Kampf um Macrons Erbe: Ex-Premier Attal kandidiert
Attal greift nach der MachtFrankreichs Ex-Premier will 2027 Präsident werden

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Gabriel Attal will dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in seinem Amt nachfolgen. (Archivbild)
Jetzt ist es offiziell: Frankreichs ehemaliger Premier Gabriel Attal (37) wirft seinen Hut in den Ring. Er kandidiert für die Präsidentschaftswahl im Jahr 2027. Seine Begründung, die er nach einem Bürgertreff im südfranzösischen Örtchen Mur-de-Barrez gab: Er habe sich dazu entschlossen, weil er Frankreich und die Franzosen „zutiefst liebe“.
Von Januar bis September 2024 leitete Attal die Regierungsgeschäfte – als jüngster Premier, den das Land je hatte. Heute steht er an der Spitze der Fraktion und Partei Renaissance, einer Gründung von Präsident Emmanuel Macron. Lange wurde Attal als eine Art Klon von Macron gehandelt, aber diese Phase ist offenbar Geschichte.
Ex-Premier geht auf Konfrontationskurs zu Macron
Der 37-Jährige geht immer deutlicher auf Abstand zu seinem früheren Mentor und übt Kritik an dessen Kurs. Bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur teilte er aus: Man würde den Menschen in Frankreich „morgens, mittags und abends“ einreden, dass eine Verschlechterung unausweichlich sei. Dem stellte er seine eigene Vision entgegen: „Wir können bessere Leben führen - vorausgesetzt, wir geben uns die Mittel dazu.“
Aber Attal bekommt Konkurrenz aus dem eigenen politischen Lager im Kampf um den Élysée-Palast. Auch Édouard Philippe (55), ein anderer ehemaliger Premierminister, strebt das höchste Amt im Staat an. Philippe diente 2017 als erster Premier unter dem damals neuen Präsidenten Macron und gibt sich nun als gemäßigter Kandidat der Mitte.
Umfrage-Favoriten Le Pen und Bardella – doch ein Verfahren droht
Der amtierende Präsident Macron kann bei der Wahl nächstes Jahr nicht noch einmal kandidieren. Der Wettlauf um seinen Posten ist damit komplett unvorhersehbar. Aktuelle Erhebungen sehen vor allem die Nationalistin Marine Le Pen und ihren politischen Schützling Jordan Bardella bei den Wählern vorne.
Für Le Pen könnte es jedoch ein gewaltiges Hindernis geben. Ein Gerichtsverfahren wegen des Vorwurfs veruntreuter EU-Mittel wirft einen Schatten auf ihre Pläne. Es ist deshalb fraglich, ob eine Kandidatur ihrerseits im kommenden Jahr rechtlich überhaupt möglich ist. (dpa/red)
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