Bibiza, Tony Iommi und Ariana Grande, die mit „Petal“ ihr bislang experimentierfreudigstes Album veröffentlicht: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.
Ariana Grande unzensiertDas sind die Musik-Highlights der Woche

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Ariana Grande erklärt, sich bei den Aufnahmen zu „Petal“ bewusst nicht selbst „zensiert“ zu haben - anders als bei früheren Alben. (Bild: Katia Temkin)
Musik von Ariana Grande früher: Das war immer etwas zurückhaltend und verfälscht. Zumindest kann man aktuelle Aussagen von Ariana Grande selbst so interpretieren. Bei ihrem neuen Werk „Petal“ habe sie nämlich erstmals darauf verzichtet, sich selbst zu „zensieren“. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Bibiza und Tony Iommi.
Ariana Grande - Petal

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Bibiza aus Wien gibt auf seinem neuen Album den „RocknRollStar“. (Bild: Tereza Mundilova)
Sie habe diesmal weniger korrigiert und weniger verstecken wollen, erklärte Ariana Grande im Vorfeld. Das Ergebnis sei ihr bislang persönlichstes Album, urteilen mehrere Kritikerinnen und Kritiker. In jedem Fall gehört „Petal“, der gerade veröffentlichte achte Langspieler von Ariana Grande, zu den bislang interessantesten Werken der US-amerikanischen Sängerin und Schauspielerin (“Wicked“).
Was die Musik vor allem interessant macht, ist die experimentelle Lust, mit der Ariana Grande an den eigenen Pop- und R'n'B-Sound herangeht - sie selbst beschreibt das Album wohl auch deshalb als „wild“. Mit der betörend-unterkühlten Downtempo-Single „Hate That I Made You Love Me“ gelang der 33-Jährigen eine erstklassige Alternative-Pop-Perle. Kurz vor dem Ende des Albums, im Song „Bad Thing (Bunny Hop)“, spielt Grande dann Indie-Rock. Die Platte, die in Zusammenarbeit mit dem iranisch-schwedischen Produzenten Ilya Salmanzadeh entstand, enthält insgesamt zwölf Songs.
„Petal“ ist zuweilen ein recht trübseliges Album, gleichzeitig wirkt Ariana Grande als Künstlerin wie befreit, wenn sie etwa über die Schattenseiten des Ruhms singt. Blumen, die sich aus einem Grab winden - das ist das Bild, das sie in „Hate That I Made You Love Me“ zeichnet. „Dieses Mal habe ich mich nicht so stark zensiert wie sonst“, erklärte Ariana Grande zuletzt im Interview mit Apple Music. „Ich überarbeite meine Texte normalerweise oft und mache sie am Ende etwas freundlicher. Diesmal habe ich darauf verzichtet.“
Bibiza - RocknRollStar

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Der legendäre Black-Sabbath-Gitarrist Tony Iommi veröffentlicht im Oktober sein erstes neues Solo-Album seit 14 Jahren. (Bild: Getty Images/Frazer Harrison)
„Ich laufe durch die Stadt und werde überall erkannt, spiele ausverkaufte Shows im ganzen Land“: So feiert er sich selbst, der „RocknRollStar“ Bibiza. Ein bisschen Übertreibung und Größenwahn sind wohl dabei, aber das gehört bei dem 27-jährigen Wiener auch dazu und im Rock'n'Roll sowieso. Er kann es sich ja auch erlauben, große Töne zu spucken. Mit „Wiener Schickeria“ (fünf Amadeus-Nominierungen) gelang ihm 2023 der Durchbruch, zuletzt nahm Bibiza unter anderem Musik mit Bausa und Ikkimel auf. Ja, man erkennt ihn. Und die „ausverkauften Shows“? Live-Abriss, in immer größeren Hallen - dringende Empfehlung (neue Konzerte ab Oktober)!
Als kleiner Wiener Bub brachte Franz Bibiza sich einst zu Liedern von den Red Hot Chili Peppers und den Smashing Pumpkins das Gitarrenspiel bei. Zu Beginn seiner Karriere trat er als Rapper in Erscheinung, zuletzt wurde Bibiza häufig dem Austro-Pop zugeordnet. Es sind auch diesmal wieder ein paar kleine Falco-Momente dabei (“Meine Manie“). Vor allem aber erinnert Bibiza sich jetzt wieder verstärkt an seine Rocker-Anfänge, an Krawall und laute Gitarren. Dazu singt er, wie gehabt, ganz ungeniert von Exzessen und Abstürzen, von teuren Hotels und vom Blick in die Sterne. Viel besser kann man die Rolle als „RocknRollStar“ kaum ausfüllen.
Tony Iommi - World Alone
Birmingham, unweit der 2019 eingeweihten Black Sabbath Bridge: Hier gab Tony Iommi vor wenigen Tagen die klangvolle Antwort darauf, ob und wie es für ihn nach dem Abschiedskonzert seiner legendären Stammband vor gut einem Jahr weitergehen wird. Es gibt da einen neuen Song, „World Alone“, den Iommi in Birmingham erstmals seinen Fans präsentierte, und es wird ein neues Album geben. „From The Dark“, das erste größere Solo-Werk des Star-Gitarristen seit 14 Jahren, soll am 23. Oktober auf den Markt kommen.
Ganz solo ist er nicht, der Virtuose an den sechs Saiten, der sich aber nie als großer Sänger hervorgetan hat. Nachdem er 2012 auf „Who Cares“ mit Ian Gillan von Deep Purple arbeitete, nahm Tony Iommi seine neue Liedersammlung gemeinsam mit dem norwegischen Sänger Jørn Lande auf. Ergänzt wird das Projekt durch die Bassistin Becky Baldwin und Schlagzeuger Karl Brazil.
Die erste Vorab-Single „World Alone“ bietet klassischen energiegeladenen Heavy Metal, bei dem wenig überraschend Tony Iommis Gitarre über allem steht. Begleitend entstand auch ein aufwendiges, gut siebenminütiges Musikvideo, das von einer dystopischen Videospiel-Welt erzählt. Das ist großes Kino, und genau das verspricht Iommi auch mit Blick auf „From The Dark“: „Es ist ein Album, an dem wir unglaublich gern gearbeitet haben. Wir mussten niemandem mehr etwas beweisen - es ist einfach ein großartiges Album, und es rockt!“ (tsch)
