Corona Österreich hebt Quarantäne-Pflicht auf – auch in Deutschland gibt es eine klare Tendenz

Österreich plant offenbar, die Quarantäne-Pflicht für Corona-Infizierte aufzuheben – auch in Deutschland gibt es heftige Diskussionen zu dem Thema.

In Österreich fällt nach Informationen der Nachrichtenagentur APA die Corona-Quarantäne für Corona-Infizierte. Das gehe aus einem Verordnungstext hervor, der am späteren Dienstagnachmittag (26. Juli 2022) der Öffentlichkeit präsentiert werden solle und der APA vorliege.

Wer sich nicht krank fühle, könne laut Verordnung auch nach einem positiven Corona-Test das Haus verlassen, sei allerdings Verkehrsbeschränkungen unterworfen. Dies bedeute, dass FFP2-Masken getragen werden müssten, außer die Infizierten seien im Freien und in zwei Metern Abstand zu anderen Personen unterwegs.

Zudem seien Betretungsverbote für Besucher und Besucherinnen unter anderem in Krankenanstalten sowie Pflege-, Behinderten- und Kureinrichtungen vorgesehen.

Österreich hebt Quarantäne-Pflicht für Corona-Infizierte auf 

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Der österreichische Gesundheitsminister Johannes Rauch und Arbeitsminister Martin Kocher wollen im Laufe des Nachmittags in einer Pressekonferenz einen „Varianten-Managementplan“ offiziell präsentieren.

Gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“ (Dienstag) sagte Rauch, man müsse „einfach zur Kenntnis nehmen, dass wir nicht über Jahre hinweg dieses Ausmaß an pandemiebedingter Krisenstimmung leben können“. Sollte sich die Lage erneut zuspitzen, würden die Corona-Maßnahmen wieder verschärft.

Im Herbst drohe mit der Gaskrise, der Teuerung und dem wohl andauernden Krieg in der Ukraine ohnehin eine schwierige Situation für die Bevölkerung. „Ich bin Sozial-und Gesundheitsminister, deshalb beschäftigt mich mittlerweile die soziale Frage und die Frage der sozialen Verwerfungen mindestens ebenso intensiv wie die Corona-Krise“, sagte Rauch der Zeitung.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich liegt mit rund 900 Fällen pro 100.000 Einwohner und Einwohnerinnen und Woche über dem deutschen Wert. Im Vergleich zum Sommer des Vorjahres müssen aktuell wesentlich mehr Patienten und Patientinnen in Krankenhäusern betreut werden.

Karl Lauterbach besteht auf Isolationspflicht bei Corona-Infektion

In Deutschland mehren sich währenddessen die Forderungen nach einer Beibehaltung der bisherigen Isolations-Pflicht.

Die Lehrerverbände warnten vor Schulschließungen infolge steigender Infektionszahlen, der Hausärzteverband nannte die derzeit geltende fünftägige Isolationspflicht „vernünftig“. Dies stelle bereits eine Verkürzung dar, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der „Welt“.

In der Ampel-Koalition gibt es derzeit Meinungsverschiedenheiten in der Frage der Isolationspflicht bei Corona-Infektionen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plädiert ebenso wie die Grünen für die Beibehaltung der geltenden Regelung, die FDP setzt sich für die Abschaffung ein. (dpa/afp/gr)

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