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Aus für kostenlose Schnelltests Wer nicht geimpft ist, soll zahlen

Passanten gehen am 13.07.2021 an einem Hinweisschild mit dem Schriftzug „Gratis Corona Schnelltest“ in Zinnowitz vorbei.

Wer nicht geimpft ist, soll künftig für Corona-Schnelltests zahlen. Ausnahmen sollen nur für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie für Kinder und Jugendliche.

Der schnelle Abstrich gehört inzwischen zum Alltag. Doch wie lange wird das Angebot für Corona-Tests noch kostenlos sein? Die Anzeichen verdichten sich, dass Ungeimpfte für die Tests künftig zahlen sollen.

Berlin. Mund auf, Stäbchen rein, anschließend noch in die Nase – fertig. Inzwischen gibt's den kostenlosen Coronavirus-Schnelltest an jeder Ecke. Doch wie lange noch?

Das Bundesgesundheitsministerium teilte am Samstag (31. Juli) auf Anfrage mit: „Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon vor Wochen gesagt, dass er es für denkbar hält, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten. Der genaue Zeitpunkt ist noch festzulegen.“ Wie aus Regierungskreisen verlautete, gibt es dazu allerdings noch keine Einigung.

Corona-Schnelltest: Ungeimpfte sollen zahlen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Corona-Tests sollten kostenpflichtig werden, wenn alle sich hätten impfen lassen können - also in wenigen Wochen.“ Ausnahmen müssten natürlich für die gelten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. Für diese Menschen - zum Beispiel Schwangere und Kinder - sollten die Tests kostenlos bleiben“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), der den Bund aufforderte, Corona-Tests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen.

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„Die Bundesregierung sollte schon in der kommenden Woche ein konkretes Datum für die Umstellung auf die Kostenpflichtigkeit der Corona-Tests festlegen“, sagte der CDU-Politiker der „Welt“. Dieses Datum könnte der 20. September sein. „Bis dahin hätte jeder bisher Ungeimpfte noch die Chance, sich vollständig impfen zu lassen.“

Die Kosten für einen Antigen-Schnelltest durch geschultes Personal betragen nach Angaben der Landesregierung in Kiel derzeit, abhängig vom Anbieter, 20 bis 30 Euro.

Politik und Verbände werben massiv für die Corona-Impfungen. SPD-Chefin Saskia Esken sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag): „Ich werbe dafür, Impfmobile an die Schulen zu schicken, um - in Absprache mit den Eltern - den Jugendlichen die Impfung so einfach wie möglich zugänglich zu machen.“

In der kommenden Woche enden in den ersten Bundesländern die Sommerferien, in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg beginnt der Unterricht dann wieder in Präsenz. Städtetag-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Um den Unterricht in Präsenz abzusichern, appellieren wir an die Länder, mehr Impfungen in Schulen möglich zu machen.“ Dies könne ein Beitrag sein zum Schutz junger Menschen und für weniger Infektionen mit dem Coronavirus an Schulen. Teilweise sind solche Aktionen berits geplant.

Impfrate in Deutschland bei 61,6 Prozent

61,6 Prozent (51,2 Millionen Menschen) in Deutschland sind inzwischen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft, wie Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) am Samstag twitterte. 52 Prozent (43,2 Millionen) sind demnach vollständig geimpft. Unter den Jugendlichen hat jeder Fünfte inzwischen eine erste Impfung bekommen. In absoluten Zahlen sind es 900.000.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung bisher jedoch nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nannte die Stiko fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs.

Anrollende vierte Welle mit Delta-Variante flach halten

Nach Ansicht von Experten sind die Impfzahlen viel zu niedrig, um angesichts der grassierenden hochansteckenden Delta-Virusvariante die anrollende vierte Welle flach zu halten. Und das Impftempo lässt nach: Derzeit wird an vielen Tagen noch gut eine halbe Million Impfdosen verabreicht, im Mai/Juni waren es teils an die 1,5 Millionen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen bei 16,9 - am Vortag betrug der Wert 16,5, am Samstag der Vorwoche 13,6. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 2400 Corona-Neuinfektionen. (dpa)

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