Ein führender Wirtschaftsexperte zeichnet ein düsteres Bild für VW. Droht dem deutschen Automobil-Giganten nun die Aufspaltung oder sogar ein Verkauf?
Schock-Prognose für VWKauft ein China-Konzern jetzt unseren Auto-Giganten?

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VW-Emblem an einem Auto.
Diese Aussage ist brisant: Moritz Schularick, einer von Deutschlands renommiertesten Wirtschaftswissenschaftlern, formuliert eine Befürchtung: „VW wird wahrscheinlich von einem chinesischen Autohersteller aufgekauft. Etwa von BYD.“ Eine alarmierende Nachricht, die das Aus für ein deutsches Symbol bedeuten könnte. Stellt sich die Frage: Wie realistisch ist diese finstere Prognose?
Die Indizien für eine ernste Notlage sind deutlich. Spekulationen über die Streichung von bis zu 100.000 von global 657.000 Arbeitsplätzen machen die Runde. Im Gespräch ist sogar das Aus für vier Standorte in Deutschland: Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm. Zugleich veräußert das Unternehmen alles Mögliche: den Motorenhersteller Everllence, das Design-Studio Italdesign sowie die IT-Firma MHP. Das berichtet „Focus“.
Auch China sorgt für Probleme
Der Ursprung der Probleme befindet sich, wie häufig, in China. Nahezu 40 Jahre dominierte VW dort den Markt als unbestrittener Spitzenreiter. Diese Ära ist jedoch zu Ende. Lieferte der Konzern im Jahr 2019 noch 4,23 Millionen Fahrzeuge in China aus, sank die Zahl bis 2025 auf lediglich 2,69 Millionen. Das ist ein Rückgang von über einem Drittel.
China hat sich nicht bloß den Heimatmarkt wiedergeholt, sondern strebt nun mit voller Kraft auf die globalen Märkte. Für VW ist die Bedrohung enorm: Die Ereignisse in China könnten sich jetzt weltweit wiederholen. Die Ursache dafür: Bei den maßgeblichen Technologien der Zukunft wie Akkus, Software und künstlicher Intelligenz sind die Chinesen führend, wohingegen VWs eigenes milliardenschweres Software-Vorhaben CARIAD fehlschlug.
Entpuppt sich die Hilfe vom Rivalen als Falle?
Der Kurs von VW wurde grundlegend verändert: Anstatt eigener Entwicklung wird nun zugekauft. In den Vereinigten Staaten steckt VW bis zu 5,8 Milliarden US-Dollar in die Partnerschaft mit Rivian, während in China eine Zusammenarbeit mit Xpeng besteht. Allerdings hat diese Vorgehensweise einen entscheidenden Nachteil: Wer seine Schlüsseltechnologie extern bezieht, verliert den eigenen Wettbewerbsvorteil.
Nun ist geplant, die in China konzipierte Technik auch nach Europa zu bringen, damit die deutschen Fabriken ausgelastet sind. Das könnte sich jedoch als eine Falle entpuppen. Sobald die Kundschaft bemerkt, dass ein VW die identische Technologie wie ein preiswerterer Xpeng enthält, greifen sie womöglich direkt zum Ursprungsmodell. Damit würde VW den Weg für seinen eigenen Wettbewerber ebnen.
Aufspaltung, Verkauf oder Rückkehr?
Was heißt das nun für die weitere Entwicklung? Fachleute erkennen drei denkbare Verläufe. Erstens: Volkswagen verwendet die Kooperationen zum Lernen, um schlussendlich wieder selbstständig zu sein – ähnlich wie China es früher vom Westen abschaute. Dies wäre die optimale Lösung.
Der zweite Verlauf wäre `der vollständige Kauf durch ein chinesisches Unternehmen wie BYD. Damit würden die Chinesen mit einem Mal eine globale Marke sowie den Markteintritt in Europa erhalten. Die Schwierigkeit dabei: Der amerikanische Markt ginge dadurch umgehend verloren, weil die USA chinesische Autotechnik verbieten.
Die dritte und womöglich plausibelste Möglichkeit ist die Aufteilung. Der Konzern könnte sich entlang seiner Tech-Partner aufspalten: in einen China-VW mit der Technologie von Xpeng und einen US-VW mit der Technik von Rivian. Die geplante Umstrukturierung in eine Holding, welche die einzelnen Marken dem unmittelbaren Einfluss von Politik sowie Betriebsrat entzieht, könnte hierfür den Anfang machen.
Am Ende steht VW vor einer brutalen Wahl: Entweder der Konzern erfindet sich komplett neu, oder er wird verkauft – am Stück oder in Einzelteilen. (red)
