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Lichtblick für GründerTrotz Krisen fließen wieder Milliarden in deutsche Start-ups

Coworking

Copyright: Christian Charisius/dpa

An deutsche Start-ups fließt wieder mehr Geld von Investoren

Geldregen für Gründer! Doch die USA spielen in anderer Liga

Milliarden-Regen für deutsche Start-ups – doch es gibt einen gewaltigen Haken. Ein Hoffnungsschimmer für die Gründerszene, auch in Köln und der Region! Trotz der angespannten Lage fließen wieder Milliarden in deutsche Jungunternehmen. Doch der erste Eindruck täuscht, denn die Konkurrenz aus dem Ausland ist weit enteilt.

Das ist eine tolle Nachricht für alle, die mit einer pfiffigen Idee loslegen wollen: Im ersten Vierteljahr dieses Jahres haben deutsche Jungfirmen wieder mehr Kapital von Geldgebern erhalten. Laut Mitteilung der Förderbank KfW sind insgesamt 1,7 Milliarden Euro in aufstrebende Unternehmen geflossen. Das entspricht einem Zuwachs von sechs Prozent gegenüber dem ersten Vierteljahr 2025.

Das Spezielle daran ist: Die Finanzspritze verteilt sich auf viele. „Das Investitionsvolumen war dabei nicht von einzelnen Megadeals getrieben, sondern ergab sich aus einer stabilen Entwicklung in der Breite des Marktes“, so die Aussage der KfW. Eine positive Entwicklung für zahlreiche kleinere Gründer, auch hier bei uns in NRW.

Kapital aus dem Ausland: US-Geldgeber investieren kräftig

Ein wesentlicher Grund: Das Kapital stammt zunehmend aus dem Ausland. Mehr als drei Viertel der investierten Summe kam von internationalen Finanzgebern, insbesondere aus den Vereinigten Staaten. In den Quartalen zuvor lag dieser Anteil noch bei ungefähr zwei Dritteln.

„Das beständig hohe Interesse aus dem Ausland an deutschen Start-ups ist angesichts anhaltender handels- und geopolitischer Risiken nicht selbstverständlich“, erläutert KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. Dies belege das Vertrauen in den hiesigen Gründungsstandort.

KI-Hype als Motor: Beinahe eine Milliarde Euro für künstliche Intelligenz

Ein Bereich boomt besonders: die Künstliche Intelligenz (KI). Deutsche Jungfirmen mit KI-basierten Geschäftsmodellen sammelten allein im ersten Quartal bei 71 Finanzierungsrunden die enorme Summe von 967 Millionen Euro. Mit 58 Prozent macht das über die Hälfte des gesamten Geldes aus, das an Start-ups ging – ein deutlicher Zuwachs gegenüber dem Durchschnittswert von rund 43 Prozent aus dem Jahr 2025.

Die höchste Anzahl an Abschlüssen gab es jedoch im Gesundheitssektor (18 Prozent), knapp dahinter folgen Finanz-Start-ups mit etwas mehr als 15 Prozent.

Deutschland abgeschlagen: Die US-Konkurrenz spielt in einer anderen Liga

Aber jetzt kommt der Dämpfer: Im globalen Vergleich ist Deutschland nur ein Leichtgewicht. Während hierzulande knapp eine Milliarde in KI-Firmen investiert wurde, haben allein vier führende KI-Konzerne in den USA im gleichen Zeitraum zusammen 188 Milliarden Dollar erhalten. Ein „Wie bitte?!“-Moment, der die wahren Dimensionen aufzeigt. Auch im Vereinigten Königreich und in Frankreich wurden Milliardenbeträge in die KI-Branche gesteckt.

Ein zusätzliches Risiko stellen laut KfW steigende Zinsen dar, die es für Investoren komplizierter machen, frisches Kapital für neue Deals zu beschaffen. Die deutsche Gründerszene ist zwar gewachsen, doch für die wirklich großen Finanzierungsrunden sind Gründerinnen und Gründer oft von Kapital aus den USA abhängig. Laut Startup-Verband werden in Deutschland pro Kopf rechnerisch nur 90 Euro in Risikokapital gesteckt, während es in den USA mit 510 Euro beinahe das Sechsfache ist. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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