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„Meine Güte, Kevin Kühnert“ Andrij Melnyk wütet gegen SPD-Politiker – Online-Streit eskaliert

Der SPD-Politiker Kevin Kühnert schaut am 04. Februar 2018 auf sein Smartphone.

Der SPD-Politiker Kevin Kühnert schaut am 04. Februar 2018 auf sein Smartphone.

„Rage quit“ ist ein Wort aus der Jugendsprache und bedeutet soviel wie „aus Wut alles stehen und liegen lassen/einfach aufhören“. Und genau das hat der SPD-Generalsekretär am Montag (12. September) getan. Zuvor wurde er vom ukrainischen Botschafter scharf kritisiert.

Seit Montag ist der Twitter-Account von SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert nicht mehr aufrufbar – nun hat er seinen Ausstieg aus dem Kurzbotschaftendienst erklärt. Ein heftiger Streit mit dem ukrainischen Botschafter war dem vorangegangen. 

Die Diskussionskultur in dem Netzwerk führe zu „Fehlschlüssen und Irrtümern in politischen Entscheidungen“, sagte Kühnert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Montagabend. „Das scheint für meine politische Arbeit gerade nicht das richtige Medium zum Senden und Empfangen zu sein.“

Andrij Melnyk: „Nichts Persönliches, nur Business“

Er habe bei sich selbst festgestellt, dass er eine verzerrte Wahrnehmung von Wirklichkeit habe, wenn er zu viel Zeit bei Twitter verbringe, berichtet der ehemalige Jusos-Vorsitzende.

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In den vergangenen Monaten habe er seinen Account bei Twitter kaum mehr genutzt, sagte Kühnert. Er wundere sich über die Art und Weise, wie bei Twitter „Gesellschaft repräsentiert oder absolut gar nicht repräsentiert wird“. 

Zu seinem Parteichef Lars Klingbeil sagte Kühnert, die Entscheidung sei wahrscheinlich keine dauerhafte. Die heftigen Reaktionen auf sein ntv-Interview seien am Ende Stein des Anstoßes gewesen, sein Exit sei aber nicht als politisches Statement zu verstehen. Kühnert: „Das war mir jetzt einfach zu blöde am heutigen Tag“

Kurz vor Kühnerts Entscheidung war der SPD-Generalsekretär auf Twitter scharf vom ukrainischen Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, kritisiert worden für seine Absage an deutsche Panzerlieferungen an die Ukraine.

„Meine Güte, Kevin Kühnert“, hatte Melnyk geschrieben. „Diese katastrophale Verweigerungspolitik der SPD und der Ampel, die Ukraine ausgerechnet in diesem kritischen Moment militärisch im Stich zu lassen, wird verheerende Folgen für die Zukunft haben.“

In der Nacht zu Dienstag kommentierte Melnyk dann Kühnerts Twitter-Ausstieg mit einem neuen Tweet: „Donnerwetter“, schrieb der Botschafter - und fügte spöttisch hinzu: „Jetzt habe ich Angst, wieder was zu twittern.“

An Kühnert gerichtet schrieb er dann: „Nothing personal, just business“ („Nichts Persönliches, nur Business“). Die Ukraine werde weiterkämpfen – „mit oder ohne deutsche Waffen“. (afp/mg)

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