Kommentar Konzerte in Köln: Es gibt nur eine Option für die Regierung

Ein Konzert mit reduzierter Besucheranzahl in der Lanxess-Arena

In der Krise entwickelte die Lanxess-Arena das Konzept „Now", fotografiert im Oktober 2020.

Wie geht es weiter mit der Veranstaltungsbranche in Köln und ganz NRW? Dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene Konzerte besuchen? Unser Autor meint: „Die Entscheidungsgewalt muss zurück in die Hände der Privatwirtschaft." Ein Kommentar.

Köln. Erinnern wir uns kurz an das vergangene Jahr um diese Zeit: Auch dort stiegen die Zahlen wieder langsam an, Köln schlitterte sukzessive in die damals dritte Welle der Corona-Pandemie. Die Intensiv-Betten wurden mehr und mehr ausgelastet und die Politik wurde nicht müde, zu mahnen.

Zu Recht! Denn genau vor einem Jahr gab es einen Faktor noch nicht: das Impfen. Deshalb war es gut und richtig, mit den Corona-Schutzmaßnahmen die Bevölkerung zu schützen.

Köln: Konzerte müssen bei 100 Prozent Auslastung und „2G" starten

Und in diesem Jahr? Endlich gibt es das Angebot der Impfung und damit auch die Handreichung an alle Bürger, von diesem Krankheitsschutz Gebrauch zu machen.  Deshalb haben sich die Vorzeichen im Hinblick auf Veranstaltungen auch deutlich geändert.

Der Staat hat alles in seiner Macht stehende getan, um Menschenleben zu retten und mit dem Impfangebot seine Pflicht erfüllt. Jeder kann sich impfen lassen. Deshalb sind Beschränkungen von Konzerten oder Auflagen für die Gastronomie eigentlich auch nicht mehr tragbar.

Jetzt muss die Privatwirtschaft wieder übernehmen. Denn sie handelt sicher und verantwortungsbewusst. Dabei ist das Leben nicht immer gerecht. Verständlich, dass Ungeimpfte nun auf die Barrikaden gehen. Aber jeder Veranstalter sollte selbst entscheiden können, wer bei seinen Konzerten im Publikum sitzt, wie viele Menschen es sind und wie die Sicherheitsauflagen sind. Und die Menschen sollten selbst entscheiden können: „Da gehe ich hin.“ Oder eben auch: „Da gehe ich nicht hin“.

Konzert im Tanzbrunnen mit der Band Coellner

Konzerte wie beispielsweise hier Tanzbrunnen im Februar 2020 am Tanzbrunnen müssen wieder mit 100 Prozent und 2G stattfinden können, meint unser Autor. 

Wenn wir in den Urlaub fliegen, nehmen wir klaglos die Sicherheitskontrolle in Kauf. Nichts anderes sind die Nachweise bei einem „2G“-Eintritt auch. Deshalb macht der 1.FC Köln alles richtig, indem er auf „2G“ setzt. Und auch die Lanxess-Arena setzt mit Augenmaß und Bedacht auf das richtige Pferd.

Wer nicht geimpft ist, sollte sich klar machen: Hier geht es nicht um Ausschluss. Aber man stellt auf natürliche Weise ein Sicherheitsrisiko für andere Menschen dar. Daran ist nicht zu rütteln.

Sollte der Staat weiter an den Maßnahmen festhalten, spielt das nur Schwurblern und Verschwörungstheoretikern in die Karten, die ohnehin nicht mehr zu ertragen sind. Aber die Regierung würde unser Verständnis vom „allgemeinen Lebensrisiko“ auf den Kopf stellen: Dürfen wir dann bald nicht mehr fliegen? Am Straßenverkehr teilnehmen? Bungee Jumping machen? All diese Dinge bringen Risiken mit sich. Da muss jeder selbst abwägen, ob er das Risiko eingeht.

So ist es auch bei Corona. Ab spätestens Mitte September gehören die Auflagen für die privaten Veranstalter abgeschafft. Denn die abwartende Haltung ohne erkenntlichen Grund kostet jeden Tag Arbeitsplätze und die seelische Gesundheit der rund zwei Millionen Beschäftigten in der Branche deutschlandweit. Auch dieses Risiko muss die Regierung dringend im Blick haben.

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