Masken gegen Ansteckung „Durch Ideologie motiviert“: Seitenhieb von Lauterbach gegen FDP?

Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, setzt sich für das Tragen von Masken ein. Und verpasst via Twitter Maskengegnern einen Seitenhieb. Das Foto entstand im Mai 2022.

Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, setzt sich für das Tragen von Masken ein. Und verpasst via Twitter Maskengegnern einen Seitenhieb. Das Foto entstand im Mai 2022.

Dass Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ein Befürworter von Masken im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist, ist sicherlich kein Geheimnis. Nun teilt er jedoch einen harten Seitenhieb bei dem Thema aus – sind damit Politiker der FDP gemeint?

Auch wenn die Maskenpflicht in den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens in Deutschland abgeschafft wurde, existiert sie noch. In Arztpraxen und in Bus und Bahn wird beispielsweise noch fast überall verpflichtend Maske getragen. Laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach sollte man sich jedoch nicht nur dort mit einer Maske vor einer Corona-Ansteckung schützen.

Via Twitter empfahl der Politiker, der auch Mediziner ist, das grundsätzliche Tragen von Masken, wenn es um Innenräume geht. Als Beleg dafür fügte er eine Studie an seinen Tweet an. Diese wurde von Prof. Dr. Christian Karagiannidis, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, geteilt. Sie stammt von „Proceedings of the National Academy of Sciences“ – einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift aus den USA. Für die Masken-Studie wurde eine riesige Fallzahl von 20 Millionen herangezogen.

Karl Lauterbach: Masken schützen in Innenräumen vor Ansteckung

Auf Twitter schrieb Lauterbach am Mittwoch, 1. Juni 2022, zur Studie: „Wer 2,5 Jahre nach Beginn der Pandemie noch bezweifelt, dass Masken im Innenraum schützen, ist in der Regel durch Ideologie motiviert. Ihn/Sie werden auch Studien mit 20 Mio. Teilnehmern nicht überzeugen. Trotzdem ist die Studie wichtig für unser Handeln, gerade im Herbst.“

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Nicht zu übersehen ist dabei der Seitenhieb auf Maskengegner, die nichts von einer Schutzwirkung wissen wollen. Ob Lauterbach auch diverse Politiker-Kolleginnen und -Kollegen der FDP aus dem Bundestag meint?

Schließlich hatte sich die FDP extrem dafür eingesetzt, die Maskenpflicht überall im Land zu beenden. Noch während des Winters 2021 hatten Justizminister Marco Buschmann und andere Parteimitglieder immer wieder verkündet, wann sie die Pandemie und die schützenden Maßnahmen für vulnerable Gruppen offiziell beenden wollen. Damals war Ende März 2022 geplant. Der Rest der Ampel beugte sich.

Am 4. April 2022 fiel beispielsweise die Maskenpflicht im Supermarkt. Obwohl die Infektionszahlen noch sehr hoch waren. Das geschah, weil das Infektionsschutzgesetz (IfSG) geändert wurde. Marco Buschmann verkaufte das als großen Erfolg.

Dafür hagelte und hagelt es bis heute harte Kritik von Menschen, die nun nicht mehr geschützt werden. Immunschwache, Schwangere, Alte und Kranke müssen selbst dafür sorgen, dass sie sich nicht beim Einkaufen anstecken.

Wird die Bundesregierung ab Herbst 2022 nun wieder vulnerable Gruppen schützen, weil davon auszugehen ist, dass die Coronazahlen in der kalten Jahreszeit ansteigen? Geht es nach Karl Lauterbach: ja. Zumindest hatte er derlei Planungen bereits angekündigt.

Doch schon jetzt beschwert sich die FDP über geplante Schutzmaßnahmen für das Jahresende. Ganz vorn mit dabei: FDP-Vize Wolfgang Kubicki. Statt Kinder in Schulen und Menschen beim Einkaufen zu schützen, führt der 70-Jährige als Begründung den eher fraglichen Freiheitsbegriff der FDP als Argument gegen Infektionsschutz an: „Einen weiteren Herbst und Winter wird es nicht geben, in denen wegen eines diffusen Datennebels Grundrechtsbeschränkungen vorgenommen werden“, so äußerte er sich beispielsweise kürzlich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

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