Die Ost-Wahl schockt Deutschland: Die CDU halbiert ihr Ergebnis, die AfD verdoppelt ihres – und könnte erstmals in einem Bundesland an die Macht kommen. Alle Infos hier im Newsblog.
AfD-JubelJetzt spricht Weidel – und träumt vom Kanzleramt
Aktualisiert:
Kantersieg für die AfD, krachende Niederlage für die CDU: Die Wahl in Sachsen-Anhalt hat das Potenzial auch die Bundespolitik zu erschüttern und Bundeskanzler Friedrich Merz in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen. Seine CDU hat ihr Wahlergebnis von 2021 halbiert und kommt nicht einmal auf 20 Prozent. Die AfD verdoppelt ihr Ergebnis auf mehr als 40.
Das Ergebnis könnte nicht nur Auswirkungen auf Sachsen-Anhalt selbst haben, sondern auf ganz Deutschland. Was sagen die Parteien und ihre Spitzenkandidaten nach der Wahl? Wie reagiert die Koalition in Berlin? Alle Entwicklungen hier im Newsblog.
Montag, 7. September
- 11.16 Uhr: Nach seinem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt strebt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund das Amt des Ministerpräsidenten an. Das Ergebnis der AfD sei ein „ganz klarer Regierungsauftrag - er könnte deutlicher kaum sein“, sagte Siegmund am Montag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Sich selbst bezeichnete der AfD-Politiker als „vielleicht nächster Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt“. Um im neu gewählten Landtag eine Regierungsmehrheit zu bekommen, werde er Gespräche führen mit „einzelnen Fraktionen oder einzelnen Abgeordneten, die mit uns gemeinsam diese historische Aufgabe stemmen wollen“. Siegmund machte zugleich klar, dass seine Ambitionen nach dem Wahlsieg über Sachsen-Anhalt hinausreichen. Er werde seine „Ressourcen in den nächsten Wochen und Monaten investieren, nicht nur unser wunderschönes Bundesland zu retten, sondern auch ein Stück dazu beitragen, dass wir es in der Bundesrepublik Deutschland schaffen“, sagte er. Es brauche eine „Bundeskanzlerin Alice Weidel“, „damit auch die völlig verrückten und irren politischen Entscheidungen hier in Berlin endlich rückabgewickelt werden“.
- 11.04 Uhr: Nach ihrem haushohen Wahlsieg in Sachsen-Anhalt strebt die AfD auch im Bund die Übernahme der Regierungsmacht an. Bei der kommenden Bundestagswahl werde die AfD mit Abstand als stärkste Kraft hervorgehen, mit einem ganz klaren Regierungsauftrag, sagte AfD-Co-Chefin Alice Weidel bei einer Pressekonferenz in Berlin. „Die CDU/CSU wird nie mehr wieder eine Bundestagswahl gewinnen können. Das ist Fakt.“ Der Abstand zur AfD betrage schon jetzt 10 Prozentpunkte. „Und mein erklärtes Ziel ist, den Abstand deutlich in kürzester Zeit auszubauen und auf mindestens 40 Prozent anzuwachsen für die nächste Bundestagswahl.“ Weidel sagte, Deutschland wünsche sich einen Politikwechsel. „Kein Kanzler zuvor war so unbeliebt wie Friedrich Merz, der eine große Belastung für eine gedeihliche Entwicklung in Deutschland geworden ist.“ Auch das habe die Wahl in Sachsen-Anhalt gezeigt. „Die Menschen in diesem Land, sie wollen kein Weiter-so mehr haben mit illegaler Migration, mit offenen Grenzen, explodierenden Kriminalitätsraten von Ausländerkriminalität, verweigerten Abschiebungen, einer desaströsen Energiepolitik, die zu den höchsten Energiepreisen weltweit führt, zu einer grassierenden Deindustrialisierung, die uns in Deutschland das Rückgrat bricht.“ Als weitere Missstände nannte sie hohe Steuern und Abgaben, viel zu hohe Spritpreise und ein erodierendes Bildungswesen.
