Altkanzler in Moskau „Mache Urlaub“? Von wegen! Ehefrau widerspricht Gerhard Schröder

Wladimir Putin (links) und Gerhard Schröder lachen 2005 bei einem Treffen in Berlin.

Verstehen sich blendend: Wladimir Putin (links) und Gerhard Schröder 2005 bei einem Treffen in Berlin.

Während Gerhard Schröder behauptet, dass er in Moskau Urlaub mache, klärt seine Ehefrau über die wahren Gründe für den Russland-Besuch auf. Auch der Kreml äußert sich.

Der Kreml hat einen Austausch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) während dessen Moskau-Besuchs nicht ausgeschlossen.

„So weit wir es wissen, ist er in Moskau“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag (26. Juli 2022). „Es ist kein Treffen geplant, aber wir schließen nicht aus, dass es zu Kontakten kommen könnte.“

Soyeon Schröder-Kim widerspricht Gerhard Schröder

Schröders Ehefrau Soyeon Schröder-Kim sagte dem „Spiegel“, ihr Mann „führt Gespräche über Energiepolitik in Moskau“.

Der Sender RTL/ntv hatte am Montag berichtet, dass ein Reporter den Ex-Kanzler in Moskau angetroffen habe. Schröder habe demnach gesagt, er befinde sich im Urlaub. Soyeon Schröder-Kim sagte dazu: „Er ist nicht im Urlaub.“

Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf eine andere Quelle berichtete, kam Schröder am Sonntag in Moskau an und reist bereits am Dienstag wieder ab. Die Einreise erfolgte demnach über die aserbaidschanische Hauptstadt Baku.

Kern der Gespräche sollen dem Vernehmen nach Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 sein. Unklar sei, mit wem der frühere Bundeskanzler die Gespräche führt, berichtete das Magazin weiter.

Gerhard Schröder unterhält gute Beziehungen zu Russland

Der Ex-Kanzler steht seit Jahren wegen seiner Verbindungen nach Russland und seines engen Drahts zu Kreml-Chef Wladimir Putin in der Kritik. Ihm wird vorgeworfen, sich nicht ausreichend von Russlands Angriff auf die Ukraine distanziert zu haben.

Schröder, gegen den ein Verfahren zum Ausschluss aus der SPD läuft, war Anfang März nach Moskau gereist und hatte mit Putin über den Ukraine-Krieg gesprochen. Der Altkanzler hatte dazu vor zwei Wochen in einem Interview gesagt, Putin habe durchaus Interesse an einer Verhandlungslösung. (afp)

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