Gescheiterter Kanzlerkandidat Armin Laschet mit vielsagender Reaktion auf Ampel-Koalition

Armin Laschet (hier am 2.11.2021 in Berlin) hat sich in einem Tweet an die Ampel-Koalition gerichtet.

Armin Laschet (hier am 2.11.2021 in Berlin) hat sich in einem Tweet an die Ampel-Koalition gerichtet.

Amin Laschet hat der Ampel-Koalition auf Twitter zum Abschluss ihrer Verhandlungen gratuliert. Einen Seitenhieb teilte der CDU-Vorsitzende unterdessen gegen die eigene Partei aus.

Nach der Bundestagswahl hatte Armin Laschet viel Zeit verstreichen lassen, bis er seine Niederlage eingestand. Damals hatte er der SPD seine späten Glückwünsche auf antiquierte Weise in einem Brief mitgeteilt. Dass der CDU-Vorsitzende auch anders kann, stellte er jetzt unter Beweis: Via Twitter meldete sich Laschet zur Ampel-Koalition zu Wort.

„Glückwunsch an Ampel-Koalition vor allem zu Stil und Form der Verhandlungen“, schrieb Armin Laschet noch am Mittwochabend (24. November) in einem Tweet – also nur wenige Stunden, nachdem die Ampel-Parteien aus SPD, Grünen und FDP ihre Koalitionsgespräche abgeschlossen hatten.

Armin Laschet gratuliert Ampel auf Twitter

Auf Twitter zollten Laschet viele Menschen Respekt für seine Wortmeldung – darunter vor allem natürlich auch Vertreter der Ampel-Parteien. „So geht faire Opposition. Hut ab“, twitterte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Der Grünen-Politiker Cem Özdemir schrieb: „So geht Stil! Danke für die Fairness, lieber Armin Laschet. An diesem Umgang unter Demokrat/innen muss sich Dein Nachfolger messen lassen.“

Eine leise Kritik an den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen ließ Laschet aber doch fallen. Schade sei, dass die künftigen Regierungspartner auf ein Digitalisierungsministerium und einen Nationalen Sicherheitsrat verzichtet hätten, erklärte er in dem Tweet.

Andere Töne schlägt der CDU-Mann dann allerdings an, als er auf seine eigene Partei zu sprechen kommt. Denn einen Seitenhieb konnte sich der gescheiterte Kanzlerkandidat offenbar nicht verkneifen.

Armin Laschet teilt gegen eigene Partei CDU aus

Armin Laschet: „Vertraulichkeit ist eine wichtige Voraussetzung für Vertrauen. Das muss auch die Union wieder lernen.“ Rumms, das hat gesessen!

Nach dem katastrophalen Wahlergebnis der CDU bei der Bundestagswahl hatten viele Parteimitglieder aus den eigenen Reihen die Schuld an der Person Armin Laschet festgemacht. Mit einem anderen Kanzlerkandidaten als Laschet hätte man bei der Wahl besser abgeschnitten, so die These, die vor allem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vertrat.

Ausgerechnet Söder war im Ringen um die Kanzlerkandidatur in der Union trotz besserer Umfragewerte seinem Parteifreund Laschet unterlegen. Im Wahlkampf hatte er dann wiederholt gegen diesen gestichelt und nach der verlorenen Wahl gesagt: „Am Ende wollten die Deutschen einen anderen Kanzlerkandidaten als den, den CDU und CSU aufgestellt haben.“ (jv)

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