Rassismus & Co.: Diskriminierung erreicht neuen Höchststand
Neuer Schock-BerichtZahl der Diskriminierungsfälle auf traurigem Rekordhoch

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Wer sich zum Beispiel bei der Arbeit, in Geschäften oder auf Wohnungssuche benachteiligt fühlt, kann sich an die Antidiskriminierungsstelle wenden. (Symbolbild)
Ein neuer Höchststand, der schockiert: Die Antidiskriminierungsstelle auf Bundesebene zieht für das Jahr 2025 eine alarmierende Bilanz. Exakt 13.067 Personen haben sich an die Beratungsstelle gewendet. Sie fühlten sich wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihres Geschlechts, ihres Alters oder anderer persönlicher Eigenschaften ungerecht behandelt. Das ist eine Steigerung von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – ein trauriger Rekord.
Besonders bitter: Rassismus war der häufigste Grund für die Hilferufe. Allein 4.571 Meldungen, was 43 Prozent sämtlicher Anfragen entspricht, fielen in diesen Bereich. Ferda Ataman, die Antidiskriminierungsbeauftragte, schlägt Alarm: „Rassistische Einstellungen verfestigen sich und führen zu deutlich heftiger erlebter Diskriminierung.“
Rassismus im Alltag schadet der ganzen Gesellschaft
Damit sind nicht nur verbale Attacken gemeint, sondern handfeste Nachteile im täglichen Leben. Egal ob bei der Jobsuche, der Wohnungssuche oder im Gesundheitssektor – die Ausgrenzung ist spürbar. Ataman macht klar, dass dies nicht allein die Betroffenen verletzt, sondern auch der Wirtschaft und der gesamten Gesellschaft schadet.
Auch Menschen mit Handicap stark betroffen
Aber nicht nur Rassismus ist ein massives Problem. In 3.015 Fällen (27 Prozent) ging es um Benachteiligung aufgrund einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung. Weitere 2.407 Anfragen (etwa 22 Prozent) hatten mit Diskriminierung wegen des Geschlechts zu tun.
Besonders erschütternd ist, wo die Ungleichbehandlung am häufigsten passiert: in der Arbeitswelt. Mit 3.600 Anfragen liegt dieser Bereich an der traurigen Spitze. Die Palette reicht von unfairen Jobausschreibungen bis hin zu grundlosen Absagen. An zweiter Position folgen Nachteile im Alltagsleben, zum Beispiel beim Shoppen oder auf der Suche nach einer Wohnung.
So könnt ihr euch gegen Diskriminierung wehren
Wer sich unfair behandelt fühlt, ist aber nicht machtlos. Die Antidiskriminierungsstelle bietet Hilfe bei Verstößen gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das seit 2006 gilt. Dieses Gesetz ermöglicht es, zivilrechtlich zu klagen, beispielsweise auf eine Entschädigungszahlung. Ein wichtiger Haken: Auseinandersetzungen mit staatlichen Behörden deckt das AGG leider nicht ab.
Die Bundesregierung hat zwar Anfang Mai eine AGG-Reform angestoßen. Der zentrale Punkt ist eine verlängerte Frist: Betroffene sollen künftig vier Monate statt bisher zwei Monate Zeit bekommen, um ihre Ansprüche durchzusetzen. Für die Beauftragte Ataman greift diese Gesetzesänderung aber deutlich zu kurz. (dpa/red)
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