Preiskampf eskaliert: Köln zieht bei Uber die Notbremse
Taxi-Krieg in KölnNeue Regel für Uber & Co. – Mindestpreise sollen Dumping stoppen

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Im Taxi-Gewerbe herrscht ein harter Wettbewerb, angefeuert auch durch die vielen Mietwagen-Vermittlungen, die oft günstigere Fahrten anbieten können. (Symbolbild)
Der erbitterte Preiskampf auf Deutschlands Straßen zwischen Taxis und Fahrdiensten wie Uber spitzt sich zu. In Köln greift man nun durch: Eine neue Regelung soll für mehr Fairness sorgen und könnte alles auf den Kopf stellen.
Wer in der Domstadt einen Mietwagen über Apps wie Uber oder Bolt bucht, muss sich auf neue Tarife einstellen. Für solche Fahrten gilt ab sofort eine Preisuntergrenze. Konkret bedeutet das: Die Tour darf höchstens 20 Prozent weniger kosten als eine vergleichbare Strecke im Taxi, dessen Preise staatlich reguliert sind.
Der Vermittlungsplattform Freenow reicht dieser Schritt aber nicht aus. Sie verlangt eine solche Vorschrift für das gesamte Bundesgebiet, um den Wettbewerb wieder fair zu gestalten.
Freenow-Chef fordert Ende des Preis-Dumpings
Alexander Mönch, Freenow-Chef für Deutschland und Österreich, wird deutlich: „Der Berliner Markt leidet unter einem massiv verzerrten Wettbewerb. Es ist höchste Zeit, dieses Problem anzugehen.“ Er hält die Einführung von Mindestentgelten für Mietwagen für zwingend, um „das ruinöse Preisdumping zu stoppen“.
Hintergrund dieser Forderung ist die langjährige Krise des Taxigewerbes. Die oft erheblich billigeren Fahrten der Mietwagen-Konkurrenz haben einen brutalen Verdrängungswettbewerb ausgelöst. Anbieter wie Uber und Bolt, die Rivalen von Freenow, sehen in Mindestpreisen allerdings keine geeignete Lösung.
Köln als Vorbild für andere Städte
Die Domstadt ist mit der neuen Regelung ein Pionier, doch andere Metropolen ziehen nach. In München werden ab dem 1. Juli ebenfalls Mindestpreise für Mietwagenfahrten wirksam. Berlin wiederum erlaubt schon seit zwei Jahren Festpreise für Taxifahrten, was den Konkurrenzkampf aber nur leicht abmildern konnte, obwohl die Branche dies lange gefordert hatte.
Freenow selbst, das 2011 als Mytaxi an den Start ging, feiert aktuell sein 15-jähriges Bestehen. Das Unternehmen, das sich früher auch auf Mietwagen konzentrierte, fokussiert sich heute ausschließlich auf das klassische Taxigeschäft.
Zum Jubiläum gab die Firma beeindruckende Daten bekannt. „Insgesamt wurden in den vergangenen 15 Jahren mehr als 165 Millionen Kilometer mit der App in Berlin zurückgelegt“, hieß es in einer Mitteilung an die Deutsche Presse-Agentur. Die absolute Rekordfahrt ging über 400 Kilometer von der Hauptstadt nach Bremen und kostete den Fahrgast stolze 889,79 Euro. (dpa/red)
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