Video zeigt sein wahres Gesicht Xi Jinping droht Kanadas Premier vor laufender Kamera – und lächelt

Dieses vom Büro des kanadischen Premierministers am 16. November veröffentlichte Foto zeigt den kanadischen Premierminister Justin Trudeau (l.) im Gespräch mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Bali.

Dieses vom Büro des kanadischen Premierministers am 16. November veröffentlichte Foto zeigt den kanadischen Premierminister Justin Trudeau (l.) im Gespräch mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Bali.

Mit Spannung wird der G20-Gipfel von der Weltöffentlichkeit verfolgt, auch die Volksrepublik China und seine Haltung zu Putins Angriffskrieg in der Ukraine stehen im Fokus. Vor laufender Kamera jedoch kam es am Rande des Gipfels zum Eklat, als Xi Jinping Kanadas Premier drohte.

Bislang hat China Putin nicht für seinen Krieg in der Ukraine verurteilt, diplomatisch spielt die Volksrepublik eine wichtige Rolle an der Seite Russlands. Vor allem in der ersten Phase des Krieges war Staatspräsident Xi Jinping ein entschiedener Unterstützer Russlands. Gleichzeitig gibt es ein großes Paket an gemeinsamen Projekten, die beide Nationen derzeit angehen: Russland ist bereits drittgrößter Öl- und Gaslieferant Chinas, der Dollar als Leitwährung soll abgelöst werden. 

Doch wenn China ein allzu enger Partner Russlands wird, droht die Gefahr, international isoliert dazustehen. Deshalb wurde mit Spannung erwartet, wie China sich auf dem G20-Gipfel in Bali nun verhalten wird in Bezug auf Putin und seinen Krieg. 

G20-Gipfel: Xi Jinping droht Trudeau vor laufender Kamera

Und tatsächlich scheint Xi Jinping eine Kursänderung durchzuführen: China und die USA reden wieder miteinander, der feste Handschlag zwischen Xi und US-Präsident Joe Biden ging um die Welt, mehr als drei Stunden sollen die Staatschefs miteinander geredet haben. Seit Jahren hatten sich Beziehungen der Nationen zueinander verschlechtert.

Alles zum Thema Ukraine

Xi sucht nun die Gespräche mit den Nationen, versucht, Chinas Einfluss auf der großen Weltbühne wieder geltend zu machen. Es gab bereits zahlreiche bilaterale Gespräche: Am Dienstag (15. November 2022) traf er Frankreichs Emmanuel Macron, Spaniens Pedro Sánchez, Australiens Anthony Albanese und selbst mit Südkoreas Präsidenten Yoon Suk-yeol sprach er. 

Mit ihm jedoch kam solch ein offizielles Gespräch nicht zustande: Kanadas Premier Justin Trudeau. Es kam zu einem informellen Treffen und kurzen Austausch, laut kanadischen Zeitungen könnten die unruhigen Beziehungen zwischen beiden Nationen der Grund dafür sein, nachdem eine leitende Managerin von Huawei 2018 in Kanada festgenommen und der Verschwörung beschuldigt worden war. Anschließend kamen zwei Kanadier in China in Haft, es kam zum Eklat. Zweieinhalb Jahre lang versuchte die kanadische Regierung, die zwei aus chinesischer Haft freizubekommen. Alle wurden am 2021 wieder freigelassen.

Als sich Xi und Trudeau nun am Rande des Gipfels trafen, sei es dann um den Krieg in der Ukraine gegangen, Trudeau habe aber auch seine Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass sich China in Kanadas Wahlkampf einmischt. 

G20-Gipfel: Kamera filmt seltenen Moment – Gefühlsausbruch bei Xi

Die kanadischen Sender filmten dann am Mittwoch einen seltenen Moment zwischen Xi und Trudeau. Plötzlich kam es zu einem Gefühlsausbruch des chinesischen Präsidenten, der vielsagender nicht sein könnte.

Sehen Sie hier das Video:

Zu sehen ist, wie sich Xi Jinping mit Trudeau auf Mandarin unterhält, seine Ausführungen werden ins Englische übersetzt. „Alles, was wir besprochen haben, ist an die Zeitungen durchgesickert, und das ist nicht angemessen“, sagt Xis Übersetzer plötzlich, während der chinesische Präsident weiter lächelt. „Das ist nicht angemessen“, lässt er den Dolmetscher weiter ausrichten. „So ist das Gespräch nicht verlaufen.“ 

G20-Gipfel: Xi droht Trudeau offen – „wird Konsequenzen haben“

Dann droht er Trudeau offen: „Wenn Sie aufrichtig sein werden, werden wir unsere Diskussion mit einer Haltung des gegenseitigen Respekts weiterführen, andernfalls könnte das unvorhersehbare Konsequenzen haben“.

Trudeau jedoch lässt den Übersetzer nicht ganz ausreden und erwidert sofort, dass man in Kanada an einen freien, offenen und ehrlichen Dialog glaube. „Und wir werden weiterhin konstruktiv zusammenarbeiten, aber es wird Dinge geben, bei denen wir uns nicht einig sind.“

„Lassen Sie uns zuerst die Bedingungen schaffen“, sagt der Übersetzer im Namen von Xi in dem Video. Dann schüttelt der chinesische Staatschef Trudeau die Hand und geht mit seinem Gefolge davon.

Die kurze Szene bietet einen seltenen Einblick in die Art und Weise, wie Xi, dessen öffentliche Auftritte in der Regel streng choreografiert sind, mit anderen Staatsoberhäuptern umgeht. Er hält sich ans Protokoll, Gefühlsregungen gibt es keine – daher ist der rund 40-sekündige „Ausbruch“ durchaus etwas Besonderes. Trudeau beschrieb es am Mittwoch nach dem Gespräch gegenüber der Presse charmant so: Nicht jedes Gespräch werde „einfach“ sein.

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