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Millionen ohne AbschlussNeuer Bericht: Fast jeder Fünfte zwischen 20 und 34 ist ungelernt.

Agentur für Arbeit

Copyright: Martin Schutt/dpa

Viele junge Erwachsene haben keinen Berufsabschluss und damit schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Millionen Junge ohne Abschluss, tausende Lehrstellen frei

Es sind Zahlen, die aufhorchen lassen: In Deutschland haben rund 2,76 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss. Das geht aus dem jährlichen Berufsbildungsbericht hervor, der jetzt im Bundeskabinett vorgestellt wurde. Damit gelten sie als „ungelernt“, haben also weder eine Berufsausbildung noch ein Studium abgeschlossen.

Die sogenannte Ungelerntenquote in dieser Altersgruppe lag demnach 2024 bei 18,8 Prozent. Das ist zwar ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (19 Prozent), doch die absolute Zahl bleibt erschreckend hoch.

Besonders betroffen: Junge Menschen mit Migrationshintergrund

Ein genauerer Blick in den Bericht zeigt: Ein großer Teil der Betroffenen hat eine Einwanderungsgeschichte. Rund 1,68 Millionen der Ungelernten ohne Abschluss gehören dieser Gruppe an.

Dabei gibt es deutliche Unterschiede. Während die Quote bei Nachkommen von Eingewanderten bei 21 Prozent liegt, ist sie bei selbst Eingewanderten mit 38,8 Prozent fast doppelt so hoch.

Paradox auf dem Ausbildungsmarkt: Tausende Stellen unbesetzt

Gleichzeitig zeigt sich auf dem Ausbildungsmarkt eine widersprüchliche Entwicklung, die auch für Köln und die Region von großer Bedeutung ist. Obwohl viele junge Menschen eine Lehrstelle suchen, bleiben tausende Plätze frei.

Zum Stichtag am 30. September 2025 sank die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 10.300 auf 476.000. Auch das Angebot an Ausbildungsplätzen ging um 25.300 auf 530.300 zurück. Der „Wie bitte?!“-Moment: Trotzdem waren rund 54.400 Stellen unbesetzt (15.000 weniger als im Vorjahr), während 39.900 Bewerberinnen und Bewerber keinen Ausbildungsplatz fanden – 28 Prozent mehr als im Vorjahr.

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) bringt das Problem auf den Punkt: „Das Angebot geht zurück, das Interesse steigt – und dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt, weil es an der Passung fehlt.“ Regionale Unterschiede und eine ungleiche Verteilung bei den Ausbildungsberufen verschärfen die Lage zusätzlich.

Die Zahlen zeigen ein strukturelles Problem auf dem deutschen Arbeits- und Ausbildungsmarkt, das auch die Wirtschaft in NRW vor große Herausforderungen stellt. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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