- 5.03 Uhr: Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zieht mit 5,3 Prozent erstmals in den Landtag in Magdeburg ein. Wird sie zur Königsmacherin? Die AfD hat keine eigene absolute Mehrheit, andererseits ist auch kein Bündnis aller anderen Parteien gegen die AfD mehr möglich, denn da macht Wagenknecht nicht mit. „Allein der Versuch, noch einmal eine Brandmauer-Koalition zu schmieden, wäre ein Affront gegenüber den Wählerinnen und Wählern“, sagte die 57-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Wagenknechts Partei hat plötzlich Macht. Aber was fängt sie damit an? Eine Koalition des BSW mit der AfD hat Wagenknecht vor der Wahl ausgeschlossen, aber eine Zusammenarbeit ist für sie kein Tabu. Claudia Wittig, BSW-Spitzenkandidatin, sagte bei phoenix, dass man rechtsextreme Projekte nicht mit der AfD umsetzen wolle, aber „zum Beispiel an den Energiepreisen mit denen arbeiten.“ Auch einen Ministerpräsidenten werde man nicht wählen. „Wir möchten uns eigentlich nicht an der gesellschaftlichen Spaltung beteiligen und den einen oder den anderen wählen, sondern wir sind immer noch in der guten Hoffnung, dass man die Lager zusammenführen kann mit einem überparteilichen Ministerpräsidenten, der sich dann wirklich für jedes Projekt wechselnde Mehrheiten suchen muss.“ Und weiter „Wenn es nicht anders geht, dann werden wir uns enthalten und dann haben die Wählerinnen und Wähler entschieden, wer der Ministerpräsident sein soll.“
Die Wahl in Sachsen-Anhalt: Alle Infos im Newsblog
Sonntag, 6. September – Wahltag
- 22.16 Uhr: Sollte es mit einer Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt nicht klappen, kommt aus Sicht von AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auch eine Neuwahl infrage. „Im Notfall würde es halt Neuwahlen geben, dann haben wir halt 50 oder 55 Prozent“, sagte Siegmund am Abend im ZDF. „Weil die Zukunft ist die Alternative für Deutschland.“ Er sprach im „heute journal“ erneut davon, den angekündigten Politikwechsel wie versprochen umsetzen zu wollen. Wenn dort einzelne Abgeordnete oder auch eine Fraktion mitmachen wollten, reiche er die Hand. „Wenn es jemanden gibt, mit dem wir das umsetzen können, dann werden wir das machen. Wir haben einen klaren Regierungsauftrag“, sagte Siegmund. „Wir werden uns aber nicht verbiegen, und wir werden uns nicht hier selbst verraten.“
- 22.10 Uhr: Die AfD fährt wie erwartet einen haushohen Wahlsieg ein – eine absolute Mehrheit zeichnete sich in den Hochrechnungen am Wahlabend in Sachsen-Anhalt aber nicht ab. Es deuteten sich zwei nahezu gleichstarke Lager mit der AfD auf der einen Seite und CDU, SPD, Grünen und Linken auf der anderen Seite an – womöglich mit dem BSW als Zünglein an der Waage. Eine Eine Regierungsbildung dürfte äußerst schwierig werden. Laut den Hochrechnungen kommt die AfD auf 39 Sitze. Eine mögliche Minderheitsregierung von CDU, SPD und Grünen käme unter der Maßgabe, dass sie komplett von der Linkspartei unterstützt würde, zusammen mit dieser auf 40 Sitze. Das BSW könnte mit vier Abgeordneten womöglich ausschlaggebend sein.
