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„Sichert alles andere“Bosch-Chef verteidigt massiven Stellenabbau beim Autozulieferer

Bosch

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Bosch-Aufsichtsratschef: «Das Überleben des Unternehmens sichert alles andere.» (Archivbild)

Bosch-Chef rechtfertigt Job-Kahlschlag mit Firmengründer.

Mitten in der heftigen Unternehmenskrise und dem geplanten Job-Kahlschlag bei Bosch rechtfertigt der Chef des Aufsichtsrats, Stefan Asenkerschbaumer, die drastischen Maßnahmen. Er bezieht sich dabei überraschenderweise auf den Gründer der Firma, Robert Bosch.

„Im Hinblick auf unser Wertegerüst ist wichtig, dass für Robert Bosch immer das langfristige Überleben des Unternehmens im Mittelpunkt stand“, erklärte Asenkerschbaumer gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Firmengründer habe für dieses Vorhaben keine Mühen gescheut. „Denn das Überleben des Unternehmens sichert alles andere.“

Asenkerschbaumer: „Unser Wertegerüst nicht verloren“

Der Mann, der 1886 in Stuttgart mit seiner Werkstatt den Anfang für den heutigen Weltkonzern machte, sei stets sozial eingestellt gewesen. „Aber eben immer mit dem Fokus darauf, dass sich das Unternehmen weiterentwickeln muss“, wird Asenkerschbaumer zitiert. Es sei die Vorgabe gewesen, ehrlich und transparent, aber zugleich entschlossen auf schwierige Lagen zu reagieren. „Insofern ist die aktuelle Krise eine Herausforderung, aber wir haben dabei nicht unser Wertegerüst verloren.“

Der Technologiekonzern schrieb im Vorjahr tiefrote Zahlen. Gründe dafür waren milliardenschwere Ausgaben für den Personalabbau, amerikanische Zölle sowie eine erhebliche Steuerlast. Die Misere erfasst den global führenden Automobilzulieferer nicht nur in seiner Hauptsparte, sondern betrifft beinahe sämtliche Geschäftsbereiche.

Stefan Asenkerschbaumer

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Für Bosch-Aufsichtsratschef Stefan Asenkerschbaumer steht das Überleben des Unternehmens an erster Stelle. (Archivbild)

Kahlschlag geplant: 22.000 Jobs in Gefahr

Bosch selbst räumt ein, in zahlreichen Sparten die Konkurrenzfähigkeit verloren zu haben. Die Unternehmensführung will nun mit massiven Einsparungen bei Mitarbeitern und im Aufbau gegensteuern. Der Plan sieht vor, dass allein in der Zuliefersparte des Unternehmens aus Gerlingen bei Stuttgart in den nächsten Jahren bis zu 22.000 Arbeitsplätze wegfallen.

Um die Personalreduzierung so sozialverträglich wie möglich durchzuführen, setzt die Firma hauptsächlich auf freiwillige Maßnahmen. Dazu gehören Vorruhestandsregelungen, Altersteilzeit-Angebote und die Zahlung von Abfindungen. Kürzungspläne existieren jedoch ebenfalls in weiteren Bereichen, zum Beispiel bei der Tochtergesellschaft BSH für Haushaltsgeräte und in der Elektrowerkzeug-Sparte.

Gewerkschaft schäumt: „Verrat an den Werten von Bosch“

Bei den Vertretern der Belegschaft stoßen die Vorhaben auf scharfen Widerspruch. Die Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, machte der Unternehmensführung schon im September des Vorjahres einen heftigen Vorwurf: „Robert Bosch würde im Grab rotieren“.

Ihr vernichtendes Urteil lautete: „Sie treten die Werte mit Füßen, die Bosch erfolgreich gemacht haben: Zuverlässigkeit, Verantwortung und ein faires Miteinander.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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