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Annalena Baerbock„Wie lange kann ich das meinen Kindern noch zumuten?“

Annalena Baerbock spricht in ein Mikro.

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Annalena Baerbock hat in der Politik schon viel einstecken müssen. (Archivbild)

Annalena Baerbock offenbart die Schattenseiten der Politik: Wie Hass im Netz ihre Familie belastet und warum sie trotzdem weitermacht.

Wer in der Spitzenpolitik als Frau ganz oben mitmischt, braucht eine dicke Haut. Das weiß kaum eine so gut wie Annalena Baerbock. Ob als ehemalige deutsche Außenministerin oder in ihrer jetzigen Rolle als Präsidentin der UN-Generalversammlung – die Grünen-Politikerin steht oft im Kreuzfeuer der Kritik. Nach beinahe einem Jahr in New York hat sie nun in einem Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ eine ehrliche und emotionale Bilanz gezogen.

Besonders die Angriffe im Netz machen ihr zu schaffen – und sie sieht einen klaren Unterschied zu ihren männlichen Kollegen. „Bei Frauen (...) kommt, egal ob Sport oder Spitzenpolitik, je sichtbarer man wird, immer noch eine zusätzliche Angriffslinie dazu. Dann ist plötzlich die Stimme zu hoch oder die High Heels“, betonte Baerbock. Beleidigungen unter der Gürtellinie, wie sie sie erlebe, fänden sich bei Politikern wie Robert Habeck oder Friedrich Merz so nicht.

Baerbock über Momente des Zweifels

Baerbock erklärte, dass konstruktive Kritik und Selbstreflexion für sie weiterhin wichtig seien. Auf die Frage, ob sie die Politik manchmal satt habe, räumte sie ein, dass es Momente gegeben habe, in denen sie sich diese Frage gestellt habe: „Es gab Momente, wo ich dachte: Wie lange kann ich das vor allem meinen Kindern noch zumuten?“

Annalena Baerbock, Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen, hält im Palexpo während der Eröffnungszeremonie des „Global Dialogue on AI Governance“ eine Rede.

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Annalena Baerbock, Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen, hält im Palexpo während der Eröffnungszeremonie des „Global Dialogue on AI Governance“ eine Rede. (Archivbild)

Doch in einer besonders schweren Phase habe ihr ein Gedanke geholfen, weiterzumachen. Sie erkannte, dass solche Schmähkampagnen auch ein Ziel haben: junge Frauen davon abzuhalten, in die Öffentlichkeit zu gehen und Verantwortung zu übernehmen. Diese Einsicht habe ihr geholfen, unabhängiger mit dem Hass umzugehen.

Ein Gedanke half ihr durch die schwere Zeit

Für die nachfolgenden Generationen junger Frauen wolle sie weitermachen, betonte Baerbock im Gespräch. Wenn sowieso schon so viel über sie geschrieben werde, dann wolle sie ihren Weg eben auf ihre Art gehen.

Im Herbst endet ihre Zeit bei den Vereinten Nationen in New York. Was danach kommt, ließ die Politikerin offen. Mit Blick auf ihre beiden Töchter machte sie aber klar, welch besondere Herausforderung es für Kinder bedeutet, wenn die eigene Mutter ständig im Rampenlicht steht. (jag)

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