Die AfD-Chefin kritisiert die Krise der Autoindustrie und wirbt für eine Wirtschaftswende.
Zoff um Auto-KriseKölner Politiker knöpft sich AfD-Chefin Weidel vor

Copyright: Celine Frohnapfel/dpa
Alice Weidel ist Bundesvorsitzende und Fraktionsvorsitzende der AfD.
Aktualisiert:
Klare Kante gegen die AfD-Chefin: Karl Lauterbach hat Alice Weidel am Donnerstag (29. Oktober) scharf widersprochen. Weidel hatte die anhaltende Krise der deutschen Autoindustrie kritisiert. Dazu behauptete sie, eine echte Wirtschaftswende gebe es nur mit der AfD.
Als Beleg führte die Bundestagsvorsitzende der AfD die aktuellen miesen Zahlen von Volkswagen an. 5,82 Milliarden Euro Verlust im dritten Quartal, dazu 14,3 Prozent weniger verkaufte Fahrzeuge: So sieht die Bilanz des Konzerns aus.
Karl Lauterbach greift Alice Weidel frontal an
In ihrem Tweet auf der Plattform X legte Weidel nach. Fast 50.000 Stellen drohen bis 2030 abgebaut zu werden. Ihre Behauptung: Den Niedergang stoppen könne nur die AfD.
Das ließ der Wahl-Kölner nicht auf sich sitzen. Sein Gegenstatement fiel deutlich und unmissverständlich aus. Mit der AfD in einer Regierung, schrieb der ehemalige Bundesgesundheitsminister, „könnten wir allenfalls ein paar Verbrenner noch nach Russland und Belarus verkaufen“.
Massiv kaufe China bereits Elektroautos, so Lauterbach. Bald werde das weltweit der Fall sein. Sein Vorwurf an die AfD ist eindeutig: „Die AfD hat von Wirtschaft keine Ahnung.“
Lauterbachs Konter: E-Autos statt Verbrenner
Fehlende Kompetenz ist nicht der einzige Vorwurf des SPD-Politikers. Zugleich zeichnet er ein düsteres Szenario für den Export, falls sich die Linie der AfD durchsetzen sollte. Außer Russland und Belarus blieben dann kaum noch Absatzmärkte für klassische Verbrenner.
Damit stellt Lauterbach die Position der AfD frontal infrage. Die umstrittene Wahl-Schweizerin nutzt die aktuellen Schwierigkeiten der Branche aus, um für eine grundsätzliche wirtschaftspolitische Kehrtwende zu werben. Der 63-Jährige hält mit der globalen Verschiebung hin zur Elektromobilität dagegen. Die AfD fordert eine Abkehr von der bisherigen Transformationspolitik. Lauterbach dagegen setzt weiterhin darauf, sich an internationalen Trends und am Elektromarkt auszurichten.
Entscheidend sind für ihn zwei Faktoren: der chinesische Markt und die internationale Nachfrage nach E-Fahrzeugen. Nicht aber das Festhalten an Verbrennungsmotoren. (red)

