Im Westen nichts Neues“ bei den Bafta-Awards am 19. Februar 2023 in London bekommen hat (von links): Kameramann James Friend, Produzent Malte Grunert und Regisseur Edward Berger.
Aktualisiert:
Das für neun Oscars nominierte deutsche Kriegsdrama „Im Westen nichts Neues“ hat drei Wochen vor der Preisverleihung in Los Angeles bei den als Baftas bekannten Britischen Filmpreisen abgeräumt und ist als Bester Film ausgezeichnet worden.
Der Film von Regisseur Edward Berger holte am Sonntagabend (19. Februar 2023) in London insgesamt sieben der Bafta-Trophäen, so viele wie kein nicht-englischsprachiger Film zuvor.
Regisseur Edward Berger mit Bafta ausgezeichnet
„Was für ein Abend, ich kann es nicht glauben“, schwärmte Berger, der auch den begehrten Preis als Bester Regisseur erhielt. „Es ist ein deutscher Film um Gottes Willen, wer stimmt denn dafür?“, scherzte der 53-Jährige.
In der anschließenden Pressekonferenz kam Berger beim Zählen der Auszeichnungen durcheinander. „Ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Aber es sind sehr viel mehr, als wir erwartet hatten.“
Die Neuverfilmung des Romans von Erich Maria Remarque wurde auch als Bester Nicht-englischsprachiger Film prämiert. Komponist Volker Bertelmann alias Hauschka erhielt einen Bafta für seine Filmmusik. Außerdem bekam der Film über die Schrecken des Ersten Weltkrieges Preise für Kameraarbeit, Adaptiertes Drehbuch und Sound.
In der traditionsreichen Londoner Royal Festival Hall direkt am Südufer der Themse gab es weitere Überraschungen. Cate Blanchett („Tár“) setzte sich als Beste Hauptdarstellerin unter anderem gegen die favorisierte Michelle Yeoh („Everything Everywhere All At Once“), Viola Davis („The Woman King“) und Emma Thompson („Good Luck to You, Leo Grande“) durch. Die Britin war sichtbar überwältigt und kämpfte bei ihrer Dankesrede mit den Tränen.
Austin Butler bekommt Bafta für „Elvis“
Bei den Männern freute sich Austin Butler („Elvis“) über den Bafta als Bester Hauptdarsteller. Sichtlich bewegt dankte er der Familie von Elvis Presley für ihr Vertrauen. Für Baz Luhrmanns Biopic gab es insgesamt vier goldene Masken-Trophäen, auch für Casting, Kostüme sowie in der Kategorie Make-up und Haar. Bereits bei den Golden Globes war „Elvis“ erfolgreich. Kurz darauf war Presleys Tochter Lisa Marie überraschend gestorben.
Nehmen Sie hier auch an unserer Umfrage teil:
Topfavorit Colin Farrell ging als Hauptdarsteller in „The Banshees Of Inisherin“) zwar leer aus. Doch immerhin erhielt die Tragikomödie des irischen Filmemachers Martin McDonagh vier Baftas – für die beiden Nebendarsteller Kerry Condon und Barry Keoghan und für das Beste Originaldrehbuch.
Dass der durch und durch irische Film auch als Herausragender Britischer Film prämiert wurde, sorgte für Amüsement. „Was für ein Award?“, scherzte McDonagh und klärte dann auf, dass sein Film durch den britischen Sender Channel 4 finanziert wurde.
„Everything Everywhere All At Once“ bekommt nur einen Bafta
Enttäuschend verlief der Abend für die Macher des hoch gehandelten Fantasyhits „Everything Everywhere All At Once“. Der verrückte Film, der in zehn Kategorien im Rennen war und für elf Oscars nominiert ist, erhielt in London nur einen einzigen Bafta-Award für den Schnitt.
Mit großer Freude nahm hingegen der mexikanische Filmemacher Guillermo Del Toro für sein Stop-Motion-Musical „Pinocchio“ den Bafta in der Rubrik Animationsfilm entgegen. „Animation sollte weiter im Gespräch bleiben“, sagte Del Toro. (dpa)
