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Wahlkampf trotz CoronaTausende feiern Trump ohne Masken – jetzt gibt es die Quittung

Trump in Tulsa 20. Juni 2020

Donald Trump bei seinem Wahlkampfauftritt in Tulsa am 20. Juni 2020. 

Washington/Tulsa – Artikel aktualisiert am 9. Juli 2020 – Protz und Beifall sind Trump extrem wichtig – deswegen gibt es jetzt eine Teilnahme auf eigene Virus-Gefahr: Für seinen Wahlkampf hält US-Präsident Donald Trump trotz der jüngsten Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA an Großveranstaltungen fest.

Trump will Großveranstaltung durchziehen: Wahlkampf trotz Corona

Am Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire im Freien vor Tausenden Anhängern sprechen. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie „freiwillig alle Risiken" übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie seine Kampagne am Sonntag (Ortszeit) erklärte.

Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber „stark ermuntert", bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es. Wer nun mit dem Kopf schüttelt, ist sicherlich nicht allein mit dieser Reaktion...

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Der Auftritt wird Trumps zweite große Wahlkampfveranstaltung seit Beginn der Corona-Krise in den USA im März 2020 sein. Er scheint richtig versessen darauf zu sein.

Die erste Veranstaltung in einem geschlossenen Stadion im Bundesstaat Oklahoma vor knapp drei Wochen war eher missglückt: In der Halle in Tulsa blieben Tausende Sitze leer, obwohl Trump erklärt hatte, dass sich rund eine Million Menschen kostenlose Tickets gesichert hätten.

Nach Trump-Kundgebung: Corona-Infektionen in Tulsa steigen

Der Präsident war heftig kritisiert worden, weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen in dem Bundesstaat zu dem Zeitpunkt anstieg. Die wenigsten Teilnehmer trugen bei der Veranstaltung Masken. Trump macht kein Geheimnis daraus, dass er den Mund-Nasen-Schutz als lästige Spaßbremse betrachtet.

Die Gesundheitsbehörden in der Stadt im US-Bundesstaat Oklahoma führen den weiteren Anstieg der Infektionen im Bezirk nun auch auf den Wahlkampfauftritt des US-Präsidenten zurück. 

Der Auftritt sowie andere Veranstaltungen hätten „mehr als wahrscheinlich“ zu der Zunahme beigetragen, sagte Behördenchef Bruce Dart am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Tulsa. Als Dart auf die Trump-Kundgebung angesprochen wurde, sagte er: „In den vergangenen Tagen hatten wir fast 500 Fälle und wir wissen, dass wir mehrere große Veranstaltungen vor etwas mehr als zwei Wochen hatten.“ Er denke, man könne da einen Zusammenhang herstellen. 

Mit der Ankündigung der Veranstaltung in New Hampshire kommt Trump jenen Kritikern zumindest ein Stück entgegen, die ihm vorwerfen, für seinen Wahlkampf die öffentliche Gesundheit zu gefährden. Die Rally am Samstag wird im Freien stattfinden, was Experten hinsichtlich einer möglichen Ansteckung als weniger gefährlich einschätzen – ein Risiko bleibt aber. Zudem empfiehlt Trumps Team nun das Tragen von Masken ausdrücklich, auch wenn es nicht verpflichtend sein wird.

Joe Biden verzichtet wegen Corona auf Wahlkampfveranstaltung

Weil der Republikaner Trump die Gefahr des Coronavirus immer wieder kleinredet, werfen ihm die Demokraten vor, im Kampf gegen die Pandemie aufgegeben zu haben. Joe Biden, der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, will vor der Wahl am 3. November keine Großveranstaltungen abhalten, solange die Pandemie noch wütet.

Trump liebt jedoch die Großveranstaltungen vor seinen Anhängern unter dem Motto „Make America Great Again" (auf deutsch etwa: Amerika wieder großartig machen) und nimmt dafür auch Risiken in Kauf. In Tulsa wurden einige Mitarbeiter vor der Veranstaltung positiv getestet, hinterher Berichten zufolge auch Sicherheitsbeamte.

Corona in den USA: Erschreckende Zahlen

Derzeit nehmen die Neuinfektionen in den US-Bundesstaaten im Süden und im Westen des Landes stark zu, etwa in Florida, Texas, Arizona und Kalifornien. Die USA meldeten zuletzt immer wieder neue Rekorde bei der Zahl der Neuinfektionen. Teilweise werden Intensivbetten in Krankenhäusern knapp.

Am Dienstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 laut Johns-Hopkins-Universität (JHU) bei mehr als 60.000 an einem einzelnen Tag gelegen – die bei weitem höchsten Zahlen bislang.

Insgesamt liegt die Zahl der Toten infolge einer Covid-19-Erkrankung in den USA inzwischen bei mehr als 130.000 – zudem gibt es über drei Millionen bestätigte Fälle. (dpa/dok/so)