- 21.45 Uhr: Die Chancen des BSW auf den Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt sind nach neuen Hochrechnungen von ARD und ZDF gestiegen. Nun sehen auch neue ZDF-Zahlen von 21.01 Uhr die Partei mit 5,0 Prozent über der Fünf-Prozent-Hürde – zuvor hatte das BSW dort bei 4,8 Prozent gelegen. In der ARD-Hochrechnung war die Partei bereits zuvor von 5,0 auf 5,1 geklettert (Stand 20.27 Uhr). ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn bezifferte die Wahrscheinlichkeit, dass die Partei ins Parlament kommt, daraufhin auf 70 zu 30. Das BSW könnte der AfD auch nach den Vorstellungen von Parteichefin Alice Weidel an die Macht verhelfen. Es seien bereits Gespräche der AfD mit anderen Parteien vor der Wahl gelaufen, sagte Weidel den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). „Und natürlich ist ein Regierungs-Szenario mit dem BSW für uns als AfD sehr interessant.“ Genauso sei eine Minderheitsregierung „eine relevante Option für die AfD in Sachsen-Anhalt“.
- 21.24 Uhr: Auch der US-Präsident hat Kenntnis bekommen vom AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt. Gesagt hat er aber noch nichts dazu. Donald Trump hat die Landtagswahl auf seinem reichweitenstarken Truth-Social-Account thematisiert. Gepostet wurde dort die Abbildung einer Hochrechnung mit Stand 19.57 Uhr (deutscher Zeit). Trump ließ die Balken-Grafik, die den Sieg der AfD zeigt, für sich stehen und kommentierte sie nicht weiter. Die AfD sucht seit Längerem immer wieder die Nähe und Kontakt zu Trumps Partei – den Republikanern.
- 20.32 Uhr: Ob die AfD an die Macht kommt, könnte entscheidend vom BSW abhängen – sofern es die Partei in den Landtag schafft. Die BSW-Spitze um Parteigründerin Sahra Wagenknecht hält die sogenannte Brandmauer für gescheitert. Das BSW will CDU-Ministerpräsident Sven Schulze abwählen und wirbt für einen „überparteilichen Ministerpräsidenten“, der mit wechselnden Mehrheiten unter Einbindung der AfD regiert. Dann könnten die Gräben im Land wieder zugehen, erklärt auch BSW-Parteivorsitzende Amira Mohamed Ali im ZDF. Es gebe in Sachsen-Anhalt zwei Lager, betonte die BSW-Chefin. Auf der einen Seite die alten Parteien, die sich eine „Brandmauerkoalition“ wünschten und auf der anderen Seite die AfD. Es sei klar, dass die jeweils andere Seite des Parlaments und auch der Bevölkerung die künftige Regierung „vollkommen ablehnen“ werde.
- 19.42 Uhr: AfD-Co-Chef Tino Chrupalla erklärt in der ARD, die AfD habe einen „klaren Wählerauftrag“, eine Regierung zu bilden. „Wenn es am Ende nicht für eine alleinige Regierung reichen sollte, werden wir unsere Hand ausstrecken“, so Chrupalla weiter. Ob eine Zusammenarbeit mit dem BSW denkbar sei, will Moderator Markus Preiß wissen – sofern dieses in den Landtag einzieht. Chrupalla antwortet ausweichend. „Die Brandmauer ist endgültig abgewählt worden“, erklärt er aber in Richtung CDU. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf verdeutlicht seine Position: „Wenn es eine Möglichkeit gibt, eine Mehrheit herbeizuführen, die ohne die AfD auskommt, dann muss die gezogen werden“. Die AfD mache eindeutig gemeinsame Sache mit Rechtsextremisten. Daher müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, eine Mehrheit ohne die AfD herzustellen.
- 19.39 Uhr: Der AfD-Triumph in Sachsen-Anhalt markiert eine Zäsur. Die Versuchung ist groß, falsche Schlüsse zu ziehen. Unser Kommentar zu der Wahl:
- 19.25 Uhr: Komiker Dieter Hallervorden, der sich für die CDU stark gemacht hat, erklärt in der ARD sichtlich bedrückt: „Der Bundeskanzler wird bald nicht mehr Merz heißen, das ist ganz sicher.“ Er habe viel Schuld daran, dass man der CDU bundesweit nichts mehr zutraue, das habe auch eine „schlechte Begleitmusik“ für Sachsen-Anhalt ergeben. „Aber ich bin auch Demokrat und habe das Wahlergebnis zu akzeptieren.“ Er selbst wolle trotz des Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt bleiben und dort weiterarbeiten. Hallervorden ist gebürtiger Dessauer, Ehrenbürger seiner Heimatstadt und Gründer des Mitteldeutschen Theaters.

