Bei „Markus Lanz“ (ZDF) sprach CDU-Politiker Karl-Josef Laumann unter anderem über den Rücktritt von Jens Spahn. Er bezeichnete den Verlust des Ministers als politisch und persönlich schwerwiegend. Zudem äußerte er sich zur allgemeinen Stimmung innerhalb der Union.
Als es um seine Partei geht, räumt CDU-Politiker Laumann bei Lanz ein„Es hat schon bessere Zeiten gegeben“

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Im Gespräch mit Markus Lanz (links) äußerte sich CDU-Vize Karl-Josef Laumann emotional zum Rücktritt von Jens Spahn. (Bild: ZDF / Markus Hertrich)
Im vergangenen Monat hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Union mit einer unerwartet weitreichenden Personalumstellungen aufgerüttelt. Das Gesundheitsministerium wird künftig von Carsten Linnemann geführt. Nina Warken, zuvor noch Gesundheitsministerin, wechselt derweil an die Spitze des Kanzleramts. Thorsten Frei wiederum gab den Posten als Kanzleramtschef ab und wird als Nachfolger von Jens Spahn zum neuen Unions-Fraktionschef.
Bei „Markus Lanz“ nahm der Moderator am Dienstagabend diese Entscheidungen auseinander. Zum Auftakt sprach CDU-Politiker Karl-Josef Laumann ungewohnt offen über die Lage und gab zu: „Es hat schon bessere Zeiten gegeben.“ Besonders durch die Entwicklung um Jens Spahn sei, so Laumann, „etwas ins Rutschen gekommen“.
Der CDU-Vize würdigte Spahn in dem Zusammenhang und bezeichnete ihn als „einen sehr talentierten und durchsetzungsstarken Kollegen“. Gleichzeitig machte Laumann klar, wie belastend der Rücktritt von Spahn auch persönlich sei: „Es ist politisch so wie es ist. Es ist aber (...) auch menschlich eine Tragödie.“

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Journalist Robin Alexander sah die politischen Konsequenzen für Jens Spahn als unausweichlich, denn: „Bestimmte Dinge kann man nicht heilen.“ (Bild: ZDF / Markus Hertrich)
Am Ende sei Spahns Rücktritt jedoch aus Laumanns Sicht unausweichlich gewesen. Seine Begründung fiel knapp und hart aus: „Wenn man als Politiker seine Glaubwürdigkeit verloren hat, dann war's das halt.“ Journalist Robin Alexander ging noch einen Schritt weiter und verwies auf die gesetzliche Lage: „Bestimmte Dinge kann man nicht heilen. Die Inanspruchnahme von Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Es gibt ein Gesetz und die Abgeordneten machen die Gesetze!“
Markus Lanz stichelt in Richtung Laumann: „Das ist jetzt Autosuggestion, was Sie gerade machen“
Auch die Berufung von Carsten Linnemann ins Gesundheitsressort lieferte in der ZDF-Sendung Gesprächsstoff. Lanz wandte sich an Laumann und fragte in Bezug auf Laumanns Posten als NRW-Gesundheitsminister: „Hat Sie irgendjemand gefragt, ob Sie das machen könnten?“ Der CDU-Mann verneinte dies und erklärte, dass seine Entscheidung bekannt sei: „Das weiß auch jeder, dass es bei mir sehr gute Gründe gibt, dass ich aus Nordrhein-Westfalen nicht wegwill.“
Lanz ließ nicht locker: „Sie hätten es nicht gemacht?“ Laumann reagierte sichtlich gereizt: „Nein, ich kann es aus Gründen, die ich hier nicht näher erläutern will, nicht machen. Das hat mit meiner privaten Situation zu tun.“ Daraufhin fokussierte sich der ZDF-Moderator auf Carsten Linnemanns Kurswechsel. 2025 hatte der CDU-Man nämlich noch ausgeschlossen, Gesundheitsminister zu werden. Karl-Josef Laumann winkte prompt ab: „Ich glaube, dass das in der Bevölkerung nicht sehr viele Leute interessiert.“ Für Lanz war das zu viel Beschwichtigung: „Entschuldigung, Herr Laumann! Das ist jetzt Autosuggestion, was Sie gerade machen!“
Karl-Josef Laumann: „Da wird einem ja angst und bange“
Der CDU-Mann zeigte sich davon unbeeindruckt und verteidigte Linnemann als jemanden, „der ein Ministerium führen kann“. Laumann sei überzeugt: „Gutes Regieren ist die einzige Chance, Vetrauen zurückzugewinnen.“ Mit Blick auf aktuelle Wahlumfragen fragte Lanz schließlich nach der Lage in der Partei: „Wie schauen Sie auf die Stimmung in der Union?“ Karl-Josef Laumann räumte mit Blick auf die Zahlen aus Ostdeutschland ein: „Da wird einem ja angst und bange auch für unser Land.“ (tsch)

