Wirtschaftsminister erklärt Reise Habecks zwiespältige Gefühle bei Suche nach Gas für Deutschland

Wirtschaftsminister Robert Habeck befindet sich auf Einkaufstour im Nahen Osten. Ausgerechnet ein Grüner muss bei den Scheichs die deutsche Energieversorgung sichern. In einem Video ist ihm der bittere Spagat anzusehen.

Es ist schon eine ziemlich perfide Wendung der Geschichte, dass mit Robert Habeck (52) ausgerechnet ein grüner Wirtschaftsminister die Fehler seiner Vorgänger ausbaden und angesichts des Krieges in der Ukraine in Katar auf Shopping-Tour gehen muss, um die Versorgung mit Erdgas zu sichern.

Ausgerechnet bei den Scheichs, von denen man ja mit dem Umstieg auf russisches Gas vor allem bei der Heizenergie weg wollte. Aber Habeck wollte seine Tour dann auch nicht einfach so stehen lassen – und ließ seine Mitarbeiter ein Video produzieren, das in dieser Form für einen Bundesminister absolut bemerkenswert ist.

Energieversorgung: Robert Habeck ist die innere Zerrissenheit anzusehen

Man sieht dem ehemaligen Grünen-Vorsitzenden und Vizekanzler in jedem Moment seine innere Zerrissenheit an, denn Robert Habeck ist klar, dass auch Gas aus Katar die falsche Energieform ist. In der vergangenen Woche sprach er vom „fossilem Entzug“, vor dem Deutschland stehe, und meinte damit die signifikante Reduktion des Verbrauchs von Öl und Gas.

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Habeck ist auch klar: Hätte man das Werk von Rot-Grün mit dem „Erneuerbare Energien-Gesetz“ fortgesetzt, Deutschland, einstmals Vorreiter bei alternativen Energien, hätte mit dem Umbau seiner Wirtschaft längst unabhängig von russischem Gas sein können.

„Ich bin auf einer Reise, die total merkwürdig ist. Es ist die Ukraine, die mich hier hergebracht hat. Wir müssen eine neue Energiepolitik aufbauen“, sagt Habeck. „Wir brauchen neues Gas und Katar ist dabei, die Gasgewinnung zu steigern.“

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am 20. März 2022 beim Gespräch mit Saad Scharida al-Kaabi, Energieminister von Katar.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am 20. März 2022 beim Gespräch mit Saad Scharida al-Kaabi, Energieminister von Katar.

Der Wirtschaftsminister zeigt sich überrascht, wie das Scheichtum ebenfalls dabei ist, die Energiewende voranzutreiben. „Die Transformation, die Bereitstellung erneuerbarer Energien, die sind hier auch schon ein großes Thema.“

Robert Habeck spricht Menschenrechts-Situation in Katar an

Habeck glaubt, durch gemeinsame Beziehungen Veränderungen bewirken zu können. „Früher waren es katastrophale Bedingungen. Seit der Druck da ist, haben sich die Bedingungen geändert. Aber sie sind noch verbesserungswürdig und die Gesetze sind noch nicht voll implementiert. Wenn Katar aber da vorangeht, könnte der arabische Raum nachfolgen. Es gibt eine Dynamik und Europa hat geholfen, das voranzutreiben.“

Und doch hört man ihm seine Skepsis in dieser „interessanten Region“ an. Aber er will den deutschen Einfluss nutzen, um die Arbeits- und Menschenrechte zu verbessern. Dass am Ende keine neuen Abhängigkeiten entstehen sollten und man so schnell wie möglich klimaneutrale Energie braucht…

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