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Tote und SchüsseGeretteter aus Afghanistan spricht Klartext

Zurück aus Afghanistan: Mahmud Sadjadi aus dem Ort Berod im Westerwald berichtet am frühen Morgen auf dem Frankfurter Flughafen den Medienvertretern von der Situation in Kabul und seiner Reise nach Deutschland.

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Mahmud Sadjadi aus dem Ort Berod im Westerwald berichtet am 19. August 2021 auf dem Frankfurter Flughafen den Medienvertretern von der Situation in Kabul und seiner Reise nach Deutschland. Mit einer in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gestarteten Lufthansa-Maschine kamen weitere in Sicherheit gebrachte Menschen aus Afghanistan an.

Mahmud Sadjadi hat es geschafft – er ist aus dem Krisengebiet Afghanistan entkommen. Nun ist er in Deutschland gelandet. Doch er berichtet von Toten und Schüssen am Flughafen.

Frankfurt. Schreckliche Zustände: Aus Afghanistan in Sicherheit gebrachte Menschen haben nach ihrer Landung in Deutschland von schlimmen Erlebnissen und chaotischen Verhältnissen am Flughafen in Kabul berichtet. Ein Passagier sagte am frühen Donnerstagmorgen, 19. August, am Frankfurter Flughafen, er habe Tote gesehen und Schüsse gehört.

„Es ist schrecklich“, sagte Mahmud Sadjadi. „Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit. Nur Chaos“, beschrieb er die Zustände in Kabul.

Rettung aus Afghanistan: Ohne Pass sei kein Durchkommen zum Flughafen

Der Mann aus dem Westerwald war zuvor mit einem Evakuierungsflug der Lufthansa aus der usbekischen Hauptstadt Taschkent nach Frankfurt geflogen worden. An Bord der Maschine waren nach Airline-Angaben rund 250 Menschen. Die Bundeswehr bringt seit Dienstag Menschen aus Kabul nach Taschkent. Die Rettungsmission gilt als sehr gefährlich.

Sadjadi, der sich drei Wochen in Kabul aufgehalten hatte, bestätigte das, insbesondere am Flughafen der afghanischen Hauptstadt sei es gefährlich. „Man muss beispielsweise auch durch eine Barriere der Taliban durchgehen.“ Afghanische Sicherheitskräfte hätten geschossen. Er habe mitbekommen, wie Menschen gestorben seien. Ohne Pass sei kein Durchkommen zum Flughafen möglich gewesen.

Ein anderer Passagier, der seinen Namen nicht nennen wollte, berichtete von organisatorischen Schwierigkeiten bei der Rückkehraktion. „Die Situation ist schwer und nicht leicht unter Kontrolle zu bringen“, sagte er. Die Menschen in Afghanistan bräuchten aber Hilfe. „Die Welt muss den afghanischen Leuten helfen.“

Rettung aus Afghanistan: Keine Informationen für Ortskräfte

Auch der Passagier Sadjadi dankte der Bundesregierung für die Rettung, beklagte aber auch fehlende Informationen. „Es gab keine Informationen, wo wir uns sammeln müssen, wann wir uns sammeln müssen.“ Man sei allein gelassen worden, auf seine Mails habe er keine Antwort bekommen. Andere Länder hätten ihre Leute mit Bussen eingesammelt und zum Flughafen gebracht. „Gott sei Dank ist alles gut gegangen.“

Dennoch denke er an die vielen Menschen, die noch in Afghanistan seien. Die Situation sei schrecklich, sagte Sadjadi, der in Frankfurt von seinen Kindern empfangen wurde. „Das Billigste, was es gibt, ist das Leben eines Afghanen“, sagte der Deutsche mit afghanischen Wurzeln. Mit dem Land würde ein schreckliches Spiel gespielt. Er selbst habe noch Familie in Afghanistan, seine Geschwister lebten dort. (dpa)

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