Copyright: ARD (Screenshot)
Komiker Dieter Hallervorden spricht in der ARD über das desaströse CDU-Wahlergebnis.
- 19.09 Uhr: AfD-Chef Tino Chrupalla hat nach dem starken Abschneiden seiner Partei den Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten für Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bekräftigt. Siegmund sei „ganz klar gewählt“ und habe „einen Wählerauftrag, er wird Ministerpräsident“, sagte Chrupalla im ZDF. Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, sei die Partei aber auch „gesprächsbereit“. Möglich sei auch, mit einer Minderheitsregierung toleriert zu werden, ergänzte er. Siegmund selbst lehnt derweil eine AfD-geführte Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt ab.
- 19.08 Uhr: Die AfD ist eine Partei der Jungen. Das zeigt eine Analyse von infratest dimap. Satte 41 Prozent der Stimmen gingen bei den Erstwählerinnen und -wählern an die AfD. Mit weitem Abstand liegt die Linke dahinter (17 Prozent), gefolgt von den Grünen (13 Prozent), SPD (8 Prozent), BSW (6 Prozent) und CDU (5 Prozent).
- 18.55 Uhr: Von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) ist das erste Mal in der ARD ein „Aber“ bei der Frage zur Brandmauer zu hören: „Wir haben Beschlüsse auf Bundesebene. Aber wir haben auch das Ergebnis, das uns hart trifft. Ich sehe das als das Zeichen der Menschen in Sachsen-Anhalt auch an uns. All das gilt es jetzt intensiv zu besprechen.“
- 18.44 Uhr: AfD-Parteichefin Alice Weidel: „Es ist ein historisches Ergebnis, sensationell! Wir haben einen ganz klaren Regierungsauftrag erhalten. Ulrich Siegmund hat ganz klar gesagt, wenn es knapp nicht reicht: Die Hand ist ausgestreckt für alle.“ Man wolle mit allen Kräften sprechen, „die mit uns zusammenarbeiten wollen.“ Es sei ein ganz klarer Wählerauftrag erteilt worden und dieser Auftrag laute „ein Wechsel in dem Land“, so Weidel. Weidel sehe auch die Brandmauer-Politik als einen Grund dafür, warum die CDU so ein desaströses Ergebnis eingefahren hat. „Ich prognostiziere: Die CDU wird niemals mehr eine Wahl gewinnen, in keinem Land. Vielleicht noch ein bisschen in Nordrhein-Westfalen.“
- 18.37 Uhr: Der Grünen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak erklärt in der ARD, seine Gefühle nach der Wahlprognose seien zwiegespalten: „Das sind dramatische Zustände, die sich hier zeigen. Auf der anderen Seite ist da ein riesiger Vertrauensbeweis, für den ich dankbar bin.“ Es könnte das beste Ergebnis in der Geschichte von Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt werden. Die Grünen liegen laut Prognose bei 8 bis 9 Prozent.
- 18.35 Uhr: Der Anstieg der AfD kommt am stärksten von bisherigen Nichtwählern (157.000 Menschen), ergibt eine Analyse von infratest dimap. Danach folgen die CDU mit 83.000 Menschen, FDP (19.000), Linke (11.000) und SPD (7.000).
