Die Bundesregierung stellt sich schützend vor die Commerzbank und erteilt dem Übernahme-Plan der italienischen Unicredit eine klare Absage.
Schlammschlacht um CommerzbankStaat erteilt Unicredit eine klare Absage für die Übernahme

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Um die Commerzbank ist ein Übernahmekampf entbrannt. (Archivbild)
Der Zoff um die Commerzbank wird immer heftiger. Nun greift der deutsche Staat ein und stellt sich schützend vor das Geldhaus. Eine deutliche Botschaft an die italienische Unicredit: So geht das nicht!
Jetzt ist es amtlich: Die Bundesregierung hat dem Übernahmeangebot der italienischen Großbank Unicredit für die Commerzbank eine klare Absage erteilt. „Eine Annahme des Angebots kam bereits wirtschaftlich nicht infrage, da das Übernahmeangebot keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie enthält“, verkündete die Finanzagentur des Bundes aus Frankfurt unmissverständlich.
Doch es geht nicht nur um die Finanzen. Der Bund, mit etwa 12 Prozent der Anteile der zweitgrößte Aktionär, lehnt auch „das aggressive Vorgehen“ der Unicredit ab und befürwortet die Strategie der Eigenständigkeit. Die Begründung ist ein starkes Bekenntnis zum Standort: „Die Commerzbank AG spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands. Sie ist als bedeutender Arbeitgeber zudem zentral für den Finanzstandort Frankfurt. Beides gilt es auch in Zukunft sicherzustellen.“
Übernahmekampf wird zur Schlammschlacht
Der Kampf um die zweitgrößte deutsche Privatbank ist zuletzt völlig eskaliert. Die Unicredit drohte der Commerzbank ganz offen damit, den Aufsichtsrat und den Vorstand auszuwechseln, falls sie bei der Hauptversammlung genügend Unterstützung von anderen Aktionären erhält. Ein echter Affront!
Die Commerzbank schlägt zurück und wirft den Italienern unlautere Methoden vor. Das Geldhaus hat deswegen sogar die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Der schwerwiegende Vorwurf: Die Aktien, die Unicredit bislang angeboten wurden, kommen mehrheitlich von Banken, mit denen die Italiener selbst Geschäfte tätigen – und nicht von unabhängigen Anteilseignern.
Ein Verlustgeschäft für normale Aktionäre?
Das Detail, das aufhorchen lässt: Für unabhängige Investoren wäre die Offerte der Unicredit ein reines Verlustgeschäft, da sie unter dem aktuellen Börsenkurs der Commerzbank liegt. Weshalb sollte also jemand darauf eingehen? Die Unicredit hat die Kritik wiederholt zurückgewiesen.
Die Mailänder Großbank hatte im Mai ein freiwilliges Angebot gemacht und stellt eigene Papiere als Tauschmittel bereit. Nach aktuellem Stand wurden ihr circa 11 Prozent aller Commerzbank-Anteile zugesagt. Dadurch würde die Beteiligung von Unicredit auf etwa 38 Prozent klettern. Darüber hinaus hat sie sich mittels Optionen mehr als drei Prozent der Anteile gesichert. Die Frist für die Annahme, die an diesem Dienstag endet, soll bis zum 3. Juli ausgedehnt werden. (dpa/red)
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