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Traditionsunternehmen am AbgrundBatterie-Gigant stellt Insolvenzantrag

Das Unternehmen Varta hat schon länger mit Problemen zu kämpfen.

Copyright: Jason Tschepljakow/dpa

Das Unternehmen Varta hat schon länger mit Problemen zu kämpfen.

Seit Jahrzehnten steht der Name Varta für Batterien „Made in Germany“. Nun hat der Traditionskonzern Insolvenz angemeldet, heißt es aus Finanzkreisen.

Der schwäbische Batteriehersteller Varta hat nach Angaben aus Finanzkreisen einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Zuvor war in dieser Woche bekannt geworden, dass eine Zerschlagung des Unternehmens aus Ellwangen droht, weil wichtige Geldgeber das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen wollen.

Das zuständige Stuttgarter Amtsgericht bestätigte den Eingang von vier Anträgen. Sie würden geprüft, teilte eine Sprecherin mit. Varta kündigte auf Anfrage eine Mitteilung an.

Sanierung sollte Insolvenz vermeiden

Die sogenannte Ad-hoc-Gläubigergruppe um die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox begründeten ihr Vorgehen mit der angespannten Finanzlage des Unternehmens. Eine unabhängige Analyse habe ergeben, dass Varta kurzfristig zusätzliches Geld im mittleren zweistelligen Millionenbereich benötige. Trotz intensiver Gespräche habe sich niemand bereit erklärt, weiteres Kapital bereitzustellen.

Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3.260 Menschen, viele davon am Stammsitz in Ellwangen. Geschäftszahlen veröffentlichte Varta zuletzt im Jahr 2024. Damals erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 793 Millionen Euro und einen Verlust von 64,5 Millionen Euro. Der Konzern produziert neben den bekannten Haushaltsbatterien unter anderem Mikrobatterien für Hörgeräte sowie Energiespeicher.

2024 hatte sich Varta im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes (StaRUG) neu aufgestellt, um eine Insolvenz abzuwenden. Altaktionäre verloren dabei ihre Beteiligungen, Gläubiger verzichteten auf einen Teil ihrer Forderungen. Anfang April vergangenen Jahres erklärte Varta die Restrukturierung für abgeschlossen und sah sich wieder auf Kurs.

Doch die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich erneut. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayerischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden. Apple war als wichtigster Kunde für den Standort abgesprungen, wie im Mai bekannt wurde. Neue Großkunden fehlten.

Varta stellt dort noch bis November Knopfbatterien für die kabellosen Kopfhörer des US-Konzerns her - die sollen künftig aber wohl aus Asien kommen. (dpa)

Patrick Schnieder (CDU), Bundesminister für Verkehr, aufgenommen am Rande eines Interviews mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) im Bundesministerium für Verkehr in Berlin.
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