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Streit um unsere KinderSPD und Regierung zoffen sich um die Sprachförderung in NRW

Streit um Sprachförderung: Wie viel Zwang ist erlaubt?

Copyright: Maximilian von Klenze/dpa

Über den besten Weg zur vorschulischen Sprachförderung gibt es in Nordrhein-Westfalen unterschiedliche Vorstellungen. (Symbolbild)

NRW-Zoff um Vorschulkinder: Kita oder ABC-Klasse?

Zoff in Düsseldorf um die Kleinsten! Die SPD-Fraktion in NRW macht Druck: Sprachhilfe für Vorschulkinder muss direkt in den Kindertagesstätten stattfinden, nicht woanders. Fraktionschef Jochen Ott präsentierte jetzt ein komplettes Alternativkonzept zu den Regierungsideen.

Die Landesregierung will ab 2028/29 sogenannte „ABC-Klassen“ einführen. Dort sollen Kids mit mangelnden Sprachfähigkeiten eine obligatorische Unterstützung erhalten. Einigkeit herrscht nur bei einer Sache: Ein Sprachtest für alle Vierjährigen ist beschlossen. Bei allem anderen krachts gewaltig.

Regierung vs. Opposition: So sehen die Pläne aus

Schwarz-Grün sieht für Kinder mit erheblichem Unterstützungsbedarf eine Verpflichtung von zweimal zwei Stunden wöchentlich vor. Für die SPD ist das eine „reine Alibi-Veranstaltung“.

Die SPD kontert mit der Forderung nach einem obligatorischen „Chancenjahr“ direkt in der Kita. Dieses soll für Kids mit deutlichem Sprachförderbedarf gelten und mindestens 35 Wochenstunden umfassen. Die Regelung würde sogar jene Kinder betreffen, die bislang keine Kindertagesstätte von innen gesehen haben.

Kita oder Schule? Zoff um den richtigen Ort

Für die Sozialdemokraten ist klar: Die Unterstützung muss im vertrauten Umfeld der Kleinen stattfinden, also in der Kindertagesstätte. „Die gezielte Förderung erfolgt eingebettet in die soziale und gewohnte Umgebung der Kinder“, steht in ihrem Papier. Externe Orte, wie von der Regierung ins Spiel gebracht – zum Beispiel Volkshochschulen – betrachtet die SPD lediglich als Notlösung.

Das Schulministerium wendet jedoch ein, dass ein obligatorisches Kita-Jahr verfassungsrechtliche Zweifel aufwirft. Eine solche Pflicht sei kaum mit dem geschützten Recht der Eltern auf Erziehung in Einklang zu bringen.

Experten-Urteil: Regierungsidee fällt durch

Am Mittwoch steht im Schulausschuss des Landtags die entscheidende Expertenbefragung an. Viele Kritiker von Bildungs- und Kita-Verbänden äußerten schon im Vorfeld erhebliche Bedenken. Sie fragen sich, ob die „ABC-Klassen“ bei Personal, Räumen und Organisation überhaupt realisierbar sind. Fraktionschef Ott fasst die bisherigen Rückmeldungen als „desaströs“ für die Regierung zusammen.

Schulministerin Dorothee Feller (CDU) zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Gemeinsam mit Kommunen, Kitas und Schulen werden wir pragmatische und rechtssichere Lösungen entwickeln, die den Kindern wirklich helfen. Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Die ständige wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz geht davon aus, dass ein Förderbedarf bei bis zu 20 Prozent der Kinder besteht. In NRW besuchen laut Landesstatistik aktuell rund 92 Prozent der Vierjährigen eine Kindertagesbetreuung. Das Schulministerium macht deutlich: „Kinder ohne zusätzlichen Förderbedarf brauchen keine verpflichtende Vorschule.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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