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Jens Spahn teilt aus„Ich bin schwul, nicht queer“

Jens Spahn (r) mit seinem Ehemann Daniel Funke beim Ball des Sports der Stiftung Deutsche Sporthilfe 2023.

Copyright: IMAGO/Nordphoto

Jens Spahn (r) mit seinem Ehemann Daniel Funke beim Ball des Sports der Stiftung Deutsche Sporthilfe 2023. (Archivbild)

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Ein neues Interview sorgt für mächtig Wirbel! Der CDU-Politiker rechnet mit hippen Begriffen ab. 

Er nimmt kein Blatt vor den Mund! Unionsfraktionschef Jens Spahn (45, CDU) hat in einem gemeinsamen Interview mit SPD-Fraktionschef Matthias Miersch (57) in der Wochenzeitung „Die Zeit“ eine klare Grenze gezogen. Wenn es um seine eigene Identität geht, wünscht sich der CDU-Mann eine Sprache ohne klinischen Beigeschmack.

Abrechnung mit Fachbegriffen

Spahn stellte unmissverständlich klar, dass er mit dem Wort „homosexuell“ rein gar nichts anfangen kann. Das ist für ihn kein neues Thema: Schon seinem Amtsvorgänger Volker Kauder (76, CDU) habe er damals eine deutliche Ansage gemacht: „Ich möchte von dir nie wieder homosexuell genannt werden.“

Warum der Widerstand gegen den gängigen Begriff? Für Spahn schwingt da zu viel Distanz mit. „Schwul“ sei das Wort seiner Wahl, während „homosexuell“ für ihn „furchtbar“ und vor allem „steril“ klinge. Unterstützung bekam er dabei von seinem SPD-Kollegen Miersch, der selbst schwul ist. Dieser pflichtete ihm bei: Der Begriff wirke „klinisch“, fast wie eine „technische Einordnung“.

Frontalangriff auf „queere“ Ideologie

Doch Spahn beließ es nicht bei der Wortwahl. Er attackierte auch den Begriff „queer“, der heute oft als Sammelbegriff für sexuelle Vielfalt genutzt wird. „Ich bin schwul, nicht queer“, betonte er trocken. Er sehe darin eine unnötige Verknüpfung mit politischer Ideologie.

Zwar bezeichnete sich Spahn im Privaten als „sehr liberal“, kritisierte jedoch die aktuelle Identitätspolitik scharf. Sein Vorwurf: Wenn alles nur noch eine Frage der Selbstdefinition sei – sogar das biologische Geschlecht –, dann stehe die gesamte Emanzipationsgeschichte auf dem Spiel.

Der Unions-Politiker befürchtet, dass durch diese Entwicklung hart erkämpfte Rechte, insbesondere für Frauen, wieder verschwinden könnten. Zum Ende des Gesprächs wurde es dann richtig brisant. Spahn stellte die provokante Frage in den Raum: „Wer sitzt eigentlich dann auf der Toilette – oder im Frauengefängnis?“

Spahn, der seit 2017 mit Daniel Funke (44) verheiratet ist, macht damit deutlich, dass er zwar offen lebt, sich aber nicht vor den Karren einer neuen Identitätspolitik spannen lassen will. (jag)

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