Für die einen ein Ruhestand in finanzieller Sicherheit, für die anderen reicht's kaum zum Leben. Die Renten-Lücke zwischen Beamten und Angestellten ist riesig – und sie wird größer.
Rentenvergleich in DeutschlandWarum Beamte im Alter absahnen und andere leer ausgehen

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Ein Rentenvergleich zwischen Beamten und Angestellten deckt die Wahrheit auf
Die Faktenlage ist für Millionen Deutsche ein echter Hammer. Viele Rentenempfänger müssen sich finanziell stark einschränken, während es für pensionierte Staatsdiener meist sehr gut aussieht. Die Differenz ist enorm: 2024 belief sich die durchschnittliche Bruttorente für Neurentner auf lediglich 1.296 Euro monatlich.
Bei den Staatsdienern zeichnet sich ein komplett anderes Bild. Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge beliefen sich die durchschnittlichen Ruhebezüge für Beamte im Januar 2025 auf stolze 3.416 Euro brutto. Ein Jahr zuvor, im Januar 2024, waren es noch 3.240 Euro. Entscheidend für die Summe ist aber die Karriere und somit oft der einstige Dienstgrad – wer eine höhere Position innehatte, kassiert häufig spürbar mehr. Das berichtet „Business Punk - Work hard. Play hard.“.
Frauen im Alter benachteiligt: Die Gender-Lücke bei der Rente
Eine weitere schmerzliche Realität ist die Kluft zwischen Männern und Frauen. Weibliche Ruheständler bekommen im Durchschnitt weniger Geld, was für Pensionen und Renten gleichermaßen zutrifft. Bei pensionierten Beamten bewegten sich die durchschnittlichen Bezüge von Männern im Januar 2025 zwischen 3.173 und 3.878 Euro, während Frauen erheblich weniger erhielten. Ursachen hierfür sind häufig geringere Dienstjahre, familienbedingte Pausen und eine höhere Teilzeitquote. Ein ähnliches Muster zeigt sich bei den Rentnerinnen: Männer erhielten 2024 durchschnittlich 1.519 Euro, Frauen hingegen nur 1.045 Euro.
Zwei Welten: Darum ist die Kluft so gewaltig
Doch was ist der Grund für diese extreme Ungerechtigkeit? Die Erklärung findet sich im System selbst. Für Angestellte beträgt das Rentenniveau 48 Prozent des Durchschnittsverdienstes, wenn sie 45 Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Die reale Rente richtet sich nach den Entgeltpunkten, die man im Berufsleben ansammelt. Im Gegensatz dazu bekommen Beamte für jedes Dienstjahr circa 1,794 Prozent ihrer letzten pensionsfähigen Einkünfte. Der maximale Satz von 71,75 Prozent wird normalerweise nach rund 40 Dienstjahren erreicht.
Die Bezahlung dieser Leistungen kommt aus völlig verschiedenen Quellen. Angestellte zahlen in die Rentenkasse ein, die Pensionen hingegen werden unmittelbar aus Steuergeldern finanziert. Das kommt den Staat teuer zu stehen. Im Jahr 2024 wurden circa 56,9 Milliarden Euro an Pensionszahlungen aufgewendet, zusätzlich 9,0 Milliarden Euro für die Versorgung von Hinterbliebenen. In Summe macht das ungefähr 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland aus.
Ein heißes Eisen, das keiner anpackt
Diese Altersversorgung in zwei Klassen birgt enorme politische Brisanz, aber kaum ein Politiker wagt sich an dieses Thema. Es wird permanent über Reformen der Rente geredet, doch das System für Beamte wird nicht angetastet. Eine Anpassung wäre extrem kostspielig und ist politisch schwer umzusetzen, auch weil der Staat den Status als Beamter braucht, um für qualifizierte Leute attraktiv zu bleiben.
Für gewöhnliche Angestellte heißt das: Wer im Ruhestand mehr als nur das Minimum zum Leben haben möchte, muss die Initiative ergreifen. Die Kluft zwischen Pension und Rente schließt sich nicht von selbst. Fachleute empfehlen deshalb, rechtzeitig privat Vorkehrungen zu treffen, zum Beispiel durch Anlagen in ETFs oder den Kauf von Immobilien, statt sich nur auf die staatlichen Leistungen zu verlassen. Der demografische Wandel, mit einer steigenden Zahl an Rentnern bei weniger Einzahlern, macht die Situation noch kritischer. (red)
