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„Anne Will“ Expertin mit schockierender Ansage an alle Deutschen: „1000 bis 2000 Euro“

Energieexpertin Claudia Kemfert stellt am 26. Juni bei „Anne Will“ eine düstere Prognose am Ende der Sendung.

Energieexpertin Claudia Kemfert stellte am 26. Juni bei „Anne Will“ eine düstere Prognose am Ende der Sendung auf.

Wie drastisch wird die Energiekrise in Deutschland noch, auf was müssen wir uns gefasst machen? „Gaskrise in Deutschland – wie hart werden die Folgen?“, fragte auch Anne Will am Sonntagabend. Die schockierende Antwort auf diese Frage kam dann am Ende der Sendung.

In Deutschland wird das Gas knapp. Und zwar so knapp, dass Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bereits die zweite Krisenstufe im Notfallplan Gas ausgerufen hat.

Sein Appell an alle: Sparen, sparen, sparen. Er warnte bereits alle Verbraucherinnen und Verbraucher davor, dass satte Heizkostenerhöhungen anstehen werden – für ihn liege darin auch eine riesige soziale Herausforderung.

Fest steht: Die Alarmstufe könnte für alle erhebliche Konsequenzen mit sich bringen. Aber welche genau? Eine Energieexpertin hat Moderatorin Anne Will am Sonntagabend (26. Juni) auf diese Frage eine beunruhigende Antwort gegeben. 

Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert (SPD), Johannes Vogel (FDP), Journalistin Anna Mayr („Zeit“) und Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert diskutierten mit Anne Will um die Frage, wie bedrohlich die Lage nun wirklich ist und was man dagegen tun kann. 

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„Anne Will“: Düstere Prognose am Ende – „Legen Sie 1000 bis 2000 Euro zurück“

Die wichtigste und zugleich düsterste Nachricht kam da von Energieexpertin Kemfert: „Legen Sie für Ihre Gasrechnung dieses Jahr am besten schon mal 1000 bis 2000 Euro extra zurück.“

Kemfert rechnet damit, dass sich die Energiepreise vervierfachen könnten. Richtig gehört: vervierfachen. 

Immerhin: „Das kommt noch nicht in diesem Winter so brutal, aber nächsten Winter, weil es immer zeitverzögert nachgereicht wird“, erklärt sie weiter. Dann könnte eine Nebenkostenabrechnung kommen, die sich gewaschen hat. „Die Preise explodieren“, so Kemfert. „Da empfiehlt man wirklich, dass die Leute Geld beiseitelegen, weil das enorme Kosten sind.“

Anne Will: Was blüht uns, wenn Putin den Gashahn endgültig abdreht?

Die Moderatorin wollte von der Energieexpertin zuvor wissen, was Deutschland blüht, sollte Putin den Gashahn endgültig abdrehen. „Es hängt davon ab, ob wir es schaffen, unsere Gasspeicher bis Oktober zu mindestens achtzig Prozent zu füllen. Wir sind ein reiches Land und kaufen zurzeit den Asiaten das Flüssiggas weg“, erklärt die Expertin.

Wichtig sei aber dennoch, Gas dort einzusparen, wo immer es geht. „Wir zahlen den Preis der verschleppten Energiewende. Da müssen wir irgendwie durch“.

Irgendwie. SPD-Generalsekretär Kühnert erklärte, wie das „Irgendwie“ genau aussehen könnte: Vor allem kleinere und mittlere Einkommen müssten von staatlichen Maßnahmen erreicht werden. „Für den, der am 27. des Monats schon zur Tafel gehen musste, ist die Ansage, dass wir 80 Prozent seiner Mehrbelastung im Supermarkt ausgleichen, keine positive Nachricht. Er muss dann noch fünf Tage früher zur Tafel.“

Expertin bei „Anne Will“: „Hätten Gas-Embargo von Anfang an verfolgen sollen“

Kemfert kritisierte, die Deutschen hätten viel früher für eine Gasknappheit sensibilisiert werden müssen, noch bevor man rät, weniger zu duschen: „Wir sind in einem fossilen Energiekrieg.“

Sie meint: „Wir hätten das Gas-Embargo von Anfang an verfolgen sollen“ – auch um sich selbst mehr für eine Energiewende unter Druck zu setzen, so Kemfert. „Das ist mir zu leichtfüßig“, kontert Kühnert.

Die Gesellschaft hätte so ein überstürztes Embargo nicht mitgetragen, erklärt er. Denn immerhin folge der Krieg in der Ukraine zwei Jahren Pandemie: „Die Leute sind fertig mit den Nerven.“

Journalistin bei „Anne Will“: „Dann wird es nicht so friedlich bleiben“

Journalistin Anna Mayr warnt indes vor einer „ökonomischen Triage“, vor enormen Verteilungsproblemen in der Gas-Krise und sozialen Unruhen. „Das ist keine tragbare Situation für viele Menschen“, sagt sie. „Wenn Menschen sehen, dass wir in der Situation jetzt nicht dafür sorgen, dass alle zu essen haben und alle ihre Wohnungen heizen können, wird es nicht so friedlich bleiben, wie es ist jetzt ist.“ Die Preise für Lebensmittel seien bereits um 20 Prozent gestiegen, für viele schon jetzt kaum zu stemmen. Die Ärmsten dürften nicht vergessen werden. 

Kühnert reagierte fast eingeschnappt: „Dafür haben wir ja eine Regierung, dass wir jetzt nicht alle ins Elend fallen.“

Wie es mit der Gasversorgung in Deutschland weitergeht, darauf konnte auch die Runde bei „Anne Will“ keine zufriedenstellende Antwort finden – auch, weil wohl niemand weiß, was Putin als Nächstes tut. Auch in Elmau wurden am ersten Gipfeltag noch keine Berge versetzt. Klar ist wohl nur: Es wird durchaus ungemütlich im Winter für Verbraucherinnen und Verbraucher. 

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