- 18.26 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze erklärt sichtlich erschüttert: „Wir hätten uns in jeder Hinsicht ein besseres Ergebnis gewünscht. Wir leben in einer Demokratie – ich möchte dem Wahlsieger gratulieren. Ich habe seit 25 Jahren an Wahlkämpfen teilgenommen. So einen Wahlkampf, wie wir ihn hier erlebt haben, gab es noch nicht. Es ist für uns eine Aufgabe, damit umzugehen, aber es ist auch klar, es ist für uns eine Niederlage. Es gibt diejenigen, die sagen, das sei ein schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt. Ich sage: Das ist Demokratie und die Menschen sind heute zur Wahl gegangen. Die Menschen haben mit der Wahlbeteiligung auch ein Zeichen gesetzt.“
- 18.12 Uhr: Die CDU hat ein katastrophales Ergebnis in Sachsen-Anhalt eingefahren. CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann, sichtlich mitgenommen und den Tränen nahe, erklärt: „Das ist ein sehr schweres Ergebnis, das macht was mit einem.“ Gleichzeitig macht sie klar: Die Brandmauer steht noch. „Wir arbeiten nicht mit Rechtsextremen zusammen und das auch aus nachvollziehbaren Gründen.“

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CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann spricht in der ARD sichtlich bewegt über das Wahlergebnis der CDU.
- 18.07 Uhr: AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erklärt in der ARD: „Wir haben in dem Land Geschichte geschrieben, die Menschen haben ein klares politisches Zeichen ausgesprochen. Das ist ein Zeichen, das könnte kaum deutlicher sein.“
- 18 Uhr: Die Wahllokale in Sachsen-Anhalt haben geschlossen, die ersten Zahlen sind da! Die AfD erreicht ein Rekord-Ergebnis von 44,5 Prozent, die Prognose liegt damit höher als in den jüngsten Umfragen erwartet (41 Prozent). Die CDU liegt mit 18,5 Prozent hinter den Erwartungen. Die Wahlbeteiligung liegt bei satten 80 Prozent.
- 17 Uhr: In Sachsen-Anhalts Hauptstadt Magdeburg bereitet sich die Polizei auf einen möglicherweise turbulenten Abend vor. Die Präsenz in der Innenstadt sei nicht zu übersehen, meldet der „Spiegel“. Hier sollen am Wahltag noch zahlreiche Kundgebungen und Wahlpartys stattfinden. Am Nachmittag ist es noch ruhig. Wenn um 18 Uhr die ersten Prognosen erwartet werden, könnte auch die Polizei mehr zu tun haben.

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Teilnehmer einer Demonstration gegen Rechtsextremismus ziehen durch Magdeburg.
- 16.42 Uhr: Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Es wurde auch Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert. Zum einen ist die Polizei laut Innenministerium flächendeckend präsent, um die per Grundgesetz garantierte freie und unbeeinflusste Ausübung des Wahlrechts zu garantieren. Zudem waren für den Sonntag mehrere Demonstrationen angemeldet, ab dem Nachmittag in Magdeburg beispielsweise auf dem Domplatz unter dem Motto „Sachsen-Anhalt juckt mich! Sachsen-Anhalt bleibt weltoffen!“.
- 16.30 Uhr: Bis zum späten Nachmittag haben bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schon mehr Menschen ihre Stimme abgegeben als vor fünf Jahren. Die Wahlbeteiligung lag bis 16 Uhr bei 65,3 Prozent, wie die Wahlleiterin Christa Dieckmann mitteilte. 2021 betrug die Beteiligung an der Wahl zum gleichen Zeitpunkt demnach 41 Prozent, insgesamt lag sie damals bei 60,3 Prozent.
- 14.35 Uhr: Um 14 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 54,4 Prozent, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in Magdeburg mitteilte. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei 27,1 Prozent, 2016 bei 35,4 Prozent. Die Datenbasis ist eine stichprobenartige Rückmeldung aus repräsentativen Urnenwahlbezirken, hieß es. Zur Wahl aufgerufen sind rund 1,7 Millionen Menschen.
- 12.38 Uhr: Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab. Bis 12 Uhr am Sonntag hatten 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, bei der letzten Landtagswahl, waren es nur 22,4 Prozent. Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr erwartet.
