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Zu wenig SchlagkraftStartup-Verband zieht kritische Bilanz zur Regierungspolitik

Die Chefin des Startup-Verbands, Verena Pausder

Copyright: Marijan Murat/dpa

Die Chefin des Startup-Verbands, Verena Pausder, fordert von der Bundesregierung eine ganzheitliche Start-up-Förderung. (Archivbild)

Regierung bremst Gründer aus: „Wo bleibt die Zukunfts-Strategie?“ Fast ein Jahr Bundesregierung – und bei Deutschlands Gründern macht sich Frust breit. Statt Aufbruchstimmung gibt's eine knallharte Abrechnung vom Startup-Verband. In sechs wichtigen Bereichen sei die Politik viel zu lahm. Jetzt steht vor allem eine im Fokus: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).

„Wir brauchen trotz einzelner guter Ansätze und Maßnahmen mehr Schlagkraft, um den Innovations- und Wirtschaftsstandort Deutschland zukunftsfähig zu machen“, erklärt Verena Pausder, Chefin des Deutschen Startup-Verbands, mit Blick auf ein Papier, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Wichtige Projekte auf der Kippe

Dabei klang im Koalitionsvertrag alles so gut. Die Regierung hatte die Wichtigkeit aufstrebender Firmen vollmundig betont. Von Start-ups als „die Hidden Champions und Dax-Konzerne von morgen“ war die Rede. Aber außer ein paar Highlights wie der Hightech-Agenda fehlt laut Verband eine klare Linie. Alle Hoffnungen ruhen jetzt auf der Startup- & Scaleup-Strategie, die Reiche für „bereits Mitte Mai 2025“ in Aussicht gestellt hat – doch die ist immer noch nicht fertig.

Eigentlich hatten sich SPD und Union darauf verständigt, die Konditionen für Risikokapital zu erleichtern. Aber entscheidende Projekte stocken. Pausder spricht eine deutliche Warnung aus: Sollte die WIN-Initiative nicht „hohe Priorität“ erhalten, droht die Regierung ihr selbst gestecktes Ziel krachend zu verpassen. Das Ziel: bis 2030 etwa 25 Milliarden Euro von großen Investoren für junge Firmen lockerzumachen.

Risikokapital: Deutschland abgeschlagen

Und es gibt noch mehr gebrochene Versprechen. Eine Firma in nur 24 Stunden komplett digital gründen? Darauf warten die Leute in der Szene bis heute. Auch beim Thema Bürokratieabbau ist laut Verband noch eine Menge Luft nach oben.

Wie dramatisch die Lage ist, zeigen die Zahlen: Pro Kopf fließen in Deutschland gerade mal 90 Euro an Risikokapital in Start-ups. In den USA? Unglaubliche 510 Euro – fast das Sechsfache! Die Konsequenz ist bitter: Für die richtig großen Finanzspritzen müssen deutsche Gründer oft bei US-Geldgebern anklopfen. Selbst Top-Unternehmen wie Biontech aus Mainz gehen lieber gleich an die Börsen in den USA. Ein Hauptproblem dafür: Große Investoren wie Versicherungen halten sich wegen strikter Vorschriften zurück.

(red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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