Ukraine-Krieg Gas-Transfer nach Europa plötzlich teilweise eingestellt – Experte äußert Sorge

Der Gastransit nach Europa durch die Region Luhansk wurde teilweise gestoppt. Unser Archivbild aus dem Jahr 2013 zeigt eine Reihe von Rohren in einem Gasspeicher im ukrainischen Bojarka.

Der Gastransit nach Europa durch die Region Luhansk wurde teilweise gestoppt. Unser Archivbild aus dem Jahr 2013 zeigt eine Reihe von Rohren in einem Gasspeicher im ukrainischen Bojarka.

Die Europäische Union diskutiert seit Februar über Maßnahmen für den Fall, dass der Krieg in der Ukraine zu einem möglichen Ende des Gastransits aus Russland führt. Nun wurde der Transit nach Europa teilweise eingestellt.

Die Menge russischen Erdgases über die wichtige Route Sochraniwka in der Region Luhansk sank am Mittwoch (11. Mai) auf null, wie aus Daten des ukrainischen Gasnetzbetreibers GTSOU hervorging.

GTSOU hatte am Dienstag erklärt, die Präsenz russischer Truppen in der Nähe der Anlagen Sochraniwka und Nowopskow in der Region Luhansk mache es unmöglich, den üblichen Gastransit sicherzustellen. Der Betreiber kündigte deshalb eine Umleitung des Gasflusses zum Knotenpunkt Sudscha an.

Der russische Konzern Gazprom wiederum widersprach den Vorwürfen und erklärte, die Ukraine habe ganz „ungestört“ in der Region weiterarbeiten können.

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Gazprom hat auch im Mittwoch bestätigt, dass weniger Gas durch die Ukraine in Richtung Europa geleitet wird. „Gazprom liefert am 11. Mai russisches Gas im Umfang von 72 Millionen Kubikmetern für den Transit durch das Gebiet der Ukraine“, sagt Unternehmenssprecher Sergej Kuprijanow der Agentur Interfax zufolge. Am Vortag habe das Auftragsvolumen noch bei 95,8 Millionen Kubikmetern gelegen.

Ukraine: Gastransfer nach Europa teilweise eingestellt – steigen Preise weiter?

Noch sind die Konsequenzen für Europa schwer abzusehen. Deutschland drohe nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums derzeit keine Engpässe. „Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist aktuell weiter gewährleistet“, sagt eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. „Wir beobachten die Lage genau.“

Die Gasmengen, die über die Ukraine in Waidhaus (Bayern) nach Deutschland fließen, gingen laut Bundesnetzagentur in der Folge der Reduzierung innerhalb eines Tages um gut 25 Prozent zurück. Diese Mengen werden demnach aktuell durch höhere Flüsse aus Norwegen und aus den Niederlanden ausgeglichen.

Ukraine-Krieg: „Insgesamt sehr knapp mit Gas in Europa“

Energieexperte Georg Zachmann vom Brüsseler Thinktank Bruegel erklärte gegenüber dem „Handelsblatt“, es gebe jeweils ein halbes Dutzend Gasübergangspunkte beim Eintritt und Austritt in die Ukraine. Deshalb könne man nicht sagen, dass das Gas von einem bestimmten Übergangspunkt in ein bestimmtes Land fließe.

Doch der Experte erklärt auch, dass jede Verknappung dazu führe, dass Preise noch weiter steigen werden. Zachmann sagt: „Wir sind insgesamt sehr knapp mit Gas in Europa.“ Russland liefere nur noch weniger als zwei Milliarden Kubikmeter pro Woche. „Jedes bisschen, was fehlt, schlägt sich in den Preisen nieder.“ (afp/dpa/yd)

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