„Stück weit populistisch“ Lauterbach warnt vor Sorglosigkeit in Sachen Corona – Kritik an Bundesländern

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, bei einer Sitzung im Bundestag am 24. November 2022.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, hier am 24. November im Bundestag, warnt im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie vor zu viel Sorglosigkeit.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet für den Winter nach wie vor mit einer Corona-Welle. Und er warnt vor zu viel Sorglosigkeit.

Erwartet uns im Winter eine weitere Corona-Welle oder nicht? Für Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist die Sache klar: Es wird eine geben. Seine Warnung: Allzu sorglos sollten wir mit ihr nicht umgehen.

Es gebe zwar „Hinweise auf eine Entschärfung der Situation“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Bundestag. Das hänge damit zusammen, dass die Art der Virus-Weiterverbreitung in eine Sackgasse zu geraten scheine, indem nur noch geringe Veränderungen für das Virus möglich seien, noch ansteckender zu werden. Aber er appellierte auch: „Verlieren wir jetzt bitte nicht die Geduld.“

Lauterbach über Corona-Pandemie: Nicht im Stich lassen

Es gelte, die Feiertage und ältere und vorerkrankte Menschen abzusichern. Er bitte um Hilfe und Geduld. „Wir haben hier noch ein paar Monate, wo es schwerer sein wird. Dann können wir anders damit umgehen. Lassen Sie uns bitte jetzt nicht im Stich und auch nicht diejenigen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind.“ 

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Sollte die Bevölkerung achtsam sein, könnte eine Entspannung eintreten: „Wenn es jetzt keine Sprunginnovationen durch das Virus mehr gibt, dann sehen wir tatsächlich im nächsten Jahr Möglichkeiten, mit dem Virus ganz anders umzugehen.“

Lauterbach übt Kritik an einigen Bundesländern

Lauterbach warb erneut für eine Beibehaltung der Isolationspflicht für Infizierte – und kritisierte im Bayerischen Rundfunk Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen in einigen Bundesländern. „Jetzt gibt es hier einen Überbietungswettbewerb: Welches Land kann zuerst lockern?“, sagte Lauterbach. Das sei „ein Stück weit populistisch“. Zudem gefährde es diejenigen, die sich selbst nicht gut schützen könnten.

Er verstehe die Eile der Bundesländer bei den Lockerungen nicht, sagte er mit Blick auf Pläne von Bayern und Schleswig-Holstein, in wenigen Wochen die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr abzuschaffen.

Einer solchen „leichtsinnigen“ Entscheidung werde man sich nicht anschließen, betonte Lauterbach und verwies auf tausend Corona-Tote in einer Woche und eine unerwartet hohe Übersterblichkeit im Oktober. Der Minister will im Fernverkehr mindestens bis zum Auslaufen des Infektionsschutzgesetzes am 7. April an der Maskenpflicht festhalten. (dpa)

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