Vor sieben Jahren scheiterte ein Parodie-Auftritt von Atze Schröder spektakulär an Moderator Thomas Gottschalk - und an den „Hitparade“-Fans: „Es gibt kein Publikum, das humorloser ist als ein Schlagerpublikum“, sagte der Komiker im Podcast von Benjamin von Stuckrad-Barre.
Atze Schröder berichtet von peinlichem TV-Moment mit Gottschalk„Er hat mich komplett vergessen“

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Atze Schröder (links) und Thomas Gottschalk, hier 2010 bei „Wetten, dass ..?“, trafen auch in einer „Hitparade“-Jubiläumsshow aufeinander. (Bild: 2010 Getty Images/Ronny Hartmann)
Im Jahr 2019 stand ein TV-Jubiläum an, das mit einer großen Retro-Gala gefeiert wurde: „50 Jahre ZDF-Hitparade“ hieß die Show, moderiert von Thomas Gottschalk. Einer der Star-Gäste des Abends war der Komiker Atze Schröder, wie er sich nun im Podcast „Dein Ernst“ von Benjamin von Stuckrad-Barre erinnerte. „Die Veranstaltung hat mich sehr geprägt“, sagte der 61-Jährige. Das aber wohl nicht im positiven Sinn.
„Mich hatten sie eingeladen, weil ich Dieter Thomas Heck so schön parodieren kann“, berichtete Schröder. Heck, der langjährige „Hitparade“-Moderator, war ein Jahr zuvor verstorben. In dessen Rolle sei Schröder bereits zur Probe am Nachmittag „mit Plateauschuhen durch zwei Messehallen auf die Bühne“ gelaufen - auf Wunsch von Thomas Gottschalk. Der habe sich dann gewundert: „Wie siehst Du denn aus?“ Nachdem Schröder ihm seinen Part erklärt hatte, habe der Showmaster erwidert: „Brauchen wir nicht zu proben“ - schließlich seien ja beide Profis.
Atze Schröder: „Ich war total fehl am Platze!“
Auf eines habe er den langjährigen „Wetten, dass ..?“-Moderator jedoch mehrfach hingewiesen: „Wichtig ist nur, ich bin Dieter Thomas Heck. Du darfst mich nicht mit Atze ansprechen!“ Doch „es kam, wie es kommen musste“, gab Schröder im Podcast zu Protokoll. Gottschalk habe ihn dem Publikum in der Halle als „Atze Schröder“ angekündigt. „Der Dialog sollte aber mit Dieter Thomas Heck sein. Ich wollte es durchziehen. Nur die erste Frage war schon so, dass ich gar nicht als Dieter Thomas Heck antworten konnte: 'Atze, wenn du damals mit deiner Oma vorm Fernseher saßt bei Dieter Thomas Heck, was hast du da gedacht?' Ich war total fehl am Platze!“
Im weiteren Show-Verlauf habe er dann wie vorgesehen an einem Bistrotisch zwischen den Schlagersängerinnen Bonnie Tyler und Wencke Myhre Platz genommen. „Ich hatte ein Mikro da liegen und sollte zwischendurch Fachfragen beantworten, weil als Dieter Thomas Heck war ich ja derjenige, der alles wusste.“ Dazu sei es aber nicht gekommen: „Kaum saß ich da unten, hatte Gottschalk mich komplett vergessen.“ Der Comedian reagierte: „Ich bin während der Show in der nächsten MAZ einfach abgehauen und habe meinem Tourmanager gesagt: 'Wir fahren schon nach Köln.' Hat auch keiner gemerkt, die Gage wurde überwiesen.“
Ganz pannenfrei lief der Auftritt in der Jubiläumssendung aber auch seinerseits nicht. „Die Helden meiner Kindheit saßen da alle. Nur waren die alle mindestens 30 Jahre älter. Das war schon auch mental eine Herausforderung“, räumte Schröder ein. So habe er Marianne Rosenberg hinter der Bühne nicht erkannt und die Schlager-Legende zur Zuschauertoilette geschickt.
„Es gibt kein Publikum, das humorloser ist als ein Schlagerpublikum“
Immerhin habe er aus dem ganzen Desaster eine wichtige Lehre ziehen können: „Als ich auf der Bühne stand, habe ich noch einige Gags versucht. Aber es gibt kein Publikum, das humorloser ist als ein Schlagerpublikum. Das nehmen die alles total ernst. Wenn du einen Witz machst auf Kosten eines Schlagersängers, bist du der Teufel. Das habe ich da verstanden.“
„50 Jahre ZDF-Hitparade“ wurde im April 2019 im ZDF ausgestrahlt. Schon vor der Aufzeichnung in Offenburg hatte die Sendung für Aufruhr in der Schlagerszene gesorgt, weil viele prägende Gesichter der Musikreihe nicht eingeladen worden waren. Kritik gab es auch am Engagement Thomas Gottschalks.
Die ebenfalls nicht eingeladene Ireen Sheer, die auf stolze 31 „Hitparaden“-Auftritte zurückblickt, ärgerte sich damals gegenüber „Bild“: „Wenn ich höre, dass ein Moderator, der so gar nichts mit Schlager am Hut hat, die Jubiläumssendung moderiert und wer da so alles dabei oder nicht dabei ist, frage ich mich, ob den Schlagerfans die Jubiläumssendung gerecht wird.“ (tsch)
