Eklat in Videokonferenz Lauterbach macht sich über Essen von Kollegin lustig – „sie kann das wegstecken“

Karl Lauterbach soll eine Kollegin wegen eines „KitKat“-Riegels in einer Videokonferenz getadelt haben. Unser Foto zeigt Lauterbach Mitte Mai bei einer Pressekonferenz.

Karl Lauterbach soll eine Kollegin wegen eines „KitKat“-Riegels in einer Videokonferenz getadelt haben. Unser Foto zeigt Lauterbach Mitte Mai bei einer Pressekonferenz.

Karl Lauterbach (SPD) gilt auch als Gesundheitsminister als der Mahner der Nation, zuletzt soll er es mit der Ermahnung aber zu weit getrieben haben. Laut Medienbericht soll er eine Kollegin wegen einer Süßigkeit getadelt haben. Was ist da dran? 

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wird ja schon seit längerem nachgesagt, in Sachen Ernährung nicht der Umgänglichste zu sein. Er selbst verzichtet auf Fleisch und Salz, viele Sozialdemokraten sollen bereits über ihre ganz eigenen „Salzerlebnisse“ mit Lauterbach in Restaurants berichtet haben. 

Nun hieß es in einem Medienbericht, Lauterbach habe für einen wahren „KitKat“-Eklat gesorgt. Er soll eine Kollegin in einer Videokonferenz zurechtgewiesen haben. Was ist dran? Im Podcast von Micky Beisenherz sprach Lauterbach jetzt Klartext. 

Auweia: Weil Karl Lauterbach sah, wie seine Kollegin, Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard, einen Schokoriegel verspeiste, soll er sie angeblich zurechtgewiesen haben, hieß es.

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Er soll sie auf die umstrittenen Inhaltsstoffe hingewiesen haben, vor allem auf das enthaltene Palmöl. Die Senatorin habe genervt reagiert, auch andere Kolleginnen und Kollegen hätten sich das nicht bieten lassen.

Karl Lauterbach mit Schoko-Standpauke?

Eine Schoko-Standpauke vom Gesundheitsminister? Was ist da denn los? Im Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“ mit Micky Beisenherz sprach Karl Lauterbach am Freitag (3. Juni) über den Vorfall. „Es war eine Vorbesprechung und tatsächlich habe ich mich lustig gemacht“, erklärt Lauterbach auf Beisenherz Nachfrage.

„In erster Linie hat mich überrascht, dass der Riegel auf dem Markt ist, ich habe ihn seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen.“ Lauterbach schwelgte in Erinnerungen: „Ich fühlte mich an meine frühe Kindheit erinnert.“

Dann habe er sich tatsächlich über den Riegel ausgelassen. „Ich hab dann schon kommentiert, was drin ist. Aber das war alles humorvoll gemeint.“ Lauterbach gönne seiner Kollegin ihren „Stressabbauenden Riegel“. „Sie macht viel Sport und kann das wegstecken“, unkt der SPD-Minister. 

Karl Lauterbach zu Gast im Podcast von Micky Beisenherz

Aber der vermeintliche „KitKat“-Eklat war nicht das einzige Thema im Podcast. Was Lauterbach noch erzählte:

  • Über Corona: „Im Herbst werden wir leider wieder mehr Fälle haben. Wenn wir den Fehler machen wie im letzten Herbst, also wir testen nicht mehr, bauen die Impfzentren ab und besorgen keine Impfstoffe mehr, dann würden wir den Fehler wiederholen wie im letzten Jahr.“ Lauterbach verspricht: „Wir werden Impfzentren offen halten und für unterschiedliche Varianten Impfstoff haben. Wir werden einfach besser vorbereitet sein.“
  • Über den Omikron-Subtyp BA.5: „Es wird auf keinen Fall so sein, dass wir irgendwann wieder alles dicht machen müssen. Wir werden die Immunität wieder auffrischen müssen, vor allem die Zweifach-Geimpften brauchen einen Booster.“
  • Über den Klimawandel: „Ich glaube tatsächlich, dass der Klimawandel das wichtigste und größte Problem ist. Selbstverständlich ist die Corona-Krise furchtbar, selbstverständlich ist der Ukraine-Krieg eine Katastrophe, aber der Klimawandel wird noch ganz andere Herausforderungen mit sich bringen. Der Klimawandel wird Pandemien wie jetzt Corona noch viel wahrscheinlicher machen, wir werden noch weitere Pandemien sehen.“ Lauterbach erklärt den Grund dafür: „Die Artenvielfalt sinkt, die Tiere kommen näher an die Menschen heran, werden aus den Wäldern verdrängt. Es gibt Zehntausende Viren in der Tierwelt, die den Menschen befallen können. Wir werden immer mehr dieser zoonotischen Pandemien haben. Der Klimawandel ist eine Katastrophe, die in alle andere Bereiche hineinwirkt.“
  • Über „Fridays for Future“: Lauterbach lobt die Bewegung, aber: „Diese Kinder kommen zu spät. Es liegt an uns, die Veränderungen umzusetzen.“

Bereits am Donnerstagabend sagte Karl Lauterbach auch im ZDF-„heute journal“, Deutschland werde „auf jeden Fall über den 23.9. hinweg ein Infektionsschutzgesetz haben, was uns die Vorbereitungen gibt, die wir brauchen“. Am 23. September läuft die bisherige Rechtsgrundlage für die Schutzmaßnahmen aus.

Er zeigte sich zuversichtlich, den Koalitionspartner FDP von einer Verlängerung des Infektionsschutzgesetzes und der Maskenpflicht überzeugen zu können. „Ich glaube, dass wir da übereinkommen.“ (mg)

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