CSU-Chef bei Lanz Söder widerspricht Laschet und macht Druck auf Impfverweigerer

Im Studio von Markus Lanz sitzen Manager Herbert Diess, Bauingenieurin Lamia Messari-Becker und Autor Frank Schätzing (v.l.). Markus Söder ist zugeschaltet.

Markus Söder (zugeschaltet) war am Mittwoch (28. Juli 2021) zusammen mit (von links) Herbert Diess, Lamia Messari-Becker und Frank Schätzing bei Markus Lanz (mit dem Rücken zur Kamera) zugeschaltet. 

In der ZDF-Sendung „Markus Lanz” spricht CSU-Chef Markus Söder über eine Testpflicht für Reiserückkehrer und den Umgang mit Menschen, die die Corona-Impfung verweigern.

Berlin. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) macht weiter Druck für eine Corona-Testpflicht bei Urlaubsrückkehrern. Er dränge sehr darauf, dass man es jetzt mache, sagte Söder am Mittwochabend (28. Juli) in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Die Delta-Variante breite sich weiter aus, man müsse sich auf den Herbst vorbereiten.

Söder hatte bereits am Dienstagabend (27. Juli) mit Blick auf eine erweiterte Testpflicht den 1. August als Datum genannt und sich auf eine Zusicherung des Bundes berufen. Die Bundesregierung ließ am Mittwoch  aber den Starttermin noch offen.

Markus Söder zu Gast bei „Markus Lanz“

Söder mahnte auch eine massive Erhöhung des Impftempos an. Vollgeimpfte sollten – auch aus verfassungsrechtlichen Gründen – maximale Freiheiten erhalten, so könnten Anreize zum Impfen gesetzt werden.

Andererseits müssten jene, die sich nicht impfen lassen wollten, Tests auf Dauer auch selbst bezahlen. Es handele sich nicht um eine Impfpflicht durch die Hintertür, sondern um Eigenverantwortung.

Bei „Lanz“: Söder macht Druck auf Impfverweigerer

„Wer partout nicht will, und das respektiere ich, aber der muss dann auch die Konsequenz und die Verantwortung dafür übernehmen“, sagte der CSU-Chef. Eine Entscheidung, ab wann und wie, sollte vor der Bundestagswahl getroffen werden.

Das hänge auch damit zusammen, wann man definitiv sagen könne, jeder habe die Möglichkeit gehabt, ein Impfangebot zu bekommen. Auf die Frage, ab wann das Bezahlen von Tests gelten könnte, antwortete Söder: „Ab Oktober auf jeden Fall.“

Impfverweigerer: Söder sieht's anders als Laschet

Kurios: Als Lanz den Bayern auf die Haltung seines Unions-Kollegen und Kanzlerkandidaten zu dem Thema hinweist, gerät Söder ins Stocken.

Armin Laschet sieht das diametral anders als Sie”, stellt der Gastgeber fest. Daraufhin folgt bei Söder eine Denkpause. „Nein, glaube ich nicht”, sagt Söder schließlich etwas überrumpelt.

Laschet hatte sich zuletzt vehement gegen eine Benachteiligung Ungeimpfter ausgesprochen. „Ich halte nichts von Impfpflicht und halte auch nichts davon, auf Menschen indirekt Druck zu machen, dass sie sich impfen lassen sollen”, sagte der CDU-Vorsitzende im ZDF-Sommerinterview am Sonntag (25. Juli).

Söder bei „Lanz“: Mehr Tempo beim Impfen

Für Bayern sprach Söder von einem „Strömungsabriss“ beim Impfen. Es gehe nur noch zäh voran. Ihn ärgere, dass genug Impfstoff da sei, um in 80 bis 90 Tagen alle ab 12 Jahren zu impfen. Dann wäre man damit im Herbst durch.

Mit Blick auf die Debatte über die Bedeutung des Inzidenzwertes für Corona-Maßnahmen sagte Bayerns Ministerpräsident, die Inzidenz werde man sicher weiter brauchen. Wichtig sei aber auch die Frage, wann eine Überlastung des Gesundheitssystems drohe, wenn mehr als die Hälfte der Bevölkerung geimpft sei.

Neben Söder waren am Mittwoch VW-Chef Herbert Diess, die Stadtentwicklungs-Expertin Lamia Messari-Becker und Bestseller Autor Frank Schätzing („Der Schwarm”) zu Gast bei „Markus Lanz”. (dpa, pvr)

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