Die frühere Kanzlerin schafft Klarheit bei der Debatte um eine mögliche Kandidatur für das höchste Staatsamt.
Bundespräsidentin?Angela Merkel spricht Klartext!

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Angela Merkel beim Evangelischen Kirchentag 2025. (Archivbild)
Angela Merkel hat Spekulationen um eine mögliche Kandidatur für das Bundespräsidentenamt entschieden eine Absage erteilt. Laut dem „Tagesspiegel“ bezeichnete eine Sprecherin ihres Büros entsprechende Berichte als „abwegig“. Hintergrund ist die im Februar 2027 anstehende Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin für Frank-Walter Steinmeier.
CDU-interne Debatten als Auslöser der Gerüchte
Die ehemalige Kanzlerin reagiert damit erstmals öffentlich auf die Gerüchte, die in Teilen der CDU kursierten. Aus ihrem Umfeld wird betont, dass es keine konkreten Gespräche oder Planungen gebe. Auslöser der Spekulationen waren parteiinterne Überlegungen zur Wahl des Staatsoberhaupts.
In einigen CDU-Kreisen wurde die Idee diskutiert, Merkel als eine für mehrere Parteien wählbare Kandidatin ins Rennen zu schicken. Dabei spielt auch das schwierige Verhältnis zu Friedrich Merz eine Rolle. Eine offizielle Initiative existiert jedoch nicht; es handelt sich um Gedankenspiele ohne formellen Beschluss.
Auch die Grünen dementieren Gespräche
Eine klare Einordnung kommt laut der „Rheinischen Post“ ebenfalls aus dem Lager der Grünen. Die Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann erklärte, es gebe weder Gespräche noch Entscheidungen über eine mögliche Kandidatur Merkels. Damit widersprechen auch die Grünen der Darstellung, es laufe bereits eine parteiübergreifende Abstimmung.
Spekulationen durch öffentliche Auftritte befeuert
Beobachterinnen und Beobachter hatten zuletzt registriert, dass Merkel wieder häufiger öffentlich auftritt und ihre Teilnahme am kommenden CDU-Parteitag angekündigt hat. Dies wurde teils als Signal gewertet, sie könne politisch erneut eine größere Rolle spielen. Mit der nun veröffentlichten Klarstellung stellt die Altkanzlerin jedoch unmissverständlich klar, dass sie keinen neuen politischen Top-Job anstrebt.
Angela Merkel regierte Deutschland von 2005 bis 2021 – satte 16 Jahre im Kanzleramt, vier Amtszeiten, unzählige Krisen von Finanzkrise bis Pandemie. Nach der Bundestagswahl 2021 zog sie den Schlussstrich, verabschiedete sich aus der Tagespolitik und legte auch ihr Bundestagsmandat nieder.
Statt Regierungsgeschäften stehen für Merkel seither internationale Vorträge, Auftritte bei Konferenzen und ausgewählte politische Veranstaltungen auf dem Plan. Zudem veröffentlichte sie ihre Erinnerungen in Buchform („Frieden“) – das Rampenlicht sucht sie heute dosiert, nicht mehr täglich. (jag)

