Schluss mit Amts-Irrsinn! Bürger sollen Staat umbauen.
Jetzt reden die BürgerBund startet Aktion gegen komplizierte und langsame Ämter

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Die digitale Brieftasche gehört zu den wichtigen Digitalprojekten der Bundesregierung. (Archivbild)
Amts-Irrsinn in Köln und überall? Wenn euch der deutsche Behörden-Dschungel nervt, kommt jetzt eure Chance! Unter dem Motto „Deutschland, was geht?“ können sich Bürgerinnen, Bürger und Firmen am Umbau des Staates beteiligen. Bei einem bundesweiten „Bürger-Hackathon“ sollen handfeste Ideen für eine unkompliziertere Verwaltung gesammelt werden, wie das Bundesdigitalministerium und die Bundesagentur für Sprunginnovation (SPRIND) bekannt gaben.
So läuft die Bürger-Aktion ab
Der Ablauf startet mit einer Sammelphase, die bis zum 14. Juni andauert. Hier können alltägliche Ärgernisse, etwa bei Steuern oder Sozialleistungen, über ein Online-Portal oder per Telefon gemeldet werden. Ab Juli gibt es dann eine öffentliche Abstimmung, um die dringendsten Probleme zu bestimmen. Im Anschluss erhalten Teams Geld und personelle Hilfe, um Testversionen für neue Behördenlösungen zu bauen. Zum Schluss folgt der „Ministerhandschlag“: Das ist das offizielle Versprechen, die besten Vorschläge im kommenden Jahr tatsächlich in der Bundesverwaltung umzusetzen.
Jeannette Gusko, Leiterin Digitale Beteiligung bei SPRIND, erklärt, dass viele den Staat als zu umständlich oder träge wahrnehmen. „Wir wollen mit gezielter Beteiligung erfassen, wo genau es hakt, und sorgen gemeinsam mit den schlausten Köpfen Deutschlands dafür, dass daraus Lösungen entstehen. Beteiligung ist besonders wirksam, wenn sie in echte Umsetzung führt.“
Überraschendes Vorbild aus Asien
Die Inspiration für das Format stammt aus Taiwan, wo digitale Mitbestimmung der Bürger schon erfolgreich genutzt wird, um das Vertrauen in die staatlichen Institutionen zu vergrößern. International gilt Taiwan als Pionier einer „Social Technology“, die nicht auf Anweisungen von oben beruht, sondern auf einer engen Kooperation zwischen der Regierung und einer aktiven Gemeinschaft von Tech-Bürgern.
Mithilfe von Plattformen wie vTaiwan und der Einbeziehung der Hacker-Bewegung g0v schafft man es dort immer wieder, gesellschaftliche Auseinandersetzungen digital zu schlichten. Behördenabläufe werden durch Crowdsourcing (die Weisheit der Vielen) effizienter gemacht. Mit der jetzigen Aktion versucht die Bundesregierung, diese Mitmach-Prinzipien auf die deutsche Behördenwelt zu übertragen. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
