+++ EILMELDUNG +++ DFB-Comeback perfekt Toni Kroos spielt bei der EM für Deutschland

+++ EILMELDUNG +++ DFB-Comeback perfekt Toni Kroos spielt bei der EM für Deutschland

Scharfe Kritik an Lindner-HochzeitEx-Bischöfin entsetzt – „das ist empörend“

Ex-Bischöfin Margot Käßmann übt scharfe Kritik an der Hochzeit von Christian Lindner und Franca Lehfeldt. Die Trauung in der evangelischen Kirche auf Sylt habe „Promi-Bonus-Geschmäckle“.

von Jan Voß (jv)

Die Hochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner und RTL-Reporterin Franca Lehfeldt sorgt weiter für viel Aufsehen. Prominenz, die im Privatjet nach Sylt zur Trauung reist, tagelange Feiern und ein Großaufgebot von Polizei und Einsatzkräften. Doch es wird immer schärfere Kritik laut. Auch Ex-Bischöfin Margot Käßmann zeigt sich entsetzt und findet klare Worte.

„Promi-Bonus-Geschmäckle“ hat die Trauung von Christian Lindner und Franca Lehfeldt, findet die Theologin Margot Käßmann. Sowohl mit dem Brautpaar als auch mit der Kirche geht sie hart ins Gericht.

Käßmann: Hochzeit von Lindner und Lehfeldt hat „Promi-Bonus-Geschmäckle“

Käßmann hat sich bei „Bild“ mit einer bissigen Kolumne zu Wort gemeldet. „Lindner und Lehfeldt – die Glamourhochzeit des Jahres. Wow, da darf es an nichts fehlen! Sylt, viel Prominenz, Champagner – und eine Kirche. Wofür die Kirche inhaltlich steht, ist dabei offenbar egal. Das ist empörend, denn es hat ein Promi-Bonus-Geschmäckle.“

Alles zum Thema Christian Lindner

1
/
4

Die frühere Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland warnte davor, dass die christlichen Gotteshäuser durch Trauungen von nichtreligiösen Paaren zu „billigen Eventlocations“ verkommen.

Sowohl Lindner als auch Lehfeldt sind bereits vor Jahren aus der Katholischen beziehungsweise Evangelischen Kirche ausgetreten, bezeichnen sich als „liberale Freigeister“ und verstehen sich ausdrücklich nicht als Christen.

Margot Käßmann irritiert: „Worüber hat der Mann geredet in St. Severin?“

Für Käßmann ist es völlig unverständlich, warum ein solches Paar, das bewusst aus der Kirche ausgetreten ist und dies sogar öffentlich so kommuniziert hätten, sich dennoch kirchlich trauen lässt.

Die Theologin störte sich zudem daran, dass statt einer Predigt eine philosophische Rede vorgetragen wurde, von keinem Geringeren als dem Philosophen Peter Sloterdijk, der einmal erklärt hatte: „Das Christentum ist ein gescheitertes Projekt“.

Margot Käßmann fragt: „Worüber hat der Mann geredet in St. Severin? Über die Liebe Gottes?“

Käßmann: Kirche verkommt bei Hochzeit von Lindner und Lehfeldt zur „Kulisse“

Die Ex-Bischöfin kommt zu dem Schluss, dass es Christian Lindner und Franca Lehfeldt überhaupt nicht um den christlichen Inhalt, sondern um die „Kulisse“ der Kirche gegangen sei. Für eine solche Trauung sollte sich die Kirche nicht hergeben, findet Käßmann.

Die hannoverische Regionalbischöfin Petra Bahr reagiert unterdessen mit Kritik auf die Kolumne von Margot Käßmann. Käßmann urteile über die Motive es eines Paares, obgleich sie beim vorbereitenden Traugespräch nicht dabei gewesen ist. Bahr nannte Käßmanns Kritik „unevangelisch“.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt der externen Plattform Twitter, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte der externen Plattform Twitter angezeigt werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Grundsätzlich könne man allerdings mit guten Gründen darüber streiten, wie mit einem solchen Fall umzugehen sei, führte Bahr auf Twitter aus.

Christian Lindner und Franca Lehfeldt hatten am Samstag in der evangelischen Kirche St. Severin in Keitum auf der Insel Sylt geheiratet. Der evangelische Bischof von Schleswig und Holstein, Gothart Magaard, hatte die kirchliche Trauung verteidigt.

Zwar sehe die Lebensordnung der Nordkirche vor, dass bei einer Trauung mindestens ein Partner Mitglied sein solle. Ausnahmen lägen jedoch im Ermessen des Seelsorgers. „Es ist etwas Wunderbares, wenn sich zwei Menschen den Segen Gottes zusprechen lassen wollen“, betonte der Theologe im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst.