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Werden Ungeimpfte ausgeschlossen? 2G-Sonderweg in Hamburg, scharfe Diskussion auf Bundesebene

Polizei kontrolliert Einhaltung der Corona-Regeln in einer Kiez-Kneipe (September 2020).

Polizei kontrolliert Einhaltung der Corona-Regeln in einer Kiez-Kneipe (September 2020).

Werden Ungeimpfte zunehmend ausgeschlossen von neuen Öffnungen in Deutschland? Hamburg geht einen 2G-Sonderweg für Geimpfte und Genesene. Auf Bundesebene wird heftig diskutiert über den neuen Corona-Weg.

Berlin. Seit dieser Woche gilt bundesweit die sogenannte 3G-Regelung, welche ab einer Inzidenz von mehr als 35 in bestimmten Bereichen nur noch Freiheiten für Geimpfte, Getestete und Genesene ermöglicht. Die 2G-Regel würde Getestete von diesen Freiheiten ausschließen.

Corona-Sonderweg in Hamburg: 2G-Modell schließt Ungeimpfte aus

Hamburg geht einen Sonderweg und  führt für Veranstalter und Gastronomen ein „2G-Optionsmodell“ ein. Wie der Senat der Hansestadt am Dienstag (24. August) beschloss, dürfen diese ihre Dienstleistungen dann freiwillig nur noch für Geimpfte und Genese anbieten und werden im Gegenzug von nicht mehr erforderlichen Coronaschutzauflagen befreit. Dadurch können sie etwa mehr Besucher einlassen oder eine freie Platzwahl ohne obligatorische Abstandsgebote anbieten.

Die Option richtet sich demnach unter anderem an Theater, Kinos, Musikklubs, Messebetreiber, Restaurants, Hotels, Schwimmbäder, und Fitnessstudios. Auch Veranstalter von Sportveranstaltungen mit Besuchern, Volksfesten oder Bildungskursen sollen sie nach eigener Abwägung anwenden können. In Innenräumen müssen sie aber vorerst weiterhin das Tragen medizinischer Masken vorschreiben. Der Senat kündigte scharfe Kontrollen an. Sollten Betreiber am Einlass nicht genau kontrollieren, drohen ihnen hohe Bußgelder.

Jens Spahn schließt Lockdown für Geimpfte und Genesene aus – aber was ist mit Ungeimpften?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor einen weiteren Lockdown für Geimpfte und Genesene ausgeschlossen. In den ARD-„Tagesthemen“ antwortete der Minister am Montag (23. August) auf die Frage, ob es im Herbst einen Lockdown geben wird: „Für Geimpfte und Genesene sicher nicht“. Die 2G-Regel, nach der Geimpfte und Genesene gewisse Vorteile erhalten können, hält Spahn für einen „vernünftigen Weg“.

„Geimpfte und Genese sollen es durchaus leichter haben“, betonte er.

Markus Söder will 3G-Regel an Gesundheitssystem koppeln

Eine Abkehr von der geltenden 3G-Regel bei Corona-Auflagen ist nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder abhängig von der Lage in den Krankenhäusern. „Erst dann wenn es sehr ernst wird, eine Überlastung des Gesundheitssystems droht, wäre ein Wechsel zu 2G verhältnismäßig“, sagte der CSU-Chef am Dienstag dem Fernsehsender münchen.tv.

Zunächst gehe es im Sinne der Impfstrategie darum, die Menschen zu motivieren, nicht darum, sie auszuschließen.

Karl Lauterbach plädiert für 2G-Regel

Lauterbach forderte angesichts der steigenden Zahlen weitere Corona-Maßnahmen. „Nur weil Wahlkampf ist, sollten wir uns nicht vom Schutz der Menschen verabschieden“, sagte der SPD-Politiker.

Er plädierte dafür, „mit juristischem Fingerspitzengefühl an einer 2G-Lösung zu arbeiten“: Zu Clubs, den Innenräumen von Restaurants oder Fitnessstudios sollten dann bei hohen Inzidenzen nur Geimpfte oder Genesene Zutritt haben. (jv/afp/dpa)

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