- 11.13 Uhr: Nun hat auch CDU-Kandidat Sven Schulze seine Stimme abgegeben. Schulze wählte in seinem Wohnort Magdeburg zusammen mit seiner Ehefrau Kati. „Dann warten wir mal ab“, sagte Schulze nach seiner Stimmabgabe. Schulzes Kontrahent Ulrich Siegmund (AfD) hatte in dessen Heimat Tangermünde im Norden von Sachsen-Anhalt gewählt. Dort hatten viele Anhängerinnen und Anhänger auf ihn gewartet. Bei Schulzes Stimmabgabe waren deutlich weniger Menschen vor Ort, die meisten von ihnen Vertreterinnen und Vertreter der Presse. Schulze betonte nach der Wahl, dass er auf eine hohe Wahlbeteiligung hoffe. Nach der Abgabe seiner Stimme wollten er und seine Frau erst einmal zurück zur Familie gehen. Am Abend ist Schulze dann auch bei der Wahlparty seiner Partei zu Gast.

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Sven Schulze gibt seine Stimme ab, hinter ihm Ehefrau Kati
- 10.22 Uhr: Jetzt kommt Siegmund auf seiner Simson vorgefahren, Ehefrau Julia hinter ihm sitzend. Begleitet von Kameras gibt das Paar seine Stimmen ab.
- 10.18 Uhr: Wo bleibt Ulrich Siegmund? Gegen 10 Uhr schon wurde der AfD-Spitzenkandidat in Tangermünde am Wahllokal erwartet. Doch bislang ist er nicht aufgetaucht. CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze soll seine Stimme gegen 10.45 Uhr in Magdeburg abgeben.
- 8.43 Uhr: Sollte die AfD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an die Regierung kommen, könnte dies nach den Worten der Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dringend benötigte Fachkräfte abschrecken und somit schwere wirtschaftliche Folgen haben. „Angesichts des Wahlprogramms ist zu erwarten, dass bei einer Regierungsübernahme der AfD das Bundesland als Standort für Fachkräfte und Unternehmen deutlich an Attraktivität verlieren würde“, sagte Schnitzer dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Münchner Ökonomie-Professorin wies darauf hin, dass in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren viele Arbeitskräfte in Rente gehen. „Ohne Zuzug von außen werden deshalb bald viele Fachkräfte fehlen. Und ohne ausreichend Fachkräfte bleiben dringend benötigte Investitionen aus“, warnte Schnitzer.
- 8 Uhr: Jetzt gilt’s! Die Wahllokale in Sachsen-Anhalt sind geöffnet. Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Bis 18 Uhr können sie ihre Stimme in den Wahllokalen abgeben.
- 7.39 Uhr: In der letzten Umfrage vor der Wahl kam die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auf 41 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze lag in der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF bei 23 Prozent. Auf Platz drei folgte die Linke mit 11,5 Prozent, die SPD kam auf 8,5 Prozent, die Grünen standen bei 6 Prozent. Das BSW mit 4 Prozent und die FDP mit 3 Prozent lagen unter der Fünf-Prozent-Hürde. 26 Prozent der Befragten sagten in der Umfrage, sie seien noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.
Samstag, 5. September
- 19.11 Uhr: Die AfD hat ihren Willen bekräftigt, die Regierung übernehmen zu wollen. Ab Montag beginne erst richtig die Arbeit als angehender Ministerpräsident, sagte der AfD-Co-Bundeschef Tino Chrupalla zum Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. „Wir werden dich mit aller Kraft unterstützen.“ Bei der Veranstaltung mit Hunderten jubelnder und Fähnchen schwenkender Unterstützer sagte Chrupalla weiter: „Diese blaue Welle von Magdeburg wird über Mecklenburg-Vorpommern auch nach Berlin schwappen. Sie wird am Ende auch im Bund zu Veränderungen führen.“ Oliver Kirchner, Co-Fraktionschef der AfD im sachsen-anhaltischen Landtag, betonte: „Wir werden hier in Sachsen-Anhalt die Wahl gewinnen und Sachsen-Anhalt zum Leuchtturmprojekt für fünf gute Jahre in Sachsen-Anhalt machen und somit auch den Stein für die Bundespolitik ins Rollen bringen.“
- 14.47 Uhr: In Magdeburg haben sich mehrere Tausend Teilnehmer eines Demokratiefestivals zu versammeln begonnen. Sie zogen vom Hauptbahnhof durch die Stadt zum Domplatz, wo das Festival stattfindet, wie eine Polizeisprecherin sagte. Ein AFP-Journalist schätzte die Teilnehmerzahl auf mehrere Tausend. Die Veranstaltung sollte bis zum Abend dauern. In Magdeburg sind laut Polizei insgesamt acht Versammlungen angemeldet, darunter etwa eine „Demokratie Lichterkette“ oder eine „DemokRADtour“. Zudem finden Abschlusskundgebungen der AfD oder der Grünen in der Hauptstadt des Landes statt. Die Polizei ist im Großeinsatz.
- 09.20 Uhr: Bei der Landtagswahl am Sonntag in Sachsen-Anhalt erwarten große Wahlforschungsinstitute keine Überraschung wie vor fünf Jahren, als die AfD schwächer als in den Umfragen abschloss und die CDU deutlich stärker als erwartet. „Wir rechnen nicht mit einem so großen Mobilisierungseffekt in den letzten Tagen wie 2021. Damals konnte (Ministerpräsident Reiner) Haseloffs CDU die AfD-Gegner hinter sich versammeln. Dieses Mal teilen sich die AfD-Gegner breiter auf verschiedene Parteien auf“, sagte der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, der Deutschen Presse-Agentur. Ähnlich äußerten sich seine Kollegen von Infratest dimap und Insa.

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Aktivisten projizieren den Spruch „Was wir lieben, geben wir nicht auf. Wahre Heimatliebe ist nicht die AfD.“ auf die Fassade des Magdeburger Doms.
Freitag, 4. September
- 19.20 Uhr: Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben Aktivisten einen politischen Appell auf den Magdeburger Dom und das Landtagsgebäude projiziert. Am Freitagabend leuchtete dort der Schriftzug: „Was wir lieben, geben wir nicht auf. Wahre Heimatliebe ist nicht die AfD.“ Am Samstag sollen weitere Fassaden folgen. Organisiert wird die Aktion vom Verein „Mehr als uns trennt“, der sich selbst als überparteilich, unabhängig und ausschließlich durch Spenden finanziert beschreibt.
- 16.17 Uhr: Die Polizei in Sachsen-Anhalt rüstet sich laut „Welt“-Bericht für schwere Ausschreitungen rund um die Landtagswahl. Wie aus vertraulichen Berichten der Sicherheitsbehörden hervorgeht, stellten sich die Einsatzkräfte auf eine Eskalation am Wahlwochenende ein, wobei die Reaktionen stark vom jeweiligen Wahlausgang abhängen dürften. Im Falle eines Sieges der AfD befürchteten die Ermittler dem Bericht nach linksextreme Proteste. Sollte die AfD schlechter abschneiden, stelle sich die Polizei auf ein „Kapitol-Szenario“ ein. In ihm könnten rechte Gruppierungen staatliche Einrichtungen und Parteibüros besetzen.
Aktuell regiert in Sachsen-Anhalt eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Das Bündnis wird aber allen Umfragen zufolge seine Mehrheit verlieren. Mit Abstand stärkste Kraft dürfte die AfD werden, womit sie Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten und die Führung der Regierung erheben kann. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei strebt eine Alleinregierung an.
Sie wird je nach Institut aktuell mit 40 bis 43 Prozent angegeben und liegt damit jeweils deutlich vor der CDU. Sollte die AfD noch etwas zulegen, könnte sie erstmals eine absolute Mehrheit der Mandate erringen.
Wenn sie aber keine eigene Mehrheit der Mandate holt, ist sie auf Bündnispartner angewiesen. Doch: Keine der anderen Parteien will mit ihr koalieren. BSW-Gründerin Wagenknecht hat aber verlauten lassen, dass ihre Partei durchaus einem AfD-Ministerpräsidenten zur Macht verhelfen könnte – durch Enthaltung im entscheidenden Wahlgang. (dpa/afp/red)

