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„Halte das für gefährlich” Karl Lauterbach kritisiert Corona-Politik in Deutschland

Karl Lauterbach am 14. Juni 2021 im Studio-Dumont-Testzentrum in Köln.

Karl Lauterbach am 14. Juni 2021 im Studio-Dumont-Testzentrum in Köln.

Karl Lauterbach hat die Corona-Politik der Bundesregierung kritisiert. Insbesondere die steigenden Inzidenzen und die langfristigen Folgen bereiten dem Gesundheitsexperten Sorgen.

Köln. SPD-Gesundheitsguru Karl Lauterbach (58) kritisiert die Corona-Strategie der Bundesregierung. Trotz steigender Inzidenzen sei die Politik untätig. Dahinter stecke die Strategie, deutlich zu machen, dass steigende Inzidenzen nicht mehr zu höheren Todeszahlen führten.

Karl Lauterbach warnt vor Corona-Folgen

„Das halte ich aber für gefährlich“, sagte Lauterbach dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Untersuchungen haben gezeigt, dass 10 bis 15 Prozent der Erkrankten, auch wenn sie nicht schwer erkranken, unter Langzeitschäden leiden und vielleicht nicht wieder komplett genesen, weil Herz, Nieren, Lunge und Gehirn angegriffen wurden“.

Dieses Risiko bestehe auch bei Kindern und Jugendlichen. „Wir dürfen jetzt nicht riskieren, dass eine ganze Generation mit den Folgen von LongCovid zu kämpfen hat, wenn wir sehr hohe Inzidenzen zulassen“, so der Sozialdemokrat.

Corona: Lauterbach warnt vor Spätfolgen

Lauterbach setzt darauf, dass künftig mehr Kinder und Jugendliche geimpft werden. „Als Wissenschaftler hoffe ich, dass die Ständige Impfkommission ihre Position noch ändert und Impfungen für Kinder ab 12 Jahren empfiehlt“, sagte der Rheinländer.

Wenn Kinder und Jugendliche genauso wie immer noch viele Erwachsene nicht geimpft sind, könnten die Corona-Inzidenzen im Herbst wieder dreistellig werden, so die Befürchtung. Lauterbach sagte weiter, es sei „schwierig, wenn ein Teil der Politik jetzt wegen des beginnenden Bundestagswahlkampfs trotz steigender Fallzahlen schweigt und so tut, als ob man die Pandemie im Griff habe“.

Karl Lauterbach fordert strengere Corona-Regeln

Gerade die Urlaubsrückkehrer würden jetzt stark zur erneuten Verbreitung des Virus beitragen. In Hamburg seien das bereits 25 Prozent der Neuinfizierten. „Wir brauchen jetzt auch in NRW strenge Regeln für Urlaubsrückkehrer. Urlauber, auch wenn sie mit dem Auto unterwegs sind, müssen nach der Rückkehr getestet werden“, forderte Lauterbach. Die sei „unbequem, aber wichtig“. Eine schnelle Kontrolle des Impfausweises von Heimkehrern sei möglich.

Karl Lauterbach ist einer der prominentesten Experten für Gesundheitsthemen in Deutschland. Der Politiker äußert sich immer wieder in Talk-Shows wie „Markus Lanz” und Interviews. Lauterbachs Ansichten sind nicht immer populär. Dafür sieht sich der SPDler immer wieder auch Anfeindungen ausgesetzt. 

Für den Wahlkreis Leverkusen und Köln-Mülheim sitzt der Mediziner seit 2005 im Bundestag. (pvr mit ots)