Hagel-Gefahr in Deutschland steigt dramatisch an.
Hagel-Alarm in DeutschlandNeue Analyse zeigt: Schäden werden immer häufiger und teurer

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Je größer die Hagelkörner, desto größer die Gefahr. Hier Eisbälle, die im Juni 2023 in der oberbayerischen Ortschaft Valley niedergingen. (Archivbild)
Wenn es vom Himmel kracht, trifft es deutsche Unternehmen überdurchschnittlich hart. Eine neue Analyse des Unternehmensversicherers Allianz Commercial, über die auch die dpa berichtet, zeigt: Im Verhältnis zu unserer geringen Fläche sind wir ein echter Hagel-Hotspot. In der weltweiten Rangliste der von Hagel am stärksten heimgesuchten Länder landen wir auf Platz fünf – direkt hinter den riesigen Flächenstaaten USA, Frankreich, Kanada und Spanien. Unglaublich, aber wahr: Fast 90 Prozent aller gemeldeten Hagelschäden stammen aus diesen fünf Ländern.
Das liegt zum einen daran, dass es in Europa und Nordamerika oft hagelt, aber auch an der hohen Versicherungsdichte hierzulande. Doch das ist nicht alles. Daten von Rückversicherern zeigen einen klaren Trend: Die Schäden durch Schwergewitter nehmen seit Jahrzehnten zu, weil die Unwetter häufiger und heftiger werden. „Wir gehen davon aus, dass die Schäden weiter steigen werden“, sagt Michael Bruch, Leiter der globalen Risikoberatung bei Allianz Commercial.
Es ist nicht nur der Klimawandel
„Natürlich denkt man zuerst mal an klimawandelgetriebene Effekte, die natürlich eine Rolle spielen“, sagte Bruch. „Aber ein wesentlicher Treiber ist, dass mehr und teurer in gefährdeten Gebieten gebaut wird.“ Ein weiterer Faktor sei die alternde Infrastruktur. „Und zu guter Letzt erleben wir steigende Bau- und Reparaturkosten.“
Für ihre Berechnungen werteten die Fachleute von Allianz Commercial, der auf Firmen spezialisierten Tochter des Münchner Dax-Konzerns, 3013 Schadenmeldungen der letzten zehn Jahre aus. Ein krasses Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Schwergewitter und Hagelstürme in Italien im Juli 2023 verursachten 6,3 Milliarden Euro Schaden. „Wir sehen auch in Europa zunehmende Gefahren, speziell in Richtung Alpen und Norditalien“, sagt Bruch.
Besonders gefährdet: Flugzeuge, Gebäude, Solaranlagen
In einer Hinsicht gilt für Firmen nichts anderes als für private Hausbesitzer: „Dächer sind natürlich besonders gefährdet, gerade wenn es dort Glaskuppeln oder sonstige Einbauten gibt“, sagt Bruch. Er warnt: „Der Schaden am Dach ist das eine, aber eintretendes Wasser kann zu noch weitaus größeren Schäden führen.“
Doch sind keineswegs nur Gebäude gefährdet. „Darüber hinaus ist alles, was draußen steht, ein großes Thema“, sagt Bruch. „Von Autos über Maschinen bis zu Solarfarmen und anderen empfindliche Anlagen. Hinzu kommen Flugzeuge und große Lagerhallen.“
Und hier kommt der „Wie bitte?!“-Moment der Analyse: Flugzeuge stehen bei den Schäden an erster Stelle! Weil sie teuer sind und meist ungeschützt draußen parken, verursachten sie allein 16 Prozent der gesamten Hagelschäden im Zeitraum von 2016 bis 2025. Dahinter folgen Gebäude mit 14 Prozent und Solaranlagen mit sechs Prozent.
Was können Unternehmen jetzt tun?
„Unternehmen sollten sich genau anschauen, wo und wie sie gefährdet sein könnten“, meint Risikoberater Bruch. „Wir nennen das eine standortspezifische Vulnerabilitätsanalyse.“ Diese berücksichtigt neben lokalen Wetterphänomenen auch bauliche Schwachstellen. Und auch Künstliche Intelligenz kann hierbei unterstützen, um zukünftige Klimaszenarien zu berechnen und Prioritäten bei den „Resilienzmaßnahmen“ festzulegen (red).
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
