EXPRESS rechnet nach Wer wäre bei uns Kanzler, wenn wir wie in den USA wählen würden?

Würde Armin Laschet Kanzler werden, wenn die Deutschen wie im US-Wahlsystem wählen würden? Hier steht er kurz nach der Wahl am 26. September im Konrad-Adenauer-Haus neben Noch-Kanzlerin Merkel.

Würde Armin Laschet Kanzler werden, wenn die Deutschen wie im US-Wahlsystem wählen würden? Hier steht er kurz nach der Wahl am 26. September im Konrad-Adenauer-Haus neben Noch-Kanzlerin Merkel. 

Wer würde in Deutschland Kanzler werden, wenn wir ihn in Deutschland wie in den USA wählen würden – so wie die Vereinigten Staaten ihren Präsidenten? Wie wären die Ergebnisse der Bundestagswahl, wenn wir nach dem US-Wahlsystem wählen würden? EXPRESS.de hat nachgerechnet.

Berlin. Was war das für ein Wahlkrimi im vergangenen Jahr in den USA, die ganze Welt wartete darauf, wer am Ende ins Weiße Haus einzieht. Schlussendlich setzte sich der Demokrat Joe Biden gegen Donald Trump durch. Ein Jahr später wurde es auch in Deutschland ernst: Am 26. September haben die Menschen hierzulande gewählt. 

Das Ergebnis: Es laufen schwere Koalitionsverhandlungen zwischen beiden Parteien. Sowohl Armin Laschet (CDU) als auch Olaf Scholz (SPD) könnten theoretisch noch Kanzler werden. Aber was wäre, wenn die Deutschen nach dem US-Wahlsystem wählen würden? Wer wäre dann Kanzler?

Die Wahlsysteme sind grundverschieden: In Deutschland wird per Verhältniswahlrecht gewählt, in den USA per Mehrheitswahlrecht. Heißt: In Deutschland hat jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit der ersten Stimme werden die Abgeordnete in den 299 Wahlkreisen gewählt, direkt in den Bundestag. Gewinnt ein Abgeordneter einen Wahlkreis, ist ihm der Einzug sicher.

Dann gibt es da aber noch die Zweitstimme: Mit der wählen die Deutschen eine Partei und somit die Zusammensetzung des Deutschen Bundestages. Eine Kanzlerin oder einen Kanzler können wir nicht direkt wählen, dieses Amt wird vom Bundespräsidenten vorgeschlagen und von den Abgeordneten gewählt. Nötig ist dafür eine absolute Mehrheit, also mindestens die Hälfte der Stimmen der im Bundestag vertretenen Abgeordneten plus einer zusätzlichen Stimme. 

USA: „The winner takes it all“-Prinzip

In den USA funktioniert die Wahl über Wahlmänner und -frauen, insgesamt 538 in allen Bundesstaaten (Darüber hinaus hat jeder Staat unabhängig von der Bevölkerungszahl noch zwei Senatoren im Senat). In jedem Bundesstaat berechnet sich die Anzahl der Wahlleute aus der Einwohnerzahl – das können in einem Staat fünf, in einem anderen 38 sein. In jedem Bundesstaat wird so für ein „Electoral College“ votiert, eine Art „Wahlleute-Kollegium“. Das wählt dann im zweiten Schritt den Präsidenten.

Heißt: Der Spitzenkandidat einer Partei muss so mindestens 270 Stimmen erhalten, um sich zum Präsidenten wählen zu lassen. Dabei gilt das „The winner takes it all“-Prinzip: Setzt sich ein Kandidat in einem Bundesstaat durch, erhält er alle Stimmen der Wahlmänner und -frauen für diesen Bundesstaat. (mg)

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