Gegen Widerstände beschließt die Bundesregierung einen Spritpreisdeckel. Der Verband der Hersteller ist wenig begeistert und warnt vor dem schlimmsten Fall.
Regierung beschließt EntlastungBranche warnt: „Kann Versorgungssicherheit gefährden“

Copyright: Robert Michael/dpa
Blick auf Zapfsäulen für Benzin und Diesel an einer Tankstelle. (Symbolbild)
Die deutsche Mineralölindustrie zeigt sich gesprächsbereit über den von der Bundesregierung geplanten Spritpreisdeckel.
Das Gesprächsangebot nehme man an, sagte der Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie, Christian Küchen, der „Welt am Sonntag“. Die ab Januar geplante Regulierung mit staatlich festgelegten Höchstpreisen für Benzin und Diesel sieht die Branche aber mit Sorge.
„Das gefährdet im schlimmsten Fall die Versorgungssicherheit“
„Anders als in den überschaubaren Märkten Belgien und Luxemburg, die als Vorbild genannt werden, wäre eine staatliche Preisregulierung im deutschen Markt mit seinen 14.000 Tankstellen hochkomplex und mit erheblicher zusätzlicher Bürokratie verbunden“, argumentierte Küchen. „Wenn ein Preisdeckel zu niedrig gesetzt wird, gefährdet das im schlimmsten Fall die Versorgungssicherheit.“
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte noch vor wenigen Tagen gesagt, sie halte einen Spritpreisdeckel für den falschen Weg. Ein solcher Deckel schwäche die mittelständischen Raffinerien. Ein Deckel sei bereits in anderen EU-Mitgliedsstaaten gescheitert.
Am Freitagabend beschloss die Bundesregierung jedoch, frühestmöglich einen vorübergehenden Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens einführen zu wollen, spätestens zum 1. Januar 2027. (dpa)
