1

Zoff um Kollege KIWüst nutzt die Technik, andere Minister weigern sich strikt

Hendrik Wüst bei Rede im Landtag

Copyright: Henning Kaiser/dpa

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bei einer Rede im Landtag (Archivfoto)

Die NRW-Regierung gibt den Einsatz von KI zu. Doch während Wüst sie als Hilfe nutzt, stellen sich andere Minister quer.

Kommen Politiker-Ansprachen jetzt aus der Maschine? Nach der ganzen Aufregung um die CDU-Parteikollegen ist es nun offiziell: Künstliche Intelligenz wird ebenfalls in der NRW-Regierung verwendet. Die Frage ist nur: Wie stark verlassen sich Ministerpräsident Wüst und seine Minister darauf?

Seit Tagen erhitzt das Thema die Gemüter. Zuerst stand Thüringens Regierungschef Mario Voigt (CDU) in der Schusslinie, da Abschnitte seiner Ansprachen angeblich von einer KI verfasst wurden. Kürzlich gab es auch Anschuldigungen gegen Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU), dass er seine Texte überwiegend durch Künstliche Intelligenz erstellen ließ.

Eine dpa-Erhebung macht es nun deutlich: Auch in Nordrhein-Westfalen hat Künstliche Intelligenz längst in der Politik Einzug gehalten. Die Regierungszentrale sowie zahlreiche Ressorts setzen die Technologie ein – jedoch, so wird unterstrichen, lediglich zur Hilfestellung.

Wüst-Zentrale: „Kein eigenständiges Erstellen fertiger Reden“

Die Regierungszentrale von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) teilt unmissverständlich mit: „Künstliche Intelligenz wird dabei nicht zur eigenständigen Erstellung fertiger Reden oder Beiträge eingesetzt.“ Es wird betont, dass die Manuskripte auf Basis der Zuarbeit des Personals verfasst werden.

Jedoch kämen KI-Tools als Hilfe zum Einsatz, „etwa für Recherchen, die Zusammenfassung von Informationen oder die Strukturierung von Themen.“ Entscheidend sei: „Eine menschliche Sichtung und Prüfung ist stets erforderlich.“ Man übernehme Daten und Quellenmaterial nicht ohne Kontrolle. In ähnlicher Weise gaben auch die Ressorts für Wirtschaft, Finanzen, Familie, Wissenschaft, Schule und Bau Auskunft.

Klare Absage: Diese Minister wollen keine KI

Aber es existieren im Landeskabinett ebenso deutliche Gegner von KI. Ein Vertreter des Gesundheitsressorts macht deutlich: „Herr Minister Laumann nutzt bislang keine KI für das Erstellen von Reden, Grußworten, Gastbeiträgen etc.“

Ebenso wenig angetan ist Oliver Krischer (Grüne). Aus seinem Ressort verlautet: „Oliver Krischer redet frei. Er orientiert sich dabei an Zahlen und Hintergründen, die die Fachabteilung stichpunktartig aufschreibt. Oft bezieht er auch persönliche Erfahrungen ein, die die KI nicht kennen kann.“ Auch die Ministerien für Landwirtschaft und Inneres teilten mit, dass sie auf den Einsatz von KI-Werkzeugen verzichten.

Insider packt aus: „Gehört seit drei Jahren zum Standard“

Den Politik- und Kommunikationsfachmann Martin Fuchs erstaunt dies alles nicht. Der Moment, der aufhorchen lässt: „Auch wenn Ministerien nicht gerne darüber sprechen, KI gehört seit gut drei Jahren zum Standard in der Regierungskommunikation auch auf Landesebene.“

Er fände es positiv, sollte die politische Kommunikation auf diese Weise an Effizienz gewinnen. Der Fachmann bemängelt aber zugleich die Handhabung der Technologie: „Was ich leider seit Jahren vermisse und immer wieder kritisiere, wie teilweise blauäugig mit der Technologie gearbeitet wird und wie wenig transparent der Einsatz proaktiv kommuniziert wird.“

Sein Appell ist unmissverständlich: „Sobald KI eingesetzt wird, muss das zwingend transparent gemacht werden.“ Für die Gesellschaft seien Politiker und Politikerinnen dabei bedeutende Vorbilder. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Gemeinsames Terrorismusabwehrzentrums (GTAZ)
Angst vor Putin-Attacken
Neues Zentrum soll Deutschland vor hybriden Bedrohungen schützen