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ARD-ÄnderungHeiliges Sonntags-Ritual beim „Tatort“ gekippt – nach 56 Jahren ist Schluss

„Tatort“ - Logo

Copyright: Christoph Schmidt/dpa

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Der „Tatort“ ist nicht mehr das, was er mal war. Die ARD beerdigt eine eiserne Regel.

Der Sonntagabend hat für unzählige Menschen in Deutschland eine feste Struktur. Zuerst die Nachrichten, danach der Krimi – so endet für viele das Wochenende. Fast zehn Millionen Krimifans schalten regelmäßig ein. Aber mit dieser vertrauten Tradition bricht die ARD nun.

Der Startschuss für die Neuerung fällt am 11. September 2026, einem Freitag. Die Episode „König in Gelb“ aus Hannover macht den Anfang. Von diesem Tag an kann jede frische Episode des beliebten Krimiformats schon 48 Stunden vor der Fernsehpremiere online abgerufen werden. Der angestammte Sendeplatz am Sonntagabend bleibt zwar bestehen, aber die besondere Atmosphäre des einmaligen, zeitgleichen TV-Events geht dadurch verloren. Das berichtet „watson.de“.

Das Ende des gemeinsamen TV-Abends?

Mit diesem Schritt trägt die ARD dem gewandelten Medienkonsum Rechnung. Vor allem das jüngere Publikum möchte selbst bestimmen, wann es eine Sendung ansieht. Die Spannung eines neuen Falls kann man nun bereits zum Wochenendstart am Freitag oder am Samstagvormittag erleben – total flexibel und unabhängig von festen Sendezeiten.

Doch für zahlreiche Anhänger geht damit womöglich ein Teil der Fernsehkultur flöten. Das Public Viewing in der Bar, die Diskussionen am Montagmorgen im Büro – das alles verändert sich, wenn viele den Täter bereits seit dem Wochenende kennen. Der besondere Charakter eines gemeinsamen Erlebnisses droht zu verblassen. Schon heute erfolgen zehn Prozent der Zugriffe auf die Online-Plattform der ARD; dieser Anteil dürfte jetzt deutlich ansteigen.

Zuschauerrekorde, wie die mehr als 14 Millionen Menschen bei der Episode „Fangschuss“ aus Münster, werden dadurch künftig wohl zur Seltenheit. Um den zeitgemäßen Nutzungsgewohnheiten entgegenzukommen, opfert die ARD die Exklusivität dieses Rituals. 

Wer es nicht abwarten kann, schaut den Krimi einfach früher – der Rest bleibt dem klassischen Fernsehen am Sonntag treu. Am Ende haben die Krimifans nun selbst die Wahl. (red)

Im „Tatort: König in Gelb“ bekommt es Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) im doppelten Sinne mit Demenz zu tun. Der Verdächtige, Gustav König (Thomas Thieme), könnte ein lange gesuchter Serienmörder sein. Er ist jedoch kaum noch ansprechbar. Doch auch Lindholms Ermittlerkollege, Königs langjähriger Verfolger, leidet unter beginnender Demenz. (Bild:  NDR/Frizzi Kurkhaus)
Den „Tatort“ gibt's jetzt schon freitags - und was sonst noch neu ist