Heftiger Krach in der Synchron-Branche! Die deutsche Stimme von Jennifer Lopez boykottiert den Streaming-Riesen Netflix. Auslöser ist eine Vertragsklausel zur KI, die viele Künstler auf die Barrikaden treibt.
J.Lo-Stimme gegen Netflix„Ich bin doch kein Datenfutter!“
Deutschlands bekannteste Synchron-Profis, darunter die Sprecher von Tom Cruise und Renée Zellweger, haben bei einem Gipfel in München Alarm geschlagen. Wie die dpa meldet, sehen sie ihre Jobs durch Künstliche Intelligenz (KI) in Gefahr.
Der Aufruhr zielt vor allem auf Vertragspassagen bei Streaming-Diensten wie Netflix. Diese gestatten es laut dem Verband Deutscher Sprecher:innen (VDS), vorhandene Stimmaufnahmen für das Anlernen von KI-Systemen zu verwenden. Zahlreiche Künstler verweigern die Unterschrift.
„Ich unterstütze das nicht“
Eine, die eine klare Linie zieht, ist Natascha Geisler. Sie ist bekannt als deutsche Stimme von Jennifer Lopez und hat wegen der neuen Netflix-Klauseln einen Job abgesagt. „Ich bin nicht bereit, das Training einer Künstlichen Intelligenz zu unterstützen“, erklärte sie der Deutschen Presse-Agentur.
Das Dilemma laut Geisler: „Bei den neuen Netflix-Verträgen gibt es in diesem Punkt keine Möglichkeit, das auszuschließen. Man muss sich mit dem Training einverstanden erklären, um engagiert zu werden“. Besonders perfide: Eine zusätzliche Bezahlung für das KI-Training sei in den Verträgen nicht festgeschrieben.
„Mein Berufsstand soll nicht abgeschafft werden“
Die KI soll so lernen, Emotionen stimmlich nachzubilden. Für Geisler ist das undenkbar: „Ich bin aber weder Datenfutter noch werde ich dazu beitragen, dass mein Berufsstand in irgendeiner Form abgeschafft werden kann.“
Der Verband Deutscher Sprecher:innen, der das Treffen mitorganisierte, verlangt daher eine gesetzliche Regulierung. Nur so könne man die unkontrollierte Stimmen-Nutzung unterbinden und die Qualität sichern.
Netflix: „Handeln im Einklang mit dem Recht“
Und der Streaming-Gigant? Eine Sprecherin teilte auf dpa-Anfrage mit, man halte sich an geltendes Recht. Sie verwies auf Abmachungen mit dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) vom vergangenen Sommer, die den Schutz der Sprechenden verbessern sollen.
Demnach darf eine per KI erzeugte Stimm-Kopie nur mit ausdrücklicher Einwilligung der betroffenen Person eingesetzt werden. Der aktuelle Zoff zeigt aber: Das Vertrauen der Künstler ist am Boden. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

