Gegen iranische Zensur Browser-Erweiterung „Snowflake“ ermöglicht anonymen Internet-Zugang

Das Symbolfoto vom 18. Oktober 2022 zeigt die iranische Landesflagge vor einem Gebäude.

Im Iran, auf dem Symbolfoto vom 18. Oktober 2022 durch die Landesflagge dargestellt, unterliegen bestimmte Internet-Dienste aktuell der Zensur.

Im Iran sind bestimmte Internet-Dienste wegen der Zensur momentan nicht verfügbar. Jedoch gibt es ein technisches Schlupfloch, für das Menschen in anderen Ländern sorgen können. 

Auch im Jahr 2022 ist die Zensur in manchen Ländern immer noch an der Tagesordnung. Neben den „Dauerbrennern“ China und Russland kommt aktuell auch der Iran hinzu.

Die dortige Bevölkerung wird mit drastischen Mitteln vom Internet ferngehalten. Surfen, kommunizieren, unzensierte Infos über die Vorgänge im Land und die Machenschaften der Regierung erhalten – all das ist nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.

Zensur im Iran: „Snowflake“ bietet ein Schlupfloch

Laut „tagesschau.de“ sind neben YouTube und Instagram auch die Messenger-Dienste Facebook, Twitter und WhatsApp von der Zensur betroffen. Ein zusätzlicher Eingriff in die Freiheit der iranischen Bevölkerung: Die Mobilfunknetze werden „regelmäßig gestört, teilweise sogar blockiert“.

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Der bisherige Ausweg waren sogenannte Virtual Private Networks (kurz: VPN). Diese Technologie nutzt IP-Adressen im Ausland, um von dort auf die im Iran blockierten Webseiten zu gelangen. Jedoch setzt die iranische Regierung aktuell alles in Bewegung, um diese VPN-Verbindungen ausfindig zu machen und ebenfalls zu sperren.

Wie aus dem Tagesschau-Artikel hervorgeht, gibt es aber noch eine andere Möglichkeit: Installieren Menschen in anderen Ländern die Browser-Erweiterung „Snowflake“, können Iranerinnen und Iraner (oder andere von der Internet-Zensur Betroffene) die so zur Verfügung gestellten IP-Adressen über den Tor-Browser nutzen, um unerkannt und unsichtbar ins Internet zu gelangen.

Je mehr Menschen „Snowflake“ in Chrome oder Firefox installieren, desto größer wird das Netz aus potenziell nutzbaren IP-Adressen. Daher bewegt sich die Chance, dass die zensierenden Regierungen auch diese "neuen" IP-Adressen blockieren, gegen Null.

Ganz wichtig: Das Teilen der eigenen Bandbreite mit „Snowflake“ ist in Deutschland erlaubt – und kann problemlos wieder rückgängig werden. Die Erweiterung funktioniert außerdem nur, solange das eigene Endgerät online ist.

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