Brexit-Desaster: Britische Fleischexporte brechen ein.
Bittere Brexit-BilanzBritische Fleischexporte in die EU sind massiv eingebrochen.

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Fleisch aus Großbritannien: Der Absatz in die EU ist seit dem Brexit deutlich gesunken. (Archivbild)
Für britische Fleisch-Exporteure ist der Brexit ein Desaster. Die Verkäufe in die EU brechen weg, die Bürokratie frisst den Gewinn auf. Was bedeutet das für die Wursttheke in deinem Supermarkt?
Der Verband der britischen Fleischproduzenten (BMPA) schlägt Alarm: Seit 2019 sind die Exporte von Schweinefleisch um über ein Drittel eingebrochen. Bei Rindfleisch liegt der Rückgang bei gut 20 Prozent, während es bei Lammfleisch über 15 Prozent sind. Die Firmen stöhnen unter einem Berg von Papierkram und immer höheren Ausgaben.
Das Vereinigte Königreich verließ Ende Januar 2020 die Europäische Union. Seit 2021 ist es auch kein Teil der Zollunion und des gemeinsamen Binnenmarkts mehr. Ein auf den letzten Drücker ausgehandeltes Handelsabkommen kann die Probleme nicht verhindern: Bürokratie und andere Barrieren erschweren den Handel massiv.
Tausende Pfund extra pro LKW-Ladung
Das geht richtig ins Geld. Allein für die nötigen Zertifikate muss die Industrie jährlich über 50 Millionen Pfund (umgerechnet 57,44 Mio. Euro) auf den Tisch legen. „Für Exporteure können nun bei jeder Lieferung zusätzliche Kosten in Höhe von 2.500 bis 3.000 Pfund pro Ladung anfallen“, erklärt der Verband. Diese Summen entstehen durch den Papierkrieg, strenge Überprüfungen und Wartezeiten an den Grenzübergängen.
Jetzt soll die Politik ran. Der Chef des BMPA, John Powell, plant, das Problem im britischen Oberhaus zur Sprache zu bringen. Er will dort für ein neues Abkommen mit der EU trommeln, das sogenannte SPS-Abkommen. Damit würden die Inspektionen von Lebensmitteln, lebenden Tieren, Futtermitteln sowie von Pflanzen und Saatgut deutlich einfacher werden.
Rettungsanker SPS-Abkommen?
Die Erwartungen sind riesig. Ein solches Abkommen könnte den Handel wieder ankurbeln, gerade kleineren Firmen unter die Arme greifen und die Verbindungen zu den Abnehmern in der EU kitten, so die Hoffnung des BMPA. Schließlich ist und bleibt die Europäische Union der entscheidende Handelspartner.
„Die EU bleibt für das Vereinigte Königreich der nächstgelegene und wichtigste Absatzmarkt für rotes Fleisch“, stellt der Verband klar. Dorthin gehen maximal 90 Prozent der Ausfuhren von Schaffleisch und bei Rindfleisch-Exporten sind es etwa 80 Prozent. Die Möglichkeiten für Wachstum in diesem nahen Markt seien vielversprechender als in fernen Ländern.
Der absurde Papierkrieg: Alles schon nach EU-Norm
Und jetzt kommt der Hammer: Die ganze Aufregung ist eigentlich total absurd. Denn die britischen Produzenten richten sich sowieso schon nach den EU-Vorgaben. „Mit nur sehr wenigen Ausnahmen ist ein Teil jedes im Vereinigten Königreich geschlachteten Tieres für den EU-Markt bestimmt“, macht der Verband deutlich. Das heißt: Bauernhöfe, Tiertransporte, Schlachtereien und Verarbeiter erfüllen die EU-Anforderungen bereits. Der ganze teure Zertifizierungs-Zirkus dient also hauptsächlich dazu, Regeln zu überprüfen, die ohnehin eingehalten werden. (dpa/red)
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