Israel & Libanon verhandeln, doch die Waffen schweigen nicht.
Droht die EskalationFast 3000 Tote seit März, Israel fordert Zivilisten zur Flucht auf

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Libanesische und israelische Unterhändler sprechen in Washington über eine Verlängerung der Waffenruhe und weitere Themen. Die Kämpfe dauern an. (Archivfoto)
In der US-Hauptstadt Washington wird erneut verhandelt, während im Nahen Osten die Waffen sprechen. Delegationen aus Israel und dem Libanon haben sich dort für weitere Gespräche getroffen. Diese Entwicklung bestätigen sowohl der Sender Al-Jazeera als auch die israelische Publikation „Haaretz“. Eine neue Verhandlungsrunde startete demnach bereits am Donnerstag.
Die Zeit rennt davon, denn eine Mitte April ausgehandelte Feuerpause läuft schon an diesem Sonntag (17. Mai) ab. Ob eine Verlängerung gelingt, ist völlig offen. Die Situation ist extrem verzwickt: Die Regierung des Libanon ist gar nicht direkt in die Kämpfe verwickelt. Israels Militär kämpft gegen die Hisbollah-Miliz, die vom Iran unterstützt wird – und die sitzt nicht mit am Verhandlungstisch.
Blutvergießen trotz Gesprächen in Washington
Denn trotz der diplomatischen Bemühungen ging der gegenseitige Beschuss einfach weiter. Libanesische Medien berichten von mehreren Todesopfern allein am Freitag durch israelische Angriffe im Süden des Landes. Die Gesundheitsbehörde meldete zudem Dutzende Verletzte.
Auch die israelische Armee beklagt einen Verlust: Ein Soldat wurde bei Gefechten im Südlibanon getötet. Am Nachmittag fing das Militär nach eigenen Angaben eine Rakete ab, die aus dem Südlibanon abgefeuert wurde. Gegen Abend gab es dann Alarm wegen mutmaßlicher Drohnen über Nordisrael. Daraufhin rief die israelische Armee die Menschen in einigen Dörfern im Süden des Libanon auf, die Gegend zu verlassen.
Fast 3.000 Tote: Die schreckliche Bilanz
Seit Beginn der jüngsten Eskalation Anfang März ist die Zahl der Opfer erschreckend hoch. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sind in dem Land fast 3.000 Menschen ums Leben gekommen.
Die Ziele der beiden Seiten liegen meilenweit auseinander. Israel fordert als oberste Priorität die komplette Entwaffnung der Hisbollah. Die Regierung in Beirut verlangt dagegen zuerst eine Beruhigung der Lage und eine beständige Feuerpause. Eine Annäherung der Beziehungen kommt für die libanesische Regierung unter den gegebenen Umständen nicht infrage, wie sie mehrfach betonte. (dpa